Governance Token erhalten von SEC-Mitarbeitern genauere Hinweise dazu, wie breite Abstimmungen bei der Analyse digitaler Rohstoffe berücksichtigt werden können. Die SEC-Abteilung für Unternehmensfinanzierung ergänzte ihre Krypto-FAQ am 2. November 2026. UNI oder einen anderen Token stuft sie damit nicht als Rohstoff ein.
Die wichtigsten Punkte zur SEC-FAQ
- Nicht verbundene Teilnehmer werden laut SEC nicht allein durch ihre Abstimmung zu einer zentralen Partei, sofern sie keine gesonderte Vereinbarung oder Übereinkunft haben, über die Governance hinaus gemeinsam zu handeln.
- Einseitige Befugnisse über Zugang, Code, Validatoren oder Abstimmungen können auf zentrale Aufsicht hindeuten.
- Die FAQ ist eine Orientierung von SEC-Mitarbeitern, keine verbindliche Regel und keine automatische Einstufung von UNI.
- Die Hinweise betreffen einen Teil der Diskussion zu digitalen Rohstoffen, nicht sämtliche Fragen des Wertpapierrechts zu Gruppen.
Was die SEC zu Governance Token präzisiert
Die aktualisierte FAQ enthält die Fragen 1.4 bis 1.6. Sie behandeln breite Governance, die Kontrolle durch zentrale Parteien und den Unterschied zwischen einem funktionsfähigen und einem dezentralisierten System. Nach Angaben der SEC werden Beteiligte an einem funktionsfähigen Kryptosystem nicht allein deshalb als Gruppe betrachtet, die eine zentrale Partei bildet, weil sie an der Governance mitwirken. Voraussetzung ist, dass sie nicht miteinander verbunden sind und keine gesonderte Vereinbarung oder Übereinkunft haben, über diese Teilnahme hinaus gemeinsam zu handeln. Die aktualisierte SEC-Krypto-FAQ erläutert diese Bedingungen.
Entscheidend sind laut SEC die konkreten Umstände. Breite Governance beschreibt die Behörde als transparenten, regelbasierten Prozess mit einer großen und vielfältigen Gruppe von Beteiligten. Befugnisse dürfen nicht durch Verbindungen zwischen Beteiligten oder Delegation konzentriert sein. Eine hohe Zahl an Abstimmenden reicht für sich genommen nicht aus, um ein System als dezentralisiert einzustufen.
Die SEC nennt auch Beispiele für einseitige Befugnisse, die auf zentrale Aufsicht hindeuten können. Dazu gehören die Möglichkeit, den Zugang zum Netzwerk zu gewähren oder einzuschränken, Abstimmungsverfahren zu ändern, Validatoren auszuwählen, den Code anzupassen, Transaktionen rückgängig zu machen oder den Zugang zu entziehen.
Die FAQ unterscheidet außerdem zwischen Funktionalität und Dezentralisierung. Funktionalität betrifft die Frage, ob der native Vermögenswert eines Systems entsprechend seinem programmierten Nutzen verwendet werden kann. Bei Dezentralisierung geht es darum, ob eine Person, ein Unternehmen oder eine Gruppe operative, wirtschaftliche oder abstimmungsbezogene Kontrolle ausübt. Für beide Einschätzungen zählen die jeweiligen Umstände.

Hintergrund zur Einordnung von Governance Token
Die FAQ baut auf der Auslegung der SEC vom 17. März 2026 auf, der sich die CFTC angeschlossen hatte. Dieser Rahmen führte eine Token-Taxonomie ein und erläuterte, wie ein Krypto-Asset, das kein Wertpapier ist, einem Investmentvertrag unterliegen oder diesen Status wieder verlieren kann. Die SEC stellte den Ansatz in ihrer Mitteilung vom März vor.
Die Ergänzung vom November ist auf die Diskussion über digitale Rohstoffe in Abschnitt III dieser Auslegung begrenzt. Laut SEC gilt sie nicht für gruppenbezogene Definitionen oder Bestimmungen im Securities Act und im Exchange Act. Dazu zählt auch die Definition einer Börse im Exchange Act. Die FAQ ändert daher nicht allgemein, wie jede Rechtsfrage zu Gruppen nach dem Wertpapierrecht beurteilt wird.
Uniswap ist ein naheliegendes Beispiel, weil Inhaber von UNI über Protokollfragen abstimmen. Die Uniswap-Dokumentation nennt Parameter für Protokollgebühren, Zuweisungen aus der Treasury und mögliches Minting als Themen der On-Chain-Governance. Diese Abstimmungsrechte legen den regulatorischen Status von UNI aber nicht allein fest.
Die Hinweise stammen von SEC-Mitarbeitern. Sie sind weder ein neues Gesetz noch eine bindende Regel oder eine Einzelfallentscheidung zu UNI.

