Dieser Artikel wurde erstmals in The Bit Journal veröffentlicht:
Wird der von der FDIC veröffentlichte vorgeschlagene GENIUS-Act-Rahmen Banken endlich in die Lage versetzen, mit krypto-nativen Stablecoin-Emittenten zu konkurrieren? Lesen Sie weiter und erfahren Sie mehr.
Die US-amerikanische Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) hat einen GENIUS-Act-Rahmen vorgeschlagen, der es Banken ermöglichen soll, Anträge zur Ausgabe von Zahlungs-Stablecoins zu stellen. Dieser Schritt stellt einen wegweisenden regulatorischen Meilenstein bei der Umsetzung des GENIUS Act dar, der Anfang dieses Jahres von Präsident Donald Trump unterzeichnet wurde.
Laut einer Erklärung der FDIC hat der Verwaltungsrat der Behörde den vorgeschlagenen GENIUS-Act-Rahmen genehmigt, der den Weg für ein Antragsverfahren ebnet. Dieses würde es Instituten erlauben, Zahlungs-Stablecoins über eine Tochtergesellschaft auszugeben. Die Behörde bittet nun die Öffentlichkeit um Stellungnahmen zu dem Regelungsvorschlag.
Unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaften sollen monatliche Prüfungen durchführen
In der Mitteilung heißt es, dass von der FDIC beaufsichtigte Banken einen formellen Antrag stellen müssen, in dem sie darlegen, wie ihre Zahlungs-Stablecoins funktionieren sollen. Die Aufsichtsbehörde ergänzte, dass sie vor einer Genehmigung zentrale Aspekte wie Solidität, Sicherheit, Governance und Risikokontrollen prüfen werde.
Die FDIC hat ein Modell vorgeschlagen, das auf dem kürzlich verabschiedeten GENIUS Act basiert, der einen bundesweiten Rahmen für die Regulierung der Ausgabe von Zahlungs-Stablecoins schafft. Der vorgeschlagene GENIUS-Act-Rahmen verlangt, dass Stablecoins vollständig durch Fiatwährungen oder gleichwertige liquide Vermögenswerte gedeckt sind. Dennoch bleiben einige Experten skeptisch und mahnen zur Vorsicht, da sie der Ansicht sind, der GENIUS Act biete nicht ausreichend Schutzmechanismen.
Um Vertrauen und regulatorische Aufsicht zu stärken, schreibt der vorgeschlagene GENIUS-Act-Rahmen vor, dass Emittenten von Zahlungs-Stablecoins unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaften beauftragen müssen, die monatliche Prüfungen der Reservebestände durchführen. Zudem sind die Tochtergesellschaften der Banken verpflichtet, klar zu erläutern, wie Nutzer ihre Token zeitnah in US-Dollar einlösen können, einschließlich Gebührenstrukturen und einer vorherigen Ankündigung etwaiger Änderungen der Einlösebedingungen.
Strenge Regeln mit klaren Vorgaben
Der GENIUS-Act-Rahmen sieht außerdem strenge Regeln und Leitlinien vor, um eine regulatorische Verwässerung zu verhindern. Die FDIC hätte nach Eingang eines formellen Antrags 30 Tage Zeit, um zu entscheiden, ob die Antragsteller die Anforderungen erfüllt haben. Anschließend verfügt die Behörde über bis zu 120 Tage, um einen Antrag zu genehmigen oder abzulehnen.
Weiter heißt es in der Mitteilung, dass ein Antrag als genehmigt gilt, falls die Behörde innerhalb dieser Fristen nicht tätig wird. Ablehnungen sollen ausschließlich aus Gründen der Sicherheit und Solidität erfolgen. Darüber hinaus ist ein Berufungsverfahren für Antragsteller vorgesehen, die mit einer ersten Entscheidung nicht einverstanden sind.
Fazit
Der vorgeschlagene GENIUS-Act-Rahmen macht deutlich, dass die Bundesbehörden die Ausgabe von Zahlungs-Stablecoins nicht allein nicht-banklichen Fintech-Unternehmen überlassen wollen. Vielmehr strebt die FDIC eine prudenzielle Aufsicht über neue digitale Finanzinstrumente an. Sollte der Vorschlag in der vorliegenden Form verabschiedet werden, könnten Banken direkt mit Kryptounternehmen bei der Ausgabe dollarbasierter Token konkurrieren und möglicherweise bankähnliche Aufsichtsmechanismen in blockchain-basierten Zahlungssystemen einführen.
Glossar wichtiger Begriffe
Stablecoins:
Kryptowährungen, die im Gegensatz zu volatilen Assets wie Bitcoin einen stabilen Wert halten sollen, indem sie an einen stabilen Vermögenswert wie den US-Dollar, Gold oder andere Währungen gekoppelt sind – häufig durch Reserven oder algorithmische Mechanismen.
GENIUS Act:
Ein wegweisendes US-Bundesgesetz, das im Juli 2025 verabschiedet wurde und einen umfassenden regulatorischen Rahmen für Zahlungs-Stablecoins schafft.
FDIC:
Die Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) ist eine unabhängige, vom US-Kongress gegründete Behörde, die für die Stabilität und das Vertrauen der Öffentlichkeit in das Finanzsystem der USA sorgt.
Häufig gestellte Fragen zu Zahlungs-Stablecoins
Was sind Stablecoins?
Stablecoins sind digitale Vermögenswerte, die darauf abzielen, einen stabilen Wert zu halten, häufig im Verhältnis 1:1 zu einer Fiatwährung wie dem US-Dollar.
Wie funktionieren sie?
Sie basieren auf einer Blockchain und sind in der Regel durch Bargeld oder bargeldähnliche Mittel gedeckt, die vom Emittenten gehalten werden. Bei der Ausgabe eines Stablecoins wird ein entsprechender Betrag an Reservevermögen hinterlegt, und Inhaber können ihre Token jederzeit gegen den zugrunde liegenden Vermögenswert einlösen.
Was sind die wichtigsten Anwendungsfälle für Zahlungs-Stablecoins?
Grenzüberschreitende Zahlungen: Stablecoins sind oft schneller und kostengünstiger als traditionelle Methoden und ermöglichen Abwicklungen innerhalb von Minuten statt Tagen.
Welche Hauptrisiken bestehen bei der Nutzung von Stablecoins?
Zu den Risiken zählen regulatorische Unsicherheiten in verschiedenen Rechtsräumen, mögliche Wertinstabilität bei einem Bruch der Bindung sowie operative Herausforderungen wie die sichere Verwahrung digitaler Wallets.
Quellen:
FDIC

