Rechenzentrum-Kredite im Umfang von rund 500 Millionen US-Dollar kommen unter den Hammer. BeInCrypto berichtete am 5. November unter Berufung auf Bloomberg, dass ein bislang nicht genannter Inhaber das Kreditportfolio versteigert. Der Verkauf fällt in eine Phase, in der KI-Aktien und die breiten US-Indizes deutlich nachgaben. Er belegt aber nicht, dass die finanzierten Projekte abgesagt oder verschoben werden.
Das Portfolio umfasst laut BeInCrypto rund ein Dutzend Kredite mit Bezug zu Vantage Data Centers und CyrusOne. Dazu gehört ein Anteil von 25 Millionen US-Dollar an der Finanzierung von Project Jupiter in New Mexico. Gebote sind bis zum 19. November fällig, das Mindestgebot soll bei 10 Millionen US-Dollar liegen. Wer die Kredite verkauft, war am 5. November öffentlich nicht bekannt.
Rechenzentrum-Kredite: Zeitplan der Auktion
- 24. September 2026: Oracle erklärte, Project Jupiter liege weiterhin im vorgesehenen Zeitplan. Zuvor hatte der Konzern dem Projektentwickler Stack Infrastructure eine Mitteilung wegen höherer Gewalt geschickt. Das Albuquerque Journal berichtete, Blue Owl habe erklärt, die Mitteilung ändere nichts an den finanziellen Verpflichtungen des Projekts.
- September 2026: BeInCrypto berichtete, dass Kredite über 18 Milliarden US-Dollar für den Campus vor dem Hintergrund von Sorgen der Kreditgeber zu 89 bis 91 Cent je Dollar notierten.
- 3. November 2026: Wahlerfolge der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen ließen mögliche staatliche Pausen beim Bau von Rechenzentren in den Blick rücken, berichtete die Associated Press. Laut AP kritisierten Wähler auch die Auswirkungen von Rechenzentren auf ihre Stromrechnungen.
- 5. November 2026: BeInCrypto meldete die Auktion während eines deutlichen Marktrückgangs. Die Associated Press bezifferte das Minus des S&P 500 auf 4,4 Prozent, den Rückgang des Dow auf 1.833 Punkte beziehungsweise 3,4 Prozent und den des Nasdaq auf 5,5 Prozent.
- 19. November und 7. Dezember 2026: Am 19. November endet die Gebotsfrist. Eine öffentliche Anhörung zur staatlichen Luftgenehmigung für Project Jupiter ist für den 7. Dezember angesetzt, berichtete BeInCrypto unter Berufung auf das Albuquerque Journal.

Was der Verkauf über KI-Finanzierungen aussagen kann
Die Auktion kann zeigen, wie Käufer Kredite im Zusammenhang mit dem Ausbau von KI-Infrastruktur bewerten. Sie misst jedoch nicht die Nachfrage nach KI-Diensten. Sollten die Kredite mit Abschlag verkauft werden, könnte eine Finanzierung neuer Rechenzentren für Entwickler teurer werden. Das könnte Bauvorhaben und die Nachfrage nach Chips für die Anlagen beeinflussen, schrieb BeInCrypto. Einen Verkaufspreis gab es in der Berichterstattung vom 5. November noch nicht.
Besondere Aufmerksamkeit erhält Project Jupiter, weil das Vorhaben Teil von Stargate ist, einer KI-Infrastrukturinitiative unter Beteiligung von OpenAI, Oracle und SoftBank. Bloomberg Law zufolge stellten rund 20 Banken einen Baukredit über 18 Milliarden US-Dollar für den Campus in New Mexico bereit. Die Anlage ist laut Bericht auf eine Leistung von 2,45 Gigawatt ausgelegt. Der jetzt angebotene Kreditanteil von 25 Millionen US-Dollar ist nur ein Teil dieser Finanzierung.
Oracles Mitteilung wegen höherer Gewalt gehört zum bekannten Projektkontext. Sie beweist aber weder eine Absage des Campus noch eine Änderung seiner finanziellen Verpflichtungen. Oracle sagte, das Vorhaben liege weiter im Zeitplan; Blue Owl erklärte, die Verpflichtungen blieben unverändert. Das berichtete das Albuquerque Journal. Die Anhörung zur Luftgenehmigung für den Standort ist für den 7. Dezember vorgesehen.
Die Auktion folgt auf frühere Versuche von Banken, Kredite für Rechenzentren weiterzuverkaufen. BeInCrypto berichtete unter Berufung auf die Financial Times, JPMorgan, Morgan Stanley, Sumitomo Mitsui und MUFG hätten im Mai Teile ihrer Kreditpositionen zum Verkauf angeboten. JPMorgan und MUFG wollten demnach allein Kredite aus einem Oracle-bezogenen Geschäft über 38 Milliarden US-Dollar weitergeben. Das nun angebotene Portfolio ist kleiner. Ein erwarteter Verkaufspreis wurde nicht genannt.

Aktien und Kreditmärkte unter Druck
Aktien von Unternehmen, die Rechenzentren für KI bauen, führten am 5. November die Verluste bei einem breiten Ausverkauf an den US-Märkten an, berichtete die Associated Press. Die Tagesbewegungen liefern den Marktkontext für die Auktion. Die verfügbaren Informationen zeigen jedoch nicht, dass der Kreditverkauf den Rückgang ausgelöst hat oder geplante Anlagen deshalb später fertig werden.
| US-Index | Veränderung am 5. November 2026 |
|---|---|
| S&P 500 | Minus 4,4 Prozent |
| Dow | Minus 1.833 Punkte beziehungsweise 3,4 Prozent |
| Nasdaq | Minus 5,5 Prozent |
BeInCrypto zufolge gehörten am Donnerstag auch Hochrisikoanleihen mit Bezug zu CoreWeave und Galaxy Digital zu den größten Verlierern. Galaxy Digital ist ein Kryptounternehmen, das ebenfalls Rechenzentren baut. Die Identität des Verkäufers und der erwartete Preis für das Kreditportfolio waren nicht bekannt.
Für den Kryptomarkt geht es hier um das Engagement in Rechenzentrumsinfrastruktur und die Stimmung an den Kreditmärkten. Die vorliegenden Berichte belegen keinen direkten Einfluss der Auktion auf Token-Kurse.

Welche Termine jetzt zählen
Der 19. November ist der nächste bekannte Meilenstein. Falls das Portfolio verkauft wird, könnte der Preis einen Hinweis darauf geben, wie Käufer die Kredite bewerten. Zum Stand der Berichte vom 5. November waren Gebote noch nicht fällig. Ein Zuschlag oder Verkaufspreis war nicht gemeldet.
Auch die Anhörung zur Luftgenehmigung von Project Jupiter am 7. Dezember ist relevant. Sie kann Informationen zum Genehmigungsverfahren liefern, klärt für sich genommen aber weder die Finanzierung noch den Bauzeitplan oder Oracles vertragliche Position. Nach Angaben des Albuquerque Journal bezeichneten Oracle und Blue Owl den Zeitplan beziehungsweise die finanziellen Verpflichtungen nach der Mitteilung als unverändert.
Entscheidend ist der Unterschied zwischen dem Verkauf eines einzelnen Kreditpakets und einem breiten Rückzug aus der KI-Infrastruktur. Die Auktion ist bemerkenswert, weil Rechenzentrum-Kredite während eines starken Marktrückgangs zum Verkauf angeboten werden. Der spätere Verkaufspreis, das Genehmigungsverfahren und die bislang unbekannte Identität des Verkäufers sind die nächsten Entwicklungen, die zu beobachten sind.
Häufige Fragen
Wer verkauft die Rechenzentrum-Kredite?
Der Inhaber war am 5. November 2026 öffentlich nicht identifiziert. Bloomberg beschrieb ihn laut den Berichten als nicht genannten Inhaber.
Was umfasst das Portfolio der Rechenzentrum-Kredite?
Es enthält rund ein Dutzend Kredite mit Bezug zu Betreibern wie Vantage Data Centers und CyrusOne. BeInCrypto berichtete, dass ein Anteil von 25 Millionen US-Dollar Project Jupiter in New Mexico betrifft.
Wann endet die Gebotsfrist für die Kreditauktion?
Gebote sind bis zum 19. November 2026 fällig. Das Mindestgebot soll bei 10 Millionen US-Dollar liegen. Die öffentliche Anhörung zur Luftgenehmigung von Project Jupiter ist laut BeInCrypto und dem Albuquerque Journal für den 7. Dezember angesetzt.
Quellen
- $500M Mystery Seller: Who’s Dumping Data-Center Loans After AI Stock Crash? (BeInCrypto)
- Mystery Seller Puts Up $500 Million Data Center Loans Backing Stargate, CyrusOne (www.zenguardterminal.com)
- $500M Mystery Seller: Who’s Dumping Data-Center Loans After AI Stock Crash? (coinpost365.com)
Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Kryptowährungen sind sehr volatil, recherchieren Sie daher immer selbst, bevor Sie investieren.

