Binance Hack: 12.000 Wallets im Geldwäsche-Netzwerk

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Elliptic und On-Chain-Analysten analysierten Geldbewegungen über Wallets und Netzwerke.

Mit Nordkorea verbundene Akteure bewegten nach Angaben des Blockchain-Analyseunternehmens Elliptic gestohlene Kryptowährungen durch ein weit verzweigtes Netzwerk. Dabei kam etwa alle 25 Sekunden eine neue Wallet zum Einsatz. Elliptic berichtete darüber am 2. November. Das Unternehmen zählte rund 12.000 Wallets auf elf Blockchains und mehr als 40.000 Transaktionen in weniger als vier Tagen, basierend auf Aktivitäten bis 08:45 Uhr UTC. Elliptic beschrieb die beobachtete Geldwäsche als automatisiert, fand aber keine Hinweise darauf, dass künstliche Intelligenz die Transfers gesteuert hat.

Elliptic beziffert den Diebstahl vom 29. Oktober auf 6,43 Milliarden US-Dollar, Binance hatte den Verlust zunächst mit 6,3 Milliarden US-Dollar angegeben. Elliptic schätzte eingefrorene oder beschlagnahmte Vermögenswerte auf 2,85 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 44 Prozent der gestohlenen Gelder. Binance erklärte, die gestohlenen Gelder zu decken, und berichtete am 31. Oktober, 90 Prozent des Verlusts gedeckt zu haben.

Binance Hack: die bekannte Zeitlinie

  1. 29. Oktober 2026: Binance teilte mit, dass seine Hot Wallets gegen 20:05 Uhr UTC kompromittiert worden seien. Elliptic setzte das Zeitfenster des Diebstahls später zwischen 20:05 und 23:56 Uhr UTC an. Betroffen waren Vermögenswerte auf elf Blockchains.
  2. 30. Oktober: Binance schätzte den Verlust auf 6,3 Milliarden US-Dollar und erklärte, den Betrag mit dem SAFU-Fonds und eigenen Unternehmensmitteln zu decken, statt die finanziellen Folgen an Nutzer weiterzugeben. Einzelheiten stehen im Sicherheitsupdate von Binance.
  3. 31. Oktober: Das FBI machte Nordkorea für den Angriff verantwortlich und ordnete die Aktivitäten TraderTraitor zu. Die Behörde forderte Krypto-Dienste auf, Transaktionen mit Bezug zu aufgeführten Adressen zu blockieren. Laut FBI-Warnung zum Angriff wandelten die Akteure die Gelder vor allem in Ether um.
  4. 31. Oktober: Binance erklärte, 90 Prozent des Verlusts gedeckt zu haben. BTC, ETH, USDT, BNB, SOL, USDC, XRP, USD1, RLUSD und ZEC seien vollständig gedeckt. Die übrigen zehn Prozent entfielen laut Binance auf weniger liquide Token, die das Unternehmen noch beschaffte.
  5. 2. November: Elliptics Auswertung zeigte rund 12.000 Wallets und mehr als 40.000 Transaktionen auf elf Blockchains in weniger als vier Tagen. Sie umfasste Aktivitäten bis 08:45 Uhr UTC.
Leerer Betriebsraum einer Kryptobörse mit beleuchteten Serverracks nach Geschäftsschluss
Binance zufolge waren beim Vorfall am 29. Oktober Hot Wallets betroffen.

Wie die Geldbewegungen beim Binance Hack abliefen

Elliptic zufolge wurden die gestohlenen Vermögenswerte auf rund 7.700 Adressen verteilt. Der Großteil der beobachteten Geldwäsche lief bislang über Tron; Gelder wurden zu Ethereum gebrückt. Bis zum 2. November um 06:02 Uhr UTC waren laut Elliptic rund 28 BTC, damals etwa 2,2 Millionen US-Dollar wert, durch 18 CoinJoins geflossen.

Das von Elliptic beschriebene Muster war automatisiert, belegt aber keine Beteiligung von KI. CoinDesk berichtete ebenfalls, Elliptic habe keine Hinweise auf KI-Agenten gefunden, die die Transfers steuerten. Die Wallet- und Transaktionszahlen beschreiben Aktivitäten, die Elliptic bis 08:45 Uhr UTC am 2. November beobachtet hatte.

Die 2,85 Milliarden US-Dollar an eingefrorenen oder beschlagnahmten Vermögenswerten und Binances Deckungsangabe beschreiben unterschiedliche Sachverhalte. Die erste Zahl ist Elliptics Schätzung eingefrorener oder beschlagnahmter Gelder. Die 90 Prozent beziehen sich darauf, welchen Anteil des Verlusts Binance nach eigener Aussage gedeckt hatte. Die Belege sagen nicht, dass derselbe Anteil der gestohlenen Kryptowährungen an Binance oder seine Nutzer zurückgegeben wurde.

Handschuhe und beschriftungsfreie Beweismittelboxen auf einem Labortisch für Blockchain-Forensik
Wallet- und Cross-Chain-Analysen bilden die Grundlage für Schätzungen zu Geldbewegungen.

Ermittlungen und Marktdaten nach dem Binance Hack

Das FBI forderte Krypto-Dienste auf, Transfers mit Bezug zu den von der Behörde genannten Adressen zu blockieren. The Block berichtete unter Berufung auf einen On-Chain-Analysten, dass innerhalb von zwei Tagen rund 242 Millionen US-Dollar über Tron gewaschen worden seien. Der Bericht nannte außerdem 378,7 Millionen eingefrorene USDT durch Tether. Dem Analysten zufolge entfielen etwa 140 Millionen US-Dollar an Abflüssen auf Relay, THORChain, Chainflip und Symbiosis.

Decrypt verglich Elliptics Schätzung, wonach 44 Prozent der Binance-Gelder eingefroren oder beschlagnahmt worden waren, mit rund drei Prozent beim Bybit-Hack in Nordkorea im Februar 2025. Elliptic berichtete, Nordkorea habe damals alle 499.000 gestohlenen ETH innerhalb von zehn Tagen gewaschen, überwiegend durch den Tausch in Bitcoin. Die anschließende Umwandlung dieser Gelder in Bargeld habe Monate gedauert.

Die vorliegenden Daten belegen keine Kursbewegung, die allein durch diesen Vorfall ausgelöst wurde. Laut CoinGecko kostete Bitcoin am 2. November um 20:13 Uhr UTC 76.826 US-Dollar, 1,2 Prozent weniger als 24 Stunden zuvor. Ether notierte bei 2.248,53 US-Dollar, 0,35 Prozent im Minus. BNB kostete 695,78 US-Dollar, ein Minus von 1,67 Prozent. Der Crypto Fear & Greed Index lag am 2. November bei 37, in der Kategorie „Fear“. Diese Zahlen liefern Marktkontext, aber keinen Beleg dafür, dass der Hack die Kursänderungen verursacht hat.

VermögenswertKurs am 2. November, 20:13 Uhr UTCVeränderung in 24 Stunden
Bitcoin (BTC)76.826 US-Dollar-1,2 %
Ether (ETH)2.248,53 US-Dollar-0,35 %
BNB695,78 US-Dollar-1,67 %

Die Zuschreibung an Nordkorea stammt vom FBI. Wallet-Zahlen und Routenanalysen in der Berichterstattung beruhen auf Elliptic und On-Chain-Analysten. Elliptics Analyse bezieht sich auf Aktivitäten, die bis zu den jeweils genannten Zeitpunkten beobachtet wurden.

Langer, gesicherter Rechenzentrumskorridor mit geschlossenen Serverschranktüren
Das FBI forderte Krypto-Dienste auf, Transaktionen zu aufgeführten Adressen zu blockieren.

Was beim Binance Hack noch offen ist

Elliptics Wallet- und Transaktionszahlen sind eine Momentaufnahme der bis zum 2. November um 08:45 Uhr UTC beobachteten Aktivität. Das FBI forderte Krypto-Dienste auf, Transaktionen mit Bezug zu den gelisteten Adressen zu blockieren. Die vorliegenden Belege zeigen nicht, was mit den verbliebenen gestohlenen Geldern geschehen wird.

Binances Zusage, den Verlust zu decken, ist von einer Rückholung durch Ermittler zu unterscheiden. Das Unternehmen erklärte am 31. Oktober, 90 Prozent des Verlusts gedeckt zu haben; die übrigen zehn Prozent bestünden aus weniger liquiden Token, die Binance noch beschaffte. Elliptics Schätzung eingefrorener oder beschlagnahmter Vermögenswerte ist kein Beleg für eine Rückzahlung an Binance oder dessen Nutzer.

FAQ zum Binance Hack

Was bedeutet Geldwäsche beim Binance Hack?

Gemeint ist die Weiterleitung der beim Vorfall vom 29. Oktober gestohlenen Kryptowährungen über mehrere Wallets und Blockchain-Netzwerke. Elliptic zählte in weniger als vier Tagen rund 12.000 Wallets auf elf Blockchains und mehr als 40.000 Transaktionen. Die Auswertung reichte bis zum 2. November um 08:45 Uhr UTC.

Wie viele gestohlene Binance-Gelder wurden eingefroren?

Elliptic schätzte, dass 2,85 Milliarden US-Dollar eingefroren oder beschlagnahmt worden waren. Das entspricht 44 Prozent der von der Firma auf 6,43 Milliarden US-Dollar bezifferten Beute. Diese Schätzung bedeutet nicht, dass die Vermögenswerte bereits an Binance oder seine Nutzer zurückgegeben wurden.

Hat KI die Wallet-Transfers beim Binance Hack gesteuert?

Elliptic beschrieb die Aktivitäten als automatisiert, meldete aber keine Belege dafür, dass KI-Agenten die Transfers steuerten. CoinDesk berichtete ebenfalls über diesen fehlenden Nachweis.

Quellen

Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Kryptowährungen sind sehr volatil, recherchieren Sie daher immer selbst, bevor Sie investieren.

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