Zuletzt aktualisiert: 07.11.2026
Die Bitcoin Difficulty wird automatisch alle 2.016 Blöcke angepasst. Das Verfahren soll dafür sorgen, dass im langfristigen Durchschnitt etwa alle zehn Minuten ein neuer Block entsteht, auch wenn die Rechenleistung im Netzwerk steigt oder sinkt.
Für die Anpassung vergleicht Bitcoin Core die Zeitstempel des jüngsten Blocks und des Blocks, der 2.015 Höhen darunter liegt, mit einem Ziel von 14 Tagen. Danach verändert die Software den Proof-of-Work-Zielwert. Das ist eine technische Regel des Netzwerks, keine Entscheidung eines Unternehmens oder Mining-Pools.
So läuft das Bitcoin-Retargeting ab
Die Schwierigkeit beschreibt, wie schwer es für Miner ist, einen gültigen Block zu finden. Im Hintergrund arbeitet das Protokoll mit einem Proof-of-Work-Zielwert: Liegt dieser niedriger, erfüllen weniger Block-Hashes die Vorgabe. Miner müssen dann im Durchschnitt mehr Rechenarbeit leisten, bis ein passender Hash gefunden ist.
- Das Netzwerk setzt ein Zeit-Ziel. Ein Block soll im Mittel alle 600 Sekunden, also alle zehn Minuten, entstehen. Für 2.016 Blöcke ergibt das 1.209.600 Sekunden oder 14 Tage. Diese Berechnung nennt das Blockstream Help Center.
- Der Zähler erreicht den Retarget-Punkt. Die Anpassung erfolgt nach jeweils 2.016 Blöcken. Sie ist daher nicht an einen festen Kalendertag gebunden.
- Die Software misst die vergangene Zeit. Bitcoin Core verwendet die Zeitstempel des jüngsten Blocks und des Blocks, der 2.015 Höhen darunter liegt. Da Blöcke unregelmäßig entstehen, kann die gemessene Dauer vom Ziel abweichen.
- Der Zielwert wird neu berechnet. Bitcoin Core multipliziert den bisherigen Proof-of-Work-Zielwert mit der gemessenen Zeitspanne und teilt das Ergebnis durch das 14-Tage-Ziel.
- Die Änderung gilt für den nächsten Zeitraum. Waren die Blöcke schneller als geplant, wird der Zielwert niedriger und die Schwierigkeit steigt. Bei einer längeren Zeitspanne steigt der Zielwert, wodurch das Mining leichter wird.
Die Berechnung ist im Proof-of-Work-Code von Bitcoin Core umgesetzt. Das Netzwerk reagiert damit auf die Geschwindigkeit der vergangenen Blockproduktion, statt die künftige Mining-Aktivität vorherzusagen.

Welche Grenzen für die Anpassung gelten
Das Netzwerk begrenzt die gemessene Zeitspanne bei einem einzelnen Retarget auf mindestens ein Viertel und höchstens das Vierfache des 14-Tage-Ziels. Eine einzelne Anpassung kann den Zielwert also nicht unbegrenzt verändern. Die Begrenzung soll verhindern, dass eine extreme Zeitmessung zu einem übermäßig großen Sprung in nur einem Schritt führt.
Die Schwierigkeit wird häufig als große Zahl angegeben. Entscheidend für die Regel ist jedoch der Proof-of-Work-Zielwert, den Miner erfüllen müssen. Ein niedrigerer Zielwert bedeutet, dass weniger Hashes gültig sind und die erwartete Arbeit bis zum Fund eines Blocks steigt.
Mit Stand vom 7. November 2026 meldete D-Centrals Schwierigkeitsverlauf, dass das Retarget am 29. Oktober die Schwierigkeit um 5,54 Prozent auf 148,36 Billionen erhöhte. Beim vorherigen Retarget am 16. Oktober stieg sie um 5,92 Prozent auf 140,58 Billionen. Diese Werte beschreiben vergangene Anpassungen und legen nicht fest, wie die nächste ausfallen wird.
Der Hashrate Index schätzte am 2. November 2026 eine mögliche Absenkung um 2,8 Prozent. Zu diesem Zeitpunkt waren laut Anbieter 554 der 2.016 Blöcke des laufenden Zeitraums erzeugt. Der Hashrate Index sagte, dass sich die frühe Schätzung ändern könne. Erst wenn das Intervall abgeschlossen ist und das Netzwerk das Retarget ausführt, steht das Ergebnis fest.

