Der Binance Hack sei „Cyberkrieg“, sagte Ari Redbord, Politikchef von TRM Labs, im Gespräch mit Cointelegraph und forderte ein offensiveres Vorgehen von Regierungen gegen nordkoreanische Hacker. Das Interview vom 6. November folgte auf den Diebstahl von Token im Wert von rund 6,3 Milliarden US-Dollar am 29. Oktober. Das FBI macht Nordkorea dafür verantwortlich, das Land bestreitet eine Beteiligung.
- Binance zufolge ereignete sich der Vorfall am 29. Oktober gegen 20:05 UTC und betraf Token im Wert von rund 6,3 Milliarden US-Dollar.
- Das FBI schreibt den Diebstahl Nordkorea zu und bezeichnet die Akteure als TraderTraitor.
- TRM Labs schätzte, dass etwa 6,36 Milliarden US-Dollar aus Binance-Wallets auf zehn Blockchains abflossen.
- Bis zum 3. November waren laut TRM fast 2,7 Milliarden US-Dollar eingefroren. Rund 2,4 Milliarden US-Dollar lagen zu diesem Zeitpunkt noch in den ETH- und BTC-Beständen der Angreifer.
- Binance erklärte, Verluste aus dem SAFU-Fonds und der eigenen Unternehmenskasse zu decken.
Binance Hack: Der zeitliche Ablauf
- 29. Oktober 2026: Laut Binance ereignete sich der Sicherheitsvorfall gegen 20:05 UTC. TRM Labs schätzte später, dass rund 6,36 Milliarden US-Dollar aus Binance-Wallets über zehn Blockchains abflossen.
- 30. Oktober: Binance veröffentlichte ein Sicherheitsupdate zum Vorfall und erklärte, Verluste über den SAFU-Fonds und die Unternehmenskasse auszugleichen. Die Mitteilung von Binance beschrieb den Umgang der Börse mit den Verlusten.
- 3. November: Laut der von Cointelegraph wiedergegebenen Darstellung von Binance nutzten die Angreifer eine fingierte Rekrutierung, um Schadsoftware auf dem Arbeitscomputer eines Ingenieurs zu platzieren. Danach hätten sie ein kompromittiertes internes KI-Tool verwendet, um den Wallet-Signaturdienst zu erreichen. Das FBI schrieb den Diebstahl Nordkorea zu. Nordkorea bestritt eine Beteiligung. TRM veröffentlichte an diesem Tag zudem ein Update zur Nachverfolgung der Gelder.
- 6. November: Cointelegraph veröffentlichte das Gespräch mit Redbord. Er bezeichnete den Vorfall als „Cyberkrieg“ und forderte Regierungen zu offensiven Maßnahmen auf.

Wie der Binance Hack laut Bericht ablief
Cointelegraph zufolge beschrieb Binance am 3. November eine fingierte Rekrutierung als Einstieg für die Angreifer. Über diesen Weg sei Schadsoftware auf den Arbeitscomputer eines Ingenieurs gelangt. Anschließend hätten die Täter ein kompromittiertes internes KI-Tool genutzt, um den Wallet-Signaturdienst zu erreichen. Diese Darstellung beschreibt den berichteten Ablauf. Sie belegt nicht, dass die zugrunde liegende Blockchain angegriffen wurde.
Im Mittelpunkt stehen damit ein Arbeitsgerät eines Mitarbeiters, ein internes KI-Tool und der Dienst, mit dem Wallet-Transaktionen signiert werden. Weitere technische Einzelheiten zu dem Tool oder dem Signaturdienst enthält das vorliegende Material nicht. Daraus lassen sich deshalb keine umfassenderen Aussagen über die KI-Sicherheit oder die Systeme von Binance ableiten.
Binance bezifferte den Vorfall auf Token im Wert von rund 6,3 Milliarden US-Dollar. Die separate Schätzung von TRM lag bei etwa 6,36 Milliarden US-Dollar, die aus Binance-Wallets über zehn Blockchains abgeflossen seien. Die Werte sind ähnlich, unterscheiden sich aber in ihrer Genauigkeit und beziehen sich auf die jeweilige Darstellung der beiden Unternehmen. Binance sagte, die Verluste aus dem SAFU-Fonds und der Unternehmenskasse zu decken.

