Wallet Drainer: So funktionieren die Krypto-Betrugsmaschen

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Eine Wallet-Freigabe kann Zugriff ermöglichen, ohne dass ein Passwort gestohlen wird.

Zuletzt aktualisiert: 06.11.2026

Ein Wallet Drainer kann Krypto-Assets stehlen, indem er Nutzer zu einer Transaktionsfreigabe, einer Signatur oder zur Preisgabe von Wallet-Zugangsdaten verleitet. Dafür muss ein Angreifer nicht zwingend ein Konto knacken: Der Wallet-Inhaber kann selbst eine Berechtigung erteilen, ohne zu verstehen, was die Anfrage erlaubt.

Die Betrugsmasche beginnt mitunter mit einer gefälschten Website oder App. Eine Verbindung mit der Wallet allein ist nicht dasselbe wie eine Freigabe, doch eine anschließende Signatur oder Token-Erlaubnis kann dem Angreifer einen Weg eröffnen, Assets zu bewegen.

Wie ein Wallet Drainer Schritt für Schritt funktioniert

Chainalysis beschreibt Drainer als Web3-Phishing-Werkzeuge, die Nutzer dazu bringen, ihre Wallet zu verbinden und Transaktionsanfragen zu bestätigen. Der genaue Ablauf und die betroffenen Assets können variieren, folgen aber oft einem ähnlichen Muster:

  1. Der Angreifer legt einen Köder aus. Ein gefälschter Mint, Airdrop, Token-Claim oder ein anderes Web3-Angebot führt auf eine betrügerische Seite. Sie kann einem bekannten Dienst ähneln. Eine Wallet-Verbindung beweist jedoch nicht, dass die Website echt ist.
  2. Die Seite fordert eine Aktion an. Nutzer sollen möglicherweise die Wallet verbinden, Token-Ausgaben erlauben, eine Nachricht signieren oder eine Wallet-Delegation autorisieren. Diese Vorgänge sind nicht gleichbedeutend: Eine Verbindung gibt begrenzte Wallet-Informationen preis, während eine Freigabe oder Signