Perpetual Futures Funding Rate: So funktionieren Zahlungen

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Funding-Zahlungen gehören zum Mechanismus von Perpetual-Futures-Kontrakten.

Zuletzt aktualisiert: 06.11.2026

Die Perpetual Futures Funding Rate beschreibt regelmäßige Zahlungen zwischen Long- und Short-Positionen. Sie soll dazu beitragen, dass ein Kontrakt ohne festes Ablaufdatum nahe am Spotmarktpreis bleibt. Stand 6. November 2026 hängen Berechnung, Zahlungsintervall und Abwicklung von Börse und Kontrakt ab.

Bei positivem Funding zahlen Inhaber von Long-Positionen üblicherweise an die Short-Seite. Bei negativem Funding ist es meist umgekehrt. Die Rate ist jedoch keine Rendite auf die Position: Marktbewegungen können weiterhin zu Verlusten führen.

Wie Funding bei Perpetual Futures funktioniert

Ein Perpetual-Futures-Kontrakt ermöglicht ein Long- oder Short-Engagement ohne festes Verfallsdatum. Anders als bei Futures mit Laufzeit braucht es deshalb einen Mechanismus, der einer zu großen Abweichung des Kontraktpreises vom zugrunde liegenden Spot-Index entgegenwirken soll. Binance beschreibt Funding als regelmäßige Übertragung zwischen Long- und Short-Positionen, die den Perpetual-Kontrakt nahe am Index halten soll.

Das Vorzeichen der Funding Rate gibt die übliche Zahlungsrichtung an. Ist die Rate positiv, zahlen Long-Positionen an Short-Positionen. Ist sie negativ, zahlen Shorts an Longs. Börsen legen die konkreten Regeln selbst fest, und die Rate kann sich ändern.

Laut der Funding-FAQ von Binance vom 6. März 2026 basiert der Premium-Index auf den Preisen der sogenannten Impact-Bids und Impact-Asks im Verhältnis zu einem Preisindex. Damit können Orderbuchpreise in die Berechnung einfließen, nicht nur der zuletzt gehandelte Preis. Binance hatte zudem eine Formeländerung angekündigt, die am 18. September 2025 in Kraft trat. Als Standardzinssatz nannte die Börse 0,03 Prozent pro Tag beziehungsweise 0,01 Prozent je Acht-Stunden-Intervall. Diese Angaben gelten für Binance und sind keine allgemeinen Branchenwerte.

Vertragshülle vor Servern als Bild für die Berechnungsregeln beim Funding
Die Funding-Berechnung nutzt je nach Kontrakt unterschiedliche Eingabewerte.

Funding Rate berechnen: So entsteht die Gebühr

  1. Positionswert ermitteln. Maßgeblich ist die im Kontrakt festgelegte Bewertungsmethode. Eine Börse kann etwa den Mark-Preis nutzen. Der angezeigte Marktpreis allein reicht dann möglicherweise nicht.
  2. Rate und Vorzeichen prüfen. Bei einer positiven Funding Rate zahlen üblicherweise die Longs, bei einer negativen Rate die Shorts. Die Angaben für das jeweilige Handelspaar stehen in den Kontraktdetails oder im Funding-Bereich der Plattform.
  3. Wert mit Rate multiplizieren. Die Grundformel lautet: Funding-Gebühr = Positionswert × Funding Rate. Bybit nennt diese Formel in seinem Leitfaden, der zuletzt am 12. Mai 2026 aktualisiert wurde. Als Beispiel führt die Plattform eine Long-Position mit zehn Kontrakten und einem Mark-Preis von 8.000 USDT an. Bei einer Rate von 0,01 Prozent beträgt die Gebühr laut Bybit 8 US-Dollar.
  4. Abrechnungszeit beachten. Laut Binance liegt das Standardintervall bei acht Stunden, jeweils um 00:00, 08:00 und 16:00 UTC. Der konkrete Zeitplan richtet sich nach den Kontraktspezifikationen. In der Regel muss eine Position zum Abrechnungszeitpunkt offen sein, damit Funding anfällt. Andere Plattformen können andere Intervalle festlegen.

Ein Rechenbeispiel mit einem Positionswert von 10.000 US-Dollar und einer Funding Rate von 0,01 Prozent ergibt eine Zahlung von 1 US-Dollar. Das ist eine reine Rechenillustration, keine aktuelle Rate oder Prognose. Der tatsächliche Betrag kann abweichen, wenn die Plattform eine andere Bewertungsmethode, Rate-Präzision oder Abwicklung verwendet.

Präzisionswaage mit zwei Metallgewichten als Symbol für Zahlungen zwischen Positionen
Das Vorzeichen der Funding Rate bestimmt üblicherweise die zahlende Seite.

Warum die Regeln für Perpetual Futures je nach Börse variieren

Funding Rates bei Perpetual Futures beschreiben einen allgemeinen Mechanismus, aber keinen einheitlichen Zeitplan für alle Anbieter. Prüfe die Kontraktdetails auf Intervall, Ratenlimits, Bewertungsmethode und Abwicklung. Auch Produktstruktur und Zugang können sich je nach Plattform und Rechtsraum unterscheiden.

MerkmalÜbliche ErklärungBeispiel einer Plattform
ZahlungsrichtungPositive Rate: Longs zahlen Shorts. Negative Rate: Shorts zahlen Longs.Binance beschreibt diese Richtung in seiner Funding-FAQ.
GebührenformelPositionswert multipliziert mit der Funding Rate.Bybit nennt diese Grundformel in seinem Leitfaden zur Funding-Gebühr.
ZeitpunktDer Kontrakt legt das Intervall fest. Eine offene Position zum Abrechnungszeitpunkt kann entscheidend sein.Binance nennt acht Stunden als Standard, andere Kontrakte können abweichen.
VerarbeitungBerechnung und Buchung müssen nicht gleich häufig stattfinden.Coinbase zufolge wird Funding für seine US-Perpetual-Style-Futures stündlich berechnet. Belastungen und Gutschriften werden in Margin-Läufen der Clearingstelle zweimal täglich verarbeitet.

Bybit zufolge unterscheiden sich die Intervalle je nach Handelspaar. Erreicht ein Kontrakt ein vorgegebenes Ratenlimit, kann die Plattform laut ihrem Leitfaden auf eine stündliche Abrechnung umstellen. Coinbase trennt die stündliche Berechnung von der zweimal täglichen Verarbeitung. Diese Beispiele zeigen, warum sich die Regeln eines Anbieters nicht ungeprüft auf eine andere Börse übertragen lassen.

Verschlossener Geräteschrank als Symbol für Plattform- und Verwahrungsrisiken
Funding ist nur ein Teil der Risiken beim Handel mit Derivaten.

Häufige Fehler und Risiken bei Funding-Gebühren

  • Die Rate als feststehend ansehen. Funding ändert sich. Eine aktuell angezeigte Rate sagt nicht aus, wie hoch die Zahlung bei einer späteren Abrechnung sein wird.
  • Funding mit Handelsgewinn verwechseln. Eine erhaltene Zahlung verhindert keine Verluste durch eine ungünstige Preisbewegung. Hebel können Verluste verstärken. Es ist möglich, einen Teil oder das gesamte für eine Position eingesetzte Kapital zu verlieren.
  • Auswirkungen auf die Margin übersehen. Bybit zufolge kann eine Funding-Gebühr bei zu geringem verfügbarem Guthaben von der anfänglichen Positionsmargin abgezogen werden. Im Isolated-Margin-Modus kann dadurch der Liquidationspreis näher an den Mark-Preis rücken und das Liquidationsrisiko steigen.
  • Bei jeder Plattform dieselbe Formel erwarten. Intervalle, Limits, Preisgrundlagen und Abwicklungsregeln können abweichen. Dazu zählt auch die Methode zur Ermittlung des Mark-Preises.
  • Plattform- und Marktrisiken ausblenden. Derivate sind mit Volatilitäts- und Liquidationsrisiken verbunden. Hinzu kommen Börsen-, Verwahrungs-, Smart-Contract-, Regulierungs- und Betrugsrisiken. Funding schützt nicht davor.

Funding kann die Kosten einer offenen Position beeinflussen, ist aber nur ein Aspekt eines Perpetual-Kontrakts. Auch die Produktregeln und der rechtliche Zugang unterscheiden sich je nach Land.

Häufige Fragen

Was bedeutet eine positive Perpetual Futures Funding Rate?

Üblicherweise zahlen bei einer positiven Rate die Inhaber von Long-Positionen an die Short-Seite. Höhe und Berechnung können sich ändern; maßgeblich sind die Regeln des jeweiligen Kontrakts.

Wie oft wird die Funding Rate bei Perpetual Futures gezahlt?

Es gibt keinen einheitlichen Zeitplan. Binance nennt ein Standardintervall von acht Stunden, während Bybit zufolge die Intervalle je nach Handelspaar variieren. Die aktuelle Kontraktspezifikation gibt Auskunft über den Zeitplan und mögliche Änderungen durch Ratenlimits.

Kann ich Funding erhalten und trotzdem Geld verlieren?

Ja. Eine Funding-Gutschrift gleicht eine ungünstige Preisbewegung nicht automatisch aus. Hebel, Margin-Abzüge und Liquidation können Verluste verursachen. Börsen- und Kontraktrisiken bleiben auch dann bestehen, wenn eine Position Funding erhält.

Quellen

Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Kryptowährungen sind sehr volatil, recherchieren Sie daher immer selbst, bevor Sie investieren.

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