AXIS Token Absturz: ZachXBT sieht Insider, Axis Robotics widerspricht

The bit journal logo
9 Min Read
AXIS verlor an einem Tag rund 40 %. ZachXBT zufolge verkaufte eine einzelne Partei rund 42 Millionen Token, die sie aus dem Team-Multisig erhalten hatte.

Der AXIS Token Absturz kam am 29. Oktober 2026: Der On-Chain-Ermittler ZachXBT warf Insidern von Axis Robotics vor, kaum eine Woche nach dem Debüt auf Binance Alpha zig Millionen Token abgestoßen zu haben. Laut ZachXBT verkaufte ein einzelner Akteur an einem Tag rund 42 Millionen AXIS für etwa 5,04 Millionen USDC, der Kurs brach um rund 40 % ein. Axis Robotics bestreitet Verkäufe durch Team und Investoren und macht eine OTC-Handelsfirma verantwortlich, deren Namen das Projekt bislang nicht nennt.

Warum das wichtig ist

Der Verkauf entsprach ungefähr einem Viertel der Token, die zum Start handelbar waren. Ein einzelner Verkäufer konnte den Kurs also stark bewegen. Der Fall zeigt erneut, wie geringer Streubesitz und eine stark konzentrierte Verteilung Trader treffen können, die direkt nach einem prominenten Börsenlisting einsteigen.

Was über den AXIS Token Absturz bekannt ist

Axis Robotics sammelt Trainingsdaten für Roboter. Der AXIS-Token startete am 21. Oktober 2026 im Frühphasen-Bereich Alpha von Binance, danach folgten Coinbase und die südkoreanische Börse Upbit. Rund acht Tage später verlor er an einem einzigen Tag etwa 40 % seines Werts, wie Crypto Briefing berichtete.

Nach Darstellung von BeInCrypto meldete ZachXBT per Telegram, Insider hätten aus einem Team-Wallet mehr als 76 Millionen AXIS im Wert von über 12 Millionen US-Dollar erhalten. Der Großteil wurde an dezentralen Börsen in USDC getauscht, ein Teil ging an Bitget.

So lief der AXIS Token Absturz on-chain ab

ZachXBT zufolge erhielt eine einzelne Partei über sechs Adressen rund 42 Millionen AXIS aus dem Multisig des Axis-Teams und verkaufte alles innerhalb von 24 Stunden über eine DEX auf der Base-Chain für 5,04 Millionen USDC. Wie TechFlow meldete, wurde der Erlös anschließend auf acht Wallets verteilt. ZachXBT forderte das Team öffentlich auf zu erklären, warum diese Partei die Token aus dem Multisig erhielt und verkaufte.

Der Token hatte ohnehin eine holprige erste Woche hinter sich. CoinGecko-Daten, die The Crypto Times zitiert, zeigen ein Hoch von 0,3702 US-Dollar nach dem Start. Wenige Stunden danach lag AXIS 30 % tiefer.

Halb geöffnete Tresorschublade aus Stahl mit leeren Fächern, Symbol für aus einem Multisig-Wallet freigegebene Token
Laut Axis liegen 835 Millionen AXIS in einem gemeinsam mit Binance verwalteten Verwahrvertrag.

Was noch offen ist

Im Kern geht es darum, wer die verkaufenden Wallets kontrollierte. ZachXBT spricht von einem Insider. Axis erklärt dagegen, die Token stammten aus der „Ecosystem“-Allokation des anfänglichen Umlaufangebots und seien unter schriftlichen Verträgen mit Lock-up-Klauseln an eine einzelne OTC-Gegenpartei gegangen, wie Phemex News berichtete.

„Das Muster der Verkäufe, die innerhalb weniger Stunden nach der Lieferung über (…) Hunderte frische Adressen liefen, deutet stark darauf hin, dass die OTC-Gegenpartei diese Token am offenen Markt verkauft hat“, erklärte das Team laut BeInCrypto.

Axis hat die Zusammenarbeit mit der Firma ausgesetzt und strebt nach eigenen Angaben rechtliche Schritte an, ohne einen Namen zu nennen. Auch die Zahlen passen nicht ganz zusammen: Laut den Tokenomics von Axis gab der Fonds zum Start 80 Millionen Token frei, ZachXBT verfolgte mehr als 76 Millionen. Die ausgewerteten Quellen erklären die Differenz nicht.

In einer von ChainCatcher zitierten Stellungnahme teilte Axis mit, dass 835 Millionen AXIS (83,5 % der Gesamtmenge) in einem gemeinsam mit Binance verwalteten Verwahrvertrag liegen und erst nach einer zwölfmonatigen Sperrfrist frei werden. BeInCrypto berichtete unter Berufung auf Axis zudem, dass weitere 431 Millionen Fonds-Token ab dem kommenden Monat automatisiert nach monatlichen Plänen freigeschaltet werden. Wie beide Zahlen in ein Gesamtangebot von 1 Milliarde Token passen, geht aus den Berichten nicht hervor.

