Gate PoSEC weist eine Cold-Storage-Deckung von 104,58 Prozent aus. Die Kennzahl basiert auf einer Momentaufnahme vom 4. November 2026, 00:00 Uhr UTC. Gate stellte den neuen Sicherheitsrahmen am 5. November vor, eine unabhängige Überprüfung der Angaben läuft noch.
Das Verfahren soll zeigen, wie Gate Vermögenswerte lagert und ob bestimmte Bestände in Cold Storage die Kundenvermögen in einem Szenario mit schweren Verlusten abdecken könnten. Die ausgewiesene Quote ist jedoch kein umfassender Nachweis für die Sicherheit einer Börse.
Was Gate PoSEC ausweist
Gate erklärte in seiner Mitteilung vom 5. November, das Verfahren teile Plattformvermögen nach Lagerart auf und stelle qualifizierte Cold-Storage-Bestände den Kundenvermögen gegenüber. Zum Stichtag lagen laut Gate 88,26 Prozent des Gesamtvermögens im Cold Storage und 11,74 Prozent in Hot Wallets. Die gemeldete Deckungsquote betrug 104,58 Prozent.
Die Aufteilung und die Deckungsquote beschreiben verschiedene Dinge. Die Prozentwerte für Cold Storage und Hot Wallets zeigen, welcher Anteil des Gesamtvermögens jeweils dort lagert. Die Deckungsquote vergleicht dagegen die qualifizierten Cold-Storage-Bestände mit den Kundenvermögen. Gate zufolge bedeutet eine Quote von mindestens 100 Prozent nach der eigenen Berechnung, dass Cold Storage allein alle Kundenvermögen abdecken könnte, falls Bestände in Hot Wallets verloren gingen.
Gate weist zugleich darauf hin, dass die verglichenen Anteile auf Momentaufnahmen zu unterschiedlichen Zeitpunkten beruhen. Preisbewegungen und Mittelzu- oder -abflüsse zwischen diesen Stichtagen fließen laut der PoSEC-Seite von Gate nicht in die Berechnung ein. Die Quote ist daher weder eine Live-Messung noch eine Garantie, dass Auszahlungen in jeder Krise reibungslos funktionieren.
Als Cold Storage zählt Gate Vermögenswerte nur, wenn sie nicht direkt für normale Ein- und Auszahlungen verwendet werden, offline oder bei einem unabhängigen Verwahrer liegen, für Transfers die Zustimmung mehrerer Beteiligter erfordern und unabhängig überprüfbar sind. Gate führt diese Bedingungen auf seiner PoSEC-Seite auf.

Wie sich Proof of Security von Proof of Reserves unterscheidet
Proof of Reserves, kurz PoR, prüft vor allem, ob die Reserven einer Börse ausreichen. Gate sagt, PoSEC ergänze diese Information um die Lagerstruktur und die Frage, ob Cold-Storage-Bestände die Kundenvermögen bei einem Verlust von Hot-Wallet-Beständen abdecken könnten. Die Verfahren beleuchten somit unterschiedliche Aspekte. Die neue Deckungsquote ersetzt keine Reserveprüfung.
Gate zufolge führte das Unternehmen 2020 einen quelloffenen PoR-Mechanismus und eine auf Merkle Trees basierende Vermögensprüfung ein. Später ergänzte es seinen Rahmen zur Reserveprüfung um zk-SNARKs. Zum 18. Oktober 2026 meldete Gate Gesamtreserven von rund 8,688 Milliarden US-Dollar und eine Gesamtreservequote von 118,49 Prozent. Diese Zahlen sind getrennt von der PoSEC-Deckungsquote zu betrachten.
CoinDesk berichtete, dass Gates Ankündigung auf einen großen Diebstahl bei Binance folgte. Gate-CEO Lin Han sagte dem Medium, PoSEC ergänze PoR, indem es zeige, wie Vermögenswerte gelagert würden. Zugleich räumte Han laut CoinDesk ein, dass PoSEC weder interne Passwörter noch die Verwaltung privater Schlüssel oder Zugriffsrechte überprüfe.
Diese Grenzen sind für die Einordnung wichtig. Gate PoSEC bewertet nicht alle internen Abläufe und Zugriffskontrollen. CoinDesk verwies außerdem auf einen Zielkonflikt: Cold Storage kann die Verwahrung absichern, aber schnelle Auszahlungen erschweren. Die genannten Prüfungen decken nicht alle Risiken einer Börse, ihrer Technik oder ihres Betriebs ab.