Was die SEC-FAQ offenlässt
Die neuen Hinweise betreffen die Frage, ob Governance-Teilnehmer in der Diskussion der SEC zu digitalen Rohstoffen als zentrale Partei gelten könnten. Sie erklären Governance Token nicht automatisch zu digitalen Rohstoffen und entscheiden auch nicht, ob ein bestimmter Token ein Wertpapier ist. Für die Prüfung können laut FAQ etwa Verbindungen zwischen Beteiligten, Absprachen, die Verteilung von Befugnissen und die Kontrollmöglichkeiten einer zentralen Partei relevant sein.
Ein System kann funktionsfähig sein, ohne dezentralisiert zu sein. Die SEC trennt die beiden Begriffe ausdrücklich. Die Art, wie Entscheidungen getroffen werden, fließt in die Analyse ein, aber die FAQ sagt nicht, dass ein einzelnes Merkmal das Ergebnis bestimmt.
Die Klarstellung könnte eine bestimmte regulatorische Sorge für Parteien verringern, die qualifizierende Token prüfen. Das ist jedoch keine Entscheidung der SEC über einen konkreten Token. Die FAQ besagt auch nicht, dass Börsen oder andere Institutionen ihre Behandlung von Governance Token ändern werden. Sie ist enger gefasst als eine pauschale Ausnahme und enthält keine Einstufung von UNI.

Worauf es bei Governance Token weiter ankommt
Für die von der SEC beschriebenen Faktoren ist unter anderem relevant, wer Netzwerkregeln ändern kann, wie Abstimmungsrechte verteilt sind und ob eine Person oder Gruppe Entscheidungen überstimmen kann. Da die Behörde eine Prüfung anhand der konkreten Umstände vorsieht, beantwortet die Bezeichnung „Governance Token“ die Frage nicht.
Der Rahmen vom März beschreibt zudem, wie ein Krypto-Asset, das kein Wertpapier ist, einem Investmentvertrag unterliegen oder diesen Status wieder verlieren kann. Die FAQ vom November ergänzt diesen Rahmen. Sie begründet keine dauerhafte Einstufung allein dadurch, dass ein Token Abstimmungen ermöglicht.
Die Aktualisierung vom 2. November bietet Hinweise von SEC-Mitarbeitern zu einer begrenzten Frage. Sie bestimmt nicht den rechtlichen Status eines Tokens.
Häufige Fragen
Werden Governance Token automatisch als digitale Rohstoffe eingestuft?
Nein. Die FAQ beschreibt, wie SEC-Mitarbeiter breite Governance und zentrale Kontrolle beurteilen können. Sie stuft weder UNI noch einen anderen Token ein. Maßgeblich sind die konkreten Umstände des jeweiligen Projekts.
Was versteht die SEC unter breiter Governance?
Gemeint ist ein transparenter, regelbasierter Prozess mit einer großen und vielfältigen Gruppe von Beteiligten. Befugnisse dürfen nicht durch Verbindungen zwischen Beteiligten oder Delegation konzentriert sein. Nicht verbundene Teilnehmer ohne eine gesonderte Vereinbarung oder Übereinkunft, über die Governance hinaus gemeinsam zu handeln, bilden allein durch ihre Mitwirkung an der Governance im Allgemeinen keine zentrale Partei.
Ist die SEC-Orientierung rechtlich bindend?
Nein. Die Aktualisierung vom 2. November 2026 ist eine FAQ mit Hinweisen von SEC-Mitarbeitern, keine neue gesetzliche Regel oder bindende Entscheidung. Sie beschränkt sich auf die Diskussion über digitale Rohstoffe in der SEC-Auslegung und ändert keine anderen Definitionen des Wertpapierrechts.
Quellen
- Frequently Asked Questions on the Application of the Federal Securities Laws to Certain Types of Crypto Assets and Certain Transactions Involving Crypto Assets (www.sec.gov)
- SEC Just Made Regulation Easier For Governance Tokens Like Uniswap (BeInCrypto)
- UNI Token | Uniswap Developers (developers.uniswap.org)
Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Kryptowährungen sind sehr volatil, recherchieren Sie daher immer selbst, bevor Sie investieren.

