Keine Altseason im Jahr 2026? Analysten sagen, Liquidität wird Blue-Chip-Kryptos bevorzugen

Jane Omada Apeh
By
Jane Omada Apeh
Omada is a dedicated crypto journalist with a passion for making the fast-paced world of digital assets understandable and engaging. With years of experience covering cryptocurrency...
9 Min Read

Dieser Artikel wurde erstmals von The Bit Journal veröffentlicht.

Der prognostizierte Krypto-Ausblick für 2026 legt laut Branchenquellen und aktuellen Marktanalysen nahe, dass der traditionelle starke Massenanstieg kleinerer Kryptowährungen, allgemein als Altseason bezeichnet, im kommenden Jahr eher nicht stattfinden wird.

Bekannte Marktbeobachter wie der Chefanalyst von CoinEx Research, Jeff Ko, gehen davon aus, dass Liquidität verstärkt in Blue-Chip-Assets wie Bitcoin und Ethereum fließen wird, während viele kleinere Altcoins zurückbleiben.

Damit stellt sich die Frage, wie Investoren und Trader ihr Kapital im Verlauf von 2026 neu ausrichten und wie sich das Spannungsverhältnis zwischen Liquidität und Kapitalflüssen im Kryptomarkt im nächsten Jahr entwickeln könnte.

Liquidität bevorzugt Blue-Chip-Kryptos im Jahr 2026

In einem Interview mit Branchenquellen äußerte Jeff Ko von CoinEx Research eine klare Einschätzung zum Altseason-Ausblick für 2026. Seiner Meinung nach sollte der Markt keine klassische Altseason erwarten, bei der fast jeder Altcoin durch einen allgemeinen Aufwärtstrend mitgezogen wird.
Stattdessen rechnet Ko damit, dass Kapital gezielt in die etabliertesten Kryptowährungen mit realer Nutzung und ausreichender Liquidität fließen wird.

Privatanleger, die erwarten, dass eine steigende Flut alle Boote hebt, werden enttäuscht sein, sagte Ko. Er betonte, dass im nächsten Marktzyklus nur sogenannte Blue-Chip-Überlebende nennenswerte Liquidität anziehen könnten und verwies dabei auf moderate globale Liquiditätsrückenwinde im Jahr 2026.

Wir erwarten keine traditionelle Altseason. Stattdessen wird die Liquidität äußerst selektiv sein und nur in Blue-Chip-Überlebende mit realer Adoption fließen.

Ähnliche Beobachtungen wie die von Ko decken sich mit der allgemeinen Marktentwicklung. Bitcoin und große Kryptowährungen wie Ethereum haben ihre Dominanz bei Marktkapitalisierung und Kapitalflüssen beibehalten.
Der Fokus liegt zunehmend auf Qualität und der Konzentration von Liquidität statt auf kurzfristigen Kursanstiegen bei mittelgroßen und kleinen Projekten.

Unterschiedliche Sichtweisen zur Altseason-Dynamik

Während Einschätzungen wie die von Jeff Ko nahelegen, dass eine Altseason im Jahr 2026 voraussichtlich ausbleiben wird, vertreten andere Marktteilnehmer alternative Ansichten.

Einige Quellen sind der Meinung, dass eine Rotation in Altcoins weiterhin stattfindet, jedoch in einem anderen Kontext als in früheren Marktzyklen. So wird argumentiert, dass bestimmte Bereiche wie dezentrale Finanzen, tokenisierte Vermögenswerte oder innovationsgetriebene Projekte auch dann gut abschneiden könnten, wenn der breite Altcoin-Markt stagniert.

In Kommentaren und Analysen von Krypto-Autoren und Marktanalysten gibt es zudem Stimmen, die sagen, dass eine Altseason gewissermaßen immer irgendwo stattfindet. Dabei wird betont, dass einzelne Token oder Kategorien positive Kursbewegungen zeigen können, selbst wenn sich der Großteil der Altcoins nicht gemeinsam bewegt.

Diese Sichtweise deutet darauf hin, dass es trotz des Fehlens einer klaren Altseason weiterhin Wachstumschancen für Investoren in bestimmten Marktsegmenten geben könnte.

Die unterschiedlichen Interpretationen zeigen, dass sich das Konzept der Altseason verändern könnte. Marktbeobachter könnten künftig eine Phase segmentierter Rallyes oder themengetriebener Kursanstiege erleben, die das frühere Modell eines gleichzeitigen Aufschwungs aller Altcoins ablösen.

Weitere Einschätzungen von Analysten

Auf der anderen Seite geht der erfahrene Trader Peter Brandt davon aus, dass Bitcoin auf den längsten Bärenmarkt seiner Geschichte zusteuern könnte. Seiner Ansicht nach dürfte sich der Kurs über Monate hinweg in einer Seitwärtsbewegung bewegen, bevor es wieder nach oben geht.

Der aktuelle Marktzyklus von Bitcoin ist noch nicht abgeschlossen, doch historische Muster deuten laut Brandt darauf hin, dass vor dem nächsten Bullenmarkt eine starke Korrektur stattfinden könnte. Auf die Frage nach dem möglichen Tiefpunkt dieses Zyklus antwortete er:

Ich rechne damit, dass das nächste Hoch des Bullenmarktes im September 2029 erreicht wird.

Diese Einschätzung passt zur Vierjahreszyklustheorie, nach der Bitcoin seinen Höchststand in der Regel etwa ein Jahr nach einem Halving erreicht. Das nächste Bitcoin-Halving wird voraussichtlich um April 2028 stattfinden.

Sollte sich Bitcoin jedoch wie in der Vergangenheit verhalten, könnte der Kurs dennoch um 80 Prozent fallen. Ein solcher Einbruch würde den Preis unter 25.000 US-Dollar drücken, bevor ein neues Hoch erreicht wird.

Brandt wies darauf hin, dass es in den vergangenen 15 Jahren fünf große parabolische Aufwärtsbewegungen von Bitcoin auf logarithmischer Basis gegeben habe. Die anschließenden Rückgänge nach jeder dieser Rallyes lagen jeweils bei über 80 Prozent, was seine kritische Haltung untermauert.

Alternativ erklärte auch der Makro-Investmentdienst Milk Road, dass die aktuellen Marktdynamiken in der Regel darauf hindeuten, dass überschüssiges Risiko und schwache Positionierungen weitgehend aus dem Markt gespült wurden.

Für 2026 bedeutet das nicht automatisch steigende Kurse. Historisch gesehen bieten Zyklen, die mit einem starken Reset enden, jedoch bessere Voraussetzungen für den Aufbau neuer Stärke.

Aktuelle Analysen zeigen, dass die Dominanz von Bitcoin trotz schwankender Preise relativ hoch bleibt. Diese anhaltende Dominanz deutet darauf hin, dass Investoren verstärkt nach wahrgenommener Sicherheit und tiefer Liquidität bei den größten Krypto-Assets suchen, anstatt Kapital auf zahlreiche kleinere Token zu verteilen.

Gleichzeitig legen Daten verschiedener Marktbeobachter nahe, dass die Zuflüsse in Altcoins im Jahr 2025 nie mit den Kapitalströmen in Bitcoin und Ethereum mithalten konnten.
Historische Trends zeigen zwar, dass Altseason-Zyklen mit einer starken Kapitalrotation aus großen Assets in alternative Projekte einhergehen. Dieser Effekt war zuletzt jedoch weniger ausgeprägt, da die gesamte Marktkapitalisierung der Altcoins hinter der Entwicklung von Bitcoin zurückblieb.

Plattformen zur Analyse von Börsenzuflüssen meldeten zudem, dass es Ende 2025 keine nennenswerten Akkumulationsspitzen oder Ausbruchszuflüsse bei Altcoins gab.
Dieses Verhalten stützt die Annahme einer Marktstruktur, in der sich Kapital auf etablierte Vermögenswerte konzentriert, anstatt sich auf spekulativere Altcoins mit geringerer Liquidität und Nutzung zu verteilen.

Fazit

Der Ausblick auf eine mögliche Altseason im Jahr 2026 zeigt einen veränderten Markt, in dem die Bevorzugung von Liquidität bei Blue-Chip-Kryptos im Vordergrund steht und nicht eine breit angelegte spekulative Euphorie bei Altcoins.

Während eine klassische Krypto-Altseason unwahrscheinlich erscheint, deuten alternative Sichtweisen darauf hin, dass sich der Markt stärker segmentieren oder in einzelnen Bereichen narrativegetriebene Kursanstiege erleben könnte.

Letztlich werden Kapitalverhalten, Marktdominanzmuster und strukturelle Faktoren wie institutionelle Zuflüsse weiterhin bestimmen, wie sich der gesamte Kryptomarkt im Verlauf von 2026 entwickelt.

Glossar

Altseason: Eine Phase im Kryptowährungsmarkt, in der Altcoins, also Kryptowährungen außerhalb von Bitcoin, deutlich an Preis und Marktkapitalisierung gewinnen.

Marktdominanz: Der Anteil der gesamten Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen, der auf ein bestimmtes Asset wie Bitcoin entfällt.

Liquidität: Die Leichtigkeit, mit der ein Vermögenswert gekauft oder verkauft werden kann, ohne den Preis stark zu beeinflussen.

Blue-Chip-Kryptos: Führende Kryptowährungen mit hoher Marktkapitalisierung, großer Nutzerbasis und im Vergleich zu kleineren Projekten geringerem Risiko.

Altcoin-Season-Index: Ein technisches Analyseinstrument, das die Performance von Altcoins im Vergleich zu Bitcoin misst und Hinweise auf mögliche Altseason-Phasen liefert.

Häufig gestellte Fragen zum Ausblick auf die Krypto-Altseason

Was bedeutet der Ausblick auf die Krypto-Altseason?

Er beschreibt Markterwartungen und Einschätzungen dazu, ob es im Jahr 2026 zu einer breiten Rallye bei Altcoins kommen könnte. Dabei werden historische Trends, Liquiditätsflüsse und Marktdominanzmuster berücksichtigt.

Warum glauben einige Analysten, dass es 2026 keine Altseason geben wird?

Analysten gehen davon aus, dass Kapital hauptsächlich in Blue-Chip-Assets wie Bitcoin und Ethereum fließen wird. Dies könnte starke Kursanstiege bei Altcoins begrenzen, insbesondere aufgrund konzentrierter Liquidität, ETF-Zuflüssen und makroökonomischer Trends.

Sind dennoch Altcoin-Rallyes außerhalb einer Altseason möglich?

Einige Marktanalysten glauben, dass bestimmte Sektoren oder einzelne Token unabhängig von einer breiten Altcoin-Rallye besser abschneiden könnten.

Beeinflusst die Bitcoin-Dominanz die Wahrscheinlichkeit einer Altseason?

Historisch gesehen korreliert eine geringere Bitcoin-Dominanz positiv mit Altseason-Phasen. Aktuelle Daten zeigen jedoch eine weiterhin hohe Dominanz von Bitcoin, was einen Ausbruch bei Altcoins verzögern oder dämpfen könnte.

Quellen

TradingView
Cointelegraph
HTX
CryptoManiaks
MEXC

 

Share This Article
Follow:
Omada is a dedicated crypto journalist with a passion for making the fast-paced world of digital assets understandable and engaging. With years of experience covering cryptocurrency and blockchain innovation, she offers readers more than just the headlines. She provides context, clarity, and depth. Her work spans everything from market trends and regulatory updates to emerging technologies and real-world use cases that are shaping the future of finance. Omada strives to bridge the gap between complex crypto concepts and everyday readers, ensuring that both seasoned investors and curious newcomers can find value in her insights. Her mission is simply to inform, inspire, and keep her audience one step ahead in the ever-evolving crypto universe.
Keine Kommentare