Blockzeit und Schwierigkeit im Überblick
| Gemessene Blockzeit | Reaktion beim Retarget | Auswirkung |
|---|---|---|
| Kürzer als das 14-Tage-Ziel | Die Schwierigkeit steigt | Der Proof-of-Work-Zielwert wird schwerer zu erreichen. |
| Länger als das 14-Tage-Ziel | Die Schwierigkeit sinkt | Der Zielwert wird leichter zu erreichen. |
| Nahe am 14-Tage-Ziel | Geringe oder keine wesentliche Änderung | Nach dem Retarget beginnt der nächste Zeitraum. |
Die zehn Minuten sind ein Durchschnittsziel, kein Fahrplan für einzelne Blöcke. Ein Block kann schnell gefunden werden, der nächste deutlich länger brauchen. Für die Anpassung zählt die gesamte Zeitspanne der 2.016 Blöcke. Einige ungewöhnlich schnelle oder langsame Blöcke bestimmen das Ergebnis daher nicht allein.
Was die Anpassung nicht aussagt
Die Schwierigkeit legt den Marktpreis von Bitcoin nicht fest und ist kein Signal dafür, in welche Richtung sich der Kurs bewegen wird. Eine steigende Schwierigkeit bedeutet, dass die gemessene Blockzeit im Verhältnis zum Ziel kürzer war und das Protokoll den Proof-of-Work-Zielwert anpasst. Auch eine sinkende Schwierigkeit ist für sich genommen keine Kursprognose.
Die Schwierigkeit legt außerdem nicht allein fest, ob Mining profitabel ist. Miner müssen unter anderem Betriebskosten, Ausrüstung, Wettbewerb und den Wert ihrer Belohnungen berücksichtigen. Die wirtschaftlichen Bedingungen können sich verändern, selbst wenn das Netzwerk seine Schwierigkeit anpasst. Der Betrieb kann mit erheblichen Kosten und Verlusten verbunden sein.
Auch Schätzungen zur nächsten Anpassung sind vorläufig. Die Prognose des Hashrate Index vom 2. November 2026 beruhte erst auf 554 Blöcken des laufenden Intervalls. Neue Blockzeiten können die Hochrechnung verändern. Die Schwierigkeit ist eine technische Netzwerkregel und bildet nicht alle Risiken beim Mining oder beim Halten digitaler Vermögenswerte ab. Dazu zählen auch die starke Volatilität von Bitcoin und die Möglichkeit erheblicher Verluste.

Häufige Fragen zur Bitcoin Difficulty
Warum ändert sich die Bitcoin Difficulty?
Die Anpassung soll die durchschnittliche Blockzeit nahe am Ziel von zehn Minuten halten. War das letzte Intervall mit 2.016 Blöcken schneller oder langsamer als die angestrebten 14 Tage, verändert das nächste Retarget den Proof-of-Work-Zielwert.
Wann erfolgt die nächste Anpassung?
Sie erfolgt nach jedem Intervall von 2.016 Blöcken. Weil die Blockproduktion nicht gleichmäßig verläuft, steht das Kalenderdatum nicht fest. Frühere Schätzungen können sich ändern; maßgeblich sind die Zeitstempel, wenn das Retarget erreicht wird.
Kann die Bitcoin Difficulty sinken?
Ja. Dauert das gemessene Intervall länger als das Ziel, hebt das Protokoll den Proof-of-Work-Zielwert an. Dadurch wird es für den folgenden Zeitraum leichter, einen gültigen Block zu finden. Eine sinkende Schwierigkeit bestimmt jedoch nicht allein die Erträge oder Profitabilität des Minings.
Quellen
- bitcoin/src/pow.cpp at master · bitcoin/bitcoin (github.com)
- Bitcoin price and market data (CoinGecko)
- Bitcoin ETFs Bleed $430 Million as Tech Rout Tests Wall Street Buyers (Decrypt)
Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Kryptowährungen sind sehr volatil, recherchieren Sie daher immer selbst, bevor Sie investieren.