So reagierte der Markt

Die großen Coins bewegten sich im selben Zeitraum kaum, was für ein tokenspezifisches Ereignis und nicht für einen breiten Ausverkauf spricht. Der Crypto Fear & Greed Index stand am 29. Oktober bei 51 (neutral).

AssetKurs (USD)24h-ÄnderungDatenstand
AXIS0,1379 US-Dollar-35,9 %29.10.2026 (CoinGecko via The Crypto Times)
Bitcoin (BTC)80.754 US-Dollar-0,26 %29.10.2026, 19:13 UTC
BNB743,74 US-Dollar-0,87 %29.10.2026, 19:13 UTC
Ethereum (ETH)2.327,35 US-Dollar-1,10 %29.10.2026, 19:13 UTC

Auffällig ist die Konzentration des Angebots. Ein BaseScan-Snapshot, den The Crypto Times zitiert, zeigte 8.173 Halter. Die Top-10-Wallets hielten 98,83 % des Angebots von 1 Milliarde Token, die Top 5 kamen auf 96,82 %. Ein Teil davon könnte auf den gesperrten Verwahrvertrag entfallen, den Axis beschrieben hat. Trotzdem bleibt nur ein kleiner Anteil außerhalb der größten Wallets.

AXIS ist weiterhin auf Binance Alpha, Bitget, Upbit, HTX, LBank, BingX, Gate und MEXC gelistet, über Coinbase ist der Token in unterstützten Regionen zugänglich. Stellungnahmen dieser Börsen finden sich in den ausgewerteten Quellen nicht.

Leerer Handelsraum bei Nacht hinter Glas, Sinnbild für die ruhige Phase nach einem Altcoin-Ausverkauf
Axis hat die Zusammenarbeit mit der OTC-Firma ausgesetzt, die es für den Verkauf der Ecosystem-Token verantwortlich macht.

Ein bekanntes Muster nach dem AXIS Token Absturz

BeInCrypto verwies auf einen ähnlichen Ansturm von Token auf Börsen vor einem Kursrutsch von 40 % beim 2Z-Token von DoubleZero im Jahr 2025. Und The Block berichtete über den 1. April 2025, als ACT auf Binance binnen Minuten 50 % verlor. Die Börse führte das auf Spot-Verkäufe von vier Konten zurück: drei VIP-Nutzer und ein Nicht-VIP-Nutzer. Hintergrund zur Theorie hinter solchen Bewegungen liefert unser Erklärstück dazu, wie große Marktteilnehmer angeblich in die Nachfrage von Kleinanlegern hinein verkaufen. Bei AXIS ist aber weiter umstritten, wer überhaupt verkauft hat.

Was der Fall für Anleger bedeutet

Dies ist keine Einschätzung dazu, wohin sich AXIS als Nächstes bewegt. Der Fall erinnert an die konkreten Risiken frisch gelisteter Token mit geringem Streubesitz. Ein Listing auf einer großen Plattform verrät für sich allein nicht, wie ein Projekt nach dem Start mit seinen Allokationen umgeht. Das gilt für alle zentralisierten Kryptobörsen.

  • Freigaberisiko: Laut BeInCrypto gibt Axis an, dass ab dem kommenden Monat weitere 431 Millionen Fonds-Token nach monatlichen Plänen freigeschaltet werden. Verkaufen die Empfänger, könnte das zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugen.
  • Gegenparteirisiko: Lock-up-Vereinbarungen mit OTC-Firmen beruhen auf Vertrauen und rechtlicher Durchsetzung, nicht auf Code.
  • Volatilität: AXIS ist seit dem Start bereits zweimal stark gefallen, und Small-Cap-Token können einen Großteil oder ihren gesamten Wert verlieren.

Laut BeInCrypto liegen die rund 5 Millionen US-Dollar Erlös in acht Wallets. Ob und wohin diese Mittel fließen, dürften On-Chain-Ermittler als Nächstes genau beobachten.

Fazit

Der AXIS Token Absturz läuft auf eine offene Frage hinaus: War der Verkäufer ein Insider, wie ZachXBT sagt, oder ein OTC-Partner, der seine Sperrfrist gebrochen hat, wie Axis behauptet? Solange Axis die Gegenpartei nicht nennt und den Freigabeplan nicht klärt, dürfte die Unsicherheit rund um den Axis Robotics Token hoch bleiben.

Quellen

Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Kryptowährungen sind sehr volatil, recherchieren Sie daher immer selbst, bevor Sie investieren.

Share This Article
Keine Kommentare