Was die Kennzahl für Nutzer bedeutet
Die verfügbaren Berichte belegen nicht, dass die PoSEC-Mitteilung den Kurs von Kryptowährungen beeinflusst hat. CoinDesk stellte zwar den zeitlichen Zusammenhang mit dem Binance-Diebstahl her, nannte aber keinen Nachweis, dass die Ankündigung eine Marktbewegung ausgelöst hätte. Keine der vorliegenden Quellen führt eine konkrete Kursänderung auf Gates Offenlegung zurück.
Gate PoSEC misst weder die Stimmung am Markt noch prognostiziert es Preise. Die Quote sagt etwas über die von Gate gemeldete Lagerstruktur und den Vergleich mit Kundenvermögen aus. Sie bewertet jedoch nicht alle Aspekte der Sicherheit einer Börse, darunter interne Zugriffskontrollen oder mögliche Verzögerungen bei Auszahlungen.
Wer Börsenangaben vergleicht, sollte daher unterscheiden: PoR bezieht sich auf die Höhe der Reserven, PoSEC laut Gate auf Lagerung und Cold-Storage-Deckung. Die Angaben beruhen auf unterschiedlichen Berechnungen; bei PoSEC stammen die verglichenen Werte aus Momentaufnahmen zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Eine unabhängige Prüfung kann zusätzliche Hinweise liefern, beseitigt aber nicht jedes Verwahrungs-, Technologie- oder Betriebsrisiko.

Was bei Gate PoSEC als Nächstes ansteht
Als nächster Schritt steht die unabhängige Prüfung an. Gate teilte am 5. November mit, ein externes Prüfunternehmen untersuche die Echtheit und Kontrolle der Vermögenswerte, die Bewertungs- und Berechnungsmethoden sowie die Berechnung der Deckungsquote. Einen Bericht wolle das Unternehmen nach Abschluss der Prüfung veröffentlichen.
Für die Einordnung dieses Berichts werden Umfang, verwendete Stichtage und Berechnungsmethode relevant sein. Besonders wichtig ist, wie die Prüfung den Vergleich der Momentaufnahmen behandelt. Gate sagt, dass Preisbewegungen und Geldflüsse zwischen den Stichtagen in der Rechnung unberücksichtigt bleiben.
Bis zur Veröffentlichung bleibt die Quote eine von Gate gemeldete Zahl, deren unabhängige Verifizierung noch aussteht. Weitere Angaben könnten den Ablauf und die Grenzen der Prüfung genauer beschreiben. Was diese offenlegen werden, lässt sich anhand der bisher verfügbaren Informationen nicht sagen.
Häufige Fragen
Was misst Gate PoSEC?
Gate PoSEC weist aus, wie Plattformvermögen zwischen Cold Storage und Hot Wallets aufgeteilt sind. Anschließend vergleicht Gate qualifizierte Cold-Storage-Bestände mit Kundenvermögen, um eine Deckung für ein Szenario mit Verlusten in Hot Wallets zu berechnen.
Ist Gates Deckungsquote von 104,58 Prozent unabhängig bestätigt?
Das geht aus Gates Mitteilung vom 5. November 2026 nicht hervor. Das Unternehmen erklärte, ein unabhängiger Dritter prüfe die Vermögenswerte und die Berechnung. Ein Bericht soll nach Abschluss folgen.
Beweist Gate PoSEC, dass Kundenguthaben sicher sind?
Nein. Die Kennzahl ist eine Offenlegung zur Lagerung und Deckung, aber kein Schutzversprechen. Sie schließt Diebstahl, Fehler bei Zugriffskontrollen, Betriebsprobleme oder verzögerte Auszahlungen nicht aus und hängt von Gates Methode sowie den Zeitpunkten der Momentaufnahmen ab.
Quellen
- Gate Pioneers Proof of Security (PoSEC), Achieving 104.58% Cold Storage Coverage to Solidify Asset Security (www.gate.com)
- Proof of Cold Coverage | Gate Security (www.gate.com)
- Gate Introduces Proof Of Security Framework With 104.58% Cold Storage Coverage (BeInCrypto)
Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Kryptowährungen sind sehr volatil, recherchieren Sie daher immer selbst, bevor Sie investieren.

