Ripple präsentiert das XRPL Lending Protocol für Onchain-Kredite

Haider Ali
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Dieser Artikel wurde zuerst im The Bit Journal veröffentlicht. Ripple hat einen neuen Vorschlag vorgestellt, der institutionellen Kreditverkehr auf den XRP Ledger bringen soll. Mit dem XRPL Lending Protocol möchte das Unternehmen institutionellen Akteuren ermöglichen, tokenisierte Vermögenswerte als Sicherheiten zu nutzen. Ripple ist der Ansicht, dass tokenisierte Assets ohne eine geeignete Finanzierungsschicht ihr volles Potenzial nicht entfalten können. Trotz der rasanten Entwicklung der Tokenisierung fehle dem Onchain-Finanzwesen bislang eine Kreditinfrastruktur, die für eine breite institutionelle Nutzung erforderlich ist.

XRPL Lending Protocol soll die Finanzierungslücke schließen

Ripple veröffentlichte den Vorschlag für das XRPL Lending Protocol am 29. Juni in einem Blogbeitrag. Darin wird erläutert, wie Banken, Zahlungsdienstleister und andere Finanzinstitute Kredite aufnehmen können, indem sie tokenisierte Vermögenswerte auf dem XRP Ledger als Sicherheiten hinterlegen. Dadurch könnten Institutionen ihr digitales Vermögen als Sicherheit für Betriebskapital einsetzen, anstatt es ungenutzt zu halten.

Nach Ansicht von Ripple ist die Tokenisierung von Vermögenswerten wie Staatsanleihen, Stablecoins, Rohstoffen oder Geldmarktfonds lediglich der erste Schritt. In den traditionellen Finanzmärkten sorgen Kreditmärkte wie Repogeschäfte, Margin-Kredite und strukturierte Finanzierungen dafür, dass Kapital effizient eingesetzt wird. Tokenisierte Vermögenswerte existieren zwar bereits auf der Blockchain, doch ohne vergleichbare Finanzierungsinstrumente bleibt ihr Nutzen begrenzt.

Zweistufiges Modell richtet sich an institutionelle Finanzmärkte

Ripple betont außerdem, dass die Bonitätsprüfung nicht auf der Blockchain stattfinden sollte. Stattdessen sollen Kreditgeber die Kreditwürdigkeit der Schuldner bewerten, regulatorische Anforderungen erfüllen und die rechtliche Dokumentation übernehmen. Das XRPL Lending Protocol würde sich dagegen um die Erstellung der Kredite, Rückzahlungspläne, Zinsberechnungen sowie das Management möglicher Zahlungsausfälle kümmern.

Das vorgeschlagene Modell besteht aus zwei Komponenten. Der Single Asset Vault (XLS-65) stellt standardisierte Pools einzelner digitaler Vermögenswerte bereit. Das Lending Protocol (XLS-66) nutzt diese Pools, um strukturierte Kredite mit festgelegten Laufzeiten und Rückzahlungsbedingungen bereitzustellen.

Diese Trennung orientiert sich laut Ripple an den traditionellen Kapitalmärkten, in denen Vermögensverwaltung und Finanzierung getrennte Aufgabenbereiche sind. Gemeinsam sollen beide Komponenten eine effizientere Liquiditätsverwaltung auf dem XRP Ledger ermöglichen und die Grundlage des XRPL Lending Protocols bilden.

XRPL Lending Protocol reduziert Risiken für institutionelle Kreditvergabe

Alle Kreditpools sollen voneinander isoliert sein, um systemische Risiken zu minimieren. Verluste innerhalb eines einzelnen Vaults würden sich nicht auf andere Vaults auswirken. Erste Ausfälle würden zunächst durch das von Administratoren oder Underwritern bereitgestellte Erstverlustkapital gedeckt, sodass vorrangige Liquiditätsgeber geschützt bleiben. Darüber hinaus soll die Einhaltung regulatorischer Vorgaben überprüft werden. Der Zugang für Kreditnehmer und Kreditgeber erfolgt ausschließlich über genehmigte Berechtigungsnachweise.

Ripple nennt mehrere praktische Einsatzmöglichkeiten. So könnten Zahlungsdienstleister ihre RLUSD-Reserven als Sicherheiten hinterlegen, während sie auf die Abwicklung von Zahlungen warten, anstatt teure Bankkreditlinien zu nutzen. Darüber hinaus sieht das Unternehmen Anwendungsmöglichkeiten bei der Lagerfinanzierung sowie im Treasury-Management, indem ungenutzte tokenisierte Vermögenswerte produktiv eingesetzt werden.

Ripple positioniert das Konzept ausdrücklich als unternehmensorientierte Lösung und nicht als klassische dezentrale Kreditplattform. Nach Ansicht des Unternehmens bergen Governance-Änderungen auf öffentlichen DeFi-Plattformen „unvorhersehbare Risiken“ für regulierte Finanzinstitute.

