NanoBit Betrugsfall endet mit SEC Sieg und Zahlungsanordnung über 5,4 Mio. US-Dollar

Areeba Rashid
8 Min Read

Der NanoBit Betrugsfall endete mit einem Sieg der SEC, nachdem ein Gericht in New York ein endgültiges Urteil gegen vier Unternehmen und zwei Personen erlassen hatte. Alle Beklagten standen im Zusammenhang mit der Krypto-Plattform NanoBit.

Der Fall betraf Vorwürfe, dass Investoren über soziale Medien und WhatsApp-Gruppen auf eine gefälschte Handelsplattform gedrängt wurden. Laut SEC sollen die Betreiber Vertrauen aufgebaut und Anleger dann zur Einzahlung von Geldern bewegt haben.

Das US District Court for the Eastern District of New York erließ das endgültige Urteil am 16. Juni. Die SEC gab das Ergebnis am Montag bekannt. Das Urteil kam fast zwei Jahre nach den Vorwürfen gegen NanoBit.

NanoBit Betrugsfall zeigt falsche Finanzprofis

Das Gericht stellte fest, dass die Beklagten gegen US-Wertpapiergesetze verstoßen hatten. Es erließ auch dauerhafte Unterlassungsverfügungen. Diese Anordnungen verbieten den Beklagten, sich an der Ausgabe, dem Kauf oder dem Verkauf von Wertpapieren zu beteiligen.

Die SEC sagte, NanoBit-Betreiber hätten sich in WhatsApp-Gruppen als Finanzfachleute ausgegeben. Sie sollen diese Gruppen genutzt haben, um Vertrauen zu gewinnen. Danach seien Investoren zur Einzahlung auf die Plattform gedrängt worden.

Nach Angaben der Behörde wurden die Gelder nicht für echten Handel verwendet. Stattdessen seien sie an Teilnehmer des Systems weitergeleitet worden.

Mindestens 18 Investoren betroffen

Die SEC erklärte, dass mindestens 18 Investoren betroffen waren. Der NanoBit Betrugsfall zeigt, wie Online-Investmentbetrug von sozialen Medien in private Gruppenchats übergehen kann.

Er zeigt auch, wie gefälschte Plattformen seriös wirken können. Dazu können Gewinnanzeigen, falsche Registrierungsangaben und professionell wirkende Gruppen gehören.

Gericht ordnet Zahlungen von 5,4 Mio. US-Dollar an

Das Gericht ordnete Strafen, Rückzahlungen und Zinsen gegen die Beklagten an. NanoBit wurde zu einer zivilrechtlichen Strafe von 1,18 Mio. US-Dollar verurteilt.

Das Unternehmen muss außerdem mehr als 532.000 US-Dollar an unrechtmäßig erlangten Gewinnen zurückzahlen. Zusätzlich wurden fast 81.200 US-Dollar an Zinsen vor dem Urteil angeordnet.

Damit beläuft sich die Zahlung von NanoBit auf fast 1,8 Mio. US-Dollar. Die verbundenen Unternehmen Radiant Horizons, Sweet Karma und Zhao Deli müssen jeweils 1,18 Mio. US-Dollar zahlen.

Jiajie Liu, der als einer der Hauptorganisatoren beschrieben wurde, wurde zu rund 120.000 US-Dollar an Strafen, Rückzahlungen und Zinsen verurteilt.

SEC sagt, Anleger wurden online angeworben

In ihrer Klage vom September 2024 erklärte die SEC, dass Investoren zuerst über soziale Medien kontaktiert wurden. Instagram gehörte zu den Plattformen, die in der Klage genannt wurden.

Danach sollen die Investoren in WhatsApp-Gruppen aufgenommen worden sein. Dort hätten sich die Betreiber als Finanzexperten dargestellt. Das Ziel sei gewesen, Vertrauen aufzubauen und Anleger später zu NanoBit zu lenken.

Der NanoBit Betrugsfall konzentrierte sich stark auf diese Gruppenchats. Die SEC sagte, solche privaten Kanäle könnten Anleger unter Druck setzen und Zweifel anderer Teilnehmer ausblenden.

Gefälschtes Dashboard zeigte angebliche Gewinne

Die SEC behauptete, dass Investoren ein Dashboard mit steigenden Renditen sahen. Diese Anzeige soll den Eindruck erweckt haben, dass ihre Investitionen wuchsen.

Die Behörde sagte jedoch, dass auf der NanoBit-Plattform keine echten Transaktionen stattfanden. Die angezeigten Gewinne seien Teil der Täuschung gewesen.

Die Klage sagte auch, NanoBit habe gefälschte Initial Coin Offerings beworben. Diese Angebote sollen hohe Renditen versprochen haben. Laut SEC wurden solche Aussagen genutzt, um weitere Gelder einzusammeln.