Reaktionen, eingefrorene Gelder und Marktdaten
Das FBI erklärte, Nordkorea habe am oder um den 29. Oktober virtuelle Vermögenswerte im Wert von mehr als 6 Milliarden US-Dollar von Binance gestohlen. Die Behörde forderte Krypto- und Blockchain-Dienstleister auf, Transaktionen mit Adressen der von ihr TraderTraitor genannten Akteure zu blockieren. Nordkorea bestritt die Beteiligung am 3. November. Die Associated Press berichtete, Kim Yo Jong habe die FBI-Zuschreibung als „abgedroschene Provokation“ und „absurde Rhetorik“ bezeichnet.
Redbord sagte laut Cointelegraph, die Aussicht auf hohe Beute werde Nordkorea weiter zu Krypto-Diebstählen verleiten. Er schätzte die Beute aus dem Binance-Diebstahl auf etwa ein Drittel des nordkoreanischen Bruttoinlandsprodukts und auf rund die Hälfte der 12,5 Milliarden US-Dollar, die staatlich unterstützte Hacker seit 2017 gestohlen hätten. Das sind Redbords Einschätzungen aus dem Interview, keine in den vorliegenden Angaben unabhängig überprüften Messwerte.
TRMs Interviewbericht zufolge habe Tether 37 Minuten nach dem Hauptabfluss 971,1 Millionen USDT eingefroren. Stablecoin-Anbieter hätten zusammen rund 2,67 Milliarden US-Dollar gesperrt. Redbord nannte die Reaktion der Branche beispiellos. Laut dem TRM-Update vom 3. November gab es bei den wichtigsten Ethereum- und Bitcoin-Beständen bis zu diesem Datum keine neuen relevanten Aktivitäten. Zugleich bewegten sich Gelder auf TRON und Solana. Diese Zahlen sind eine Momentaufnahme und keine abschließende Bilanz der Rückgewinnung.
Die Kurse zeigen für sich genommen nicht, ob der Vorfall den Gesamtmarkt beeinflusst hat. CoinGecko-Daten vom 7. November um 11:13 UTC wiesen Bitcoin bei 75.917 US-Dollar aus, 0,02 Prozent weniger als 24 Stunden zuvor. Ethereum notierte bei 2.244,34 US-Dollar, ein Plus von 0,53 Prozent. BNB lag bei 694,25 US-Dollar, plus 0,05 Prozent. Der Fear-&-Greed-Index stand laut Alternative.me am 7. November bei 25 und damit in der Kategorie „Extreme Angst“.
| Asset | Kurs am 7. November, 11:13 UTC | Veränderung in 24 Stunden |
|---|---|---|
| Bitcoin (BTC) | 75.917 US-Dollar | -0,02 % |
| Ethereum (ETH) | 2.244,34 US-Dollar | +0,53 % |
| BNB | 694,25 US-Dollar | +0,05 % |

Was nach dem Binance Hack noch offen ist
Offen bleibt, ob Ermittler und Dienstleister weitere Gelder verfolgen oder einfrieren können und ob zusätzliche Belege die FBI-Zuschreibung stützen oder infrage stellen. TRM meldete am 3. November Bewegungen auf TRON und Solana und beschrieb den Stand der wichtigsten ETH- und BTC-Bestände zu diesem Zeitpunkt. Das Update sagt nichts darüber aus, wie die Guthaben heute aussehen.
Redbords Forderung nach offensiven staatlichen Maßnahmen ist ein politischer Vorschlag, keine Ankündigung einer konkreten Reaktion. Der berichtete Angriffsweg könnte Krypto-Unternehmen dazu veranlassen, Geräteschutz für Beschäftigte, Prüfungen bei Einstellungen und Zugriffskontrollen für KI-Tools und Wallet-Signaturdienste zu überprüfen. Die verfügbaren Informationen belegen jedoch nicht, welche Änderungen Binance oder andere Unternehmen vorgenommen haben.
Häufige Fragen
Wer steckt laut FBI hinter dem Binance Hack?
Das FBI macht Nordkorea verantwortlich und bezeichnet die Akteure als TraderTraitor. Nordkorea bestritt die Beteiligung am 3. November, wie die Associated Press berichtete.
Wie viel der gestohlenen Kryptowährungen wurde eingefroren?
TRM Labs zufolge waren bis zum 3. November fast 2,7 Milliarden US-Dollar eingefroren. Etwa 2,4 Milliarden US-Dollar lagen der Schätzung nach zu diesem Zeitpunkt noch in den ETH- und BTC-Beständen der Angreifer. Es handelt sich um datierte Schätzwerte.
Was meint Redbord mit „Cyberkrieg“ beim Binance Hack?
Der Politikchef von TRM Labs bezeichnete den Diebstahl im Interview mit Cointelegraph vom 6. November als „Cyberkrieg“. Er forderte Regierungen auf, offensiv gegen nordkoreanische Hacker vorzugehen. Die Bezeichnung ist Redbords Einschätzung.
Quellen
- Binance hack is ‘cyber war,’ TRM Labs executive says (cointelegraph.com)
- Security Incident Update #2 (2026-10-30) (www.binance.com)
- Binance hack is ‘cyber war,’ TRM Labs executive says (Cointelegraph)
Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Kryptowährungen sind sehr volatil, recherchieren Sie daher immer selbst, bevor Sie investieren.