XRPL Lending Protocol wartet auf die Zustimmung der Validatoren

Das XRPL Lending Protocol wurde bislang noch nicht auf dem XRP Ledger eingeführt. Sowohl XLS-65 als auch XLS-66 befinden sich derzeit im Prüfungsverfahren der Validatoren. Die Aktivierung erfolgt erst, wenn mehr als 80 % der vertrauenswürdigen Validatoren den Vorschlag über einen Zeitraum von zwei Wochen unterstützen. Ripple rechnet damit, dass innerhalb der kommenden Wochen eine Entscheidung getroffen wird. Entwickler können das Protokoll bereits jetzt im Devnet testen.

Zur weiteren Verbesserung der Sicherheit veranstaltete Ripple außerdem einen Immunefi Attackathon mit einem Preisgeld von 200.000 US-Dollar. Unabhängige Sicherheitsforscher wurden dabei eingeladen, mögliche Schwachstellen des Protokolls zu identifizieren.

Sollte das XRPL Lending Protocol genehmigt werden, könnte dies das Transaktionsvolumen sowohl im XRP- als auch im RLUSD-Netzwerk deutlich steigern. Institutionen hätten dann stärkere Anreize, ihre Vermögenswerte zu verleihen und Kreditgeschäfte über den XRP Ledger abzuwickeln. Trotz dieser umfangreichen Infrastrukturinvestitionen notierte XRP zuletzt bei rund 1,04 US-Dollar, während Ripple seine institutionellen Blockchain-Angebote kontinuierlich ausbaut.

Fazit

Das XRPL Lending Protocol könnte einen wichtigen Meilenstein für die institutionelle Finanzierung auf dem XRP Ledger darstellen, sofern die Validatoren den Vorschlag genehmigen. Durch die Kombination aus Off-Chain-Bonitätsprüfung und automatisierter Onchain-Kreditvergabe schafft Ripple die Voraussetzungen für eine effizientere Nutzung tokenisierter Vermögenswerte und fördert gleichzeitig die Einführung regulatorisch konformer Blockchain-Finanzdienstleistungen auf Unternehmensebene.

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Zusammenfassung

  • Ripple hat das XRPL Lending Protocol vorgeschlagen, damit Institutionen Kredite auf Basis tokenisierter Vermögenswerte aufnehmen können.
  • Das Konzept kombiniert eine Off-Chain-Bonitätsprüfung mit einer automatisierten Onchain-Kreditvergabe über XLS-65 und XLS-66.
  • Das Protokoll wartet derzeit auf die Zustimmung der Validatoren und könnte bei einer Einführung den Nutzen von XRP und RLUSD deutlich erhöhen.

Glossar wichtiger Begriffe

XRPL Lending Protocol: Vorgeschlagenes institutionelles Kreditprotokoll von Ripple.

XRP Ledger (XRPL): Ripples Blockchain für digitale Vermögenswerte.

Tokenisierte Vermögenswerte: Reale oder digitale Vermögenswerte, die auf einer Blockchain repräsentiert werden.

Onchain-Kredit: Kreditvergabe, die über Blockchain-Technologie abgewickelt wird.

Single Asset Vault (XLS-65): Standardisierter Pool für einen einzelnen digitalen Vermögenswert.

Lending Protocol (XLS-66): System zur automatisierten Vergabe strukturierter Kredite.

Off-Chain-Bonitätsprüfung: Kreditwürdigkeitsprüfung außerhalb der Blockchain.

RLUSD: Ripples an den US-Dollar gebundener Stablecoin.

Validator-Zustimmung: Erforderlicher Konsens der Validatoren für Änderungen am XRP Ledger.

Immunefi Attackathon: Sicherheitsprogramm zur Identifizierung von Schwachstellen.

Häufig gestellte Fragen zum XRPL Lending Protocol

1. Was ist das XRPL Lending Protocol?

Es handelt sich um Ripples vorgeschlagenes institutionelles Kreditprotokoll für den XRP Ledger.

2. Wie funktioniert das Protokoll?

Es verbindet Off-Chain-Bonitätsprüfungen mit einer automatisierten Onchain-Kreditvergabe.

3. Ist das Protokoll bereits verfügbar?

Nein, derzeit wartet es noch auf die Zustimmung der Validatoren.

4. Warum ist das Protokoll wichtig?

Es könnte die Nutzung von XRP und RLUSD durch institutionelle Kreditvergabe erheblich erweitern.

Referenzen

Ripple

Coingecko

Haftungsausschluss

Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt weder eine Finanz-, Anlage- noch Handelsberatung dar. Kryptowährungen sind mit erheblichen Risiken verbunden und unterliegen starken Kursschwankungen. Leser sollten vor einer Investition stets eigene Recherchen durchführen und gegebenenfalls einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.

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Haider Ali is a cryptocurrency journalist and blockchain news analyst known for covering breaking stories, market trends, and emerging innovations in the digital asset space. His work appears in leading crypto publications, where he writes about Bitcoin, Ethereum, DeFi, NFTs, and Web3 developments shaping the future of finance.With deep knowledge of blockchain technology and global markets, Haider provides data-driven insights and balanced reporting that appeal to both retail traders and industry professionals. He is recognized as a trusted voice in cryptocurrency journalism and continues to track major shifts across exchanges, regulation, and digital economy trends.
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