Falsche Broker Angaben stärkten den Eindruck

NanoBit soll außerdem behauptet haben, dass NanobitUS Securities ein bei der SEC registrierter Broker sei. Die Aufsichtsbehörde erklärte, diese Behauptung sei falsch.

Solche Angaben können eine Plattform für Anleger glaubwürdiger erscheinen lassen. Deshalb fordert die SEC Investoren regelmäßig auf, Firmen und Personen vor einer Überweisung zu prüfen.

Der NanoBit Betrugsfall zeigt, warum solche Prüfungen wichtig sind. Eine behauptete Registrierung sollte nie ungeprüft bleiben.

Gelder sollen nach Hongkong geflossen sein

Die SEC sagte, dass Investorengelder nicht auf der Plattform für Handel blieben. Stattdessen seien sie an Beteiligte des Systems gegangen.

Nach Angaben der Behörde wurden mehr als 2 Mio. US-Dollar auf Bankkonten in Hongkong überwiesen. Zusätzlich seien Krypto-Vermögenswerte im Wert von Hunderttausenden US-Dollar veruntreut worden.

Investoren, die Auszahlungen verlangten, seien laut SEC hingehalten worden. Einige mussten angeblich hohe Gebühren zahlen. Andere wurden aus WhatsApp-Gruppen entfernt, nachdem sie NanoBit infrage gestellt hatten.

Fall passt zu weiteren SEC Maßnahmen

Der NanoBit Betrugsfall gehört zu einer Reihe weiterer SEC-Maßnahmen gegen Krypto-Betrug. Die Behörde hatte NanoBit und CoinW6 bereits in ihrer Durchsetzungsübersicht für 2024 genannt.

Im Mai erhob die SEC auch Anklage gegen den in Texas ansässigen Nathan Fuller. Dabei ging es um ein mutmaßliches KI-Krypto-Arbitrage-System im Wert von 12,3 Mio. US-Dollar.

Im April ging die SEC zudem gegen Donald Basile und zwei von ihm kontrollierte Unternehmen vor. Der Fall betraf rund 16 Mio. US-Dollar, die durch falsche Aussagen zu Bitcoin Latinum eingesammelt worden sein sollen.

Fazit

Der NanoBit Betrugsfall endete mit dauerhaften Unterlassungsverfügungen und Zahlungen von rund 5,4 Mio. US-Dollar. Das Urteil gibt der SEC einen weiteren Erfolg in einem Krypto-Betrugsverfahren.

Für Investoren zeigt der Fall klare Warnsignale. Gefälschte Dashboards, falsche Broker-Angaben und Druck in privaten Gruppen können auf Betrug hinweisen.

Anleger sollten Plattformen prüfen, bevor sie Geld oder Kryptowährungen senden.

Anhang: Glossar wichtiger Begriffe

NanoBit Betrugsfall: SEC-Fall gegen NanoBit wegen einer angeblich gefälschten Krypto-Investmentplattform.

SEC: US-Aufsichtsbehörde, die Wertpapiergesetze und Anlegerschutz durchsetzt.

Disgorgement: Rückzahlung von Geldern, die durch mutmaßlich illegale Aktivitäten erzielt wurden.

Zinsen vor dem Urteil: Zinsen, die auf geschuldete Beträge vor einem endgültigen Gerichtsurteil berechnet werden.

Dauerhafte Unterlassungsverfügung: Gerichtsanordnung, die bestimmte künftige Handlungen verbietet.

Gefälschte Handelsplattform: Plattform, die echten Handel vortäuscht, aber keine realen Transaktionen ausführt.

WhatsApp Investment Scam: Betrugsmethode, bei der private Chatgruppen genutzt werden, um Vertrauen aufzubauen und Investitionen zu fordern.

Häufig gestellte Fragen zum NanoBit Betrugsfall

1. Was ist der NanoBit Betrugsfall?

Es ist ein SEC-Fall gegen NanoBit Limited, verbundene Firmen und Personen wegen einer angeblich gefälschten Krypto-Investment Plattform.

2. Wie viel müssen die Beklagten zahlen?

Das Gericht ordnete Strafen, Rückzahlungen und Zinsen von insgesamt rund 5,4 Mio. US-Dollar an.

3. Wie soll das mutmaßliche System funktioniert haben?

Die SEC sagte, Investoren seien über soziale Medien angeworben, in WhatsApp-Gruppen geführt und mit falschen Renditen zur Einzahlung gedrängt worden.

4. Warum ist der Fall für Krypto-Investoren wichtig?

Er zeigt Risiken durch gefälschte Plattformen, falsche Broker-Angaben und Investmentangebote in privaten Gruppen.

Referenzen

CoinTelegraph

Crypto/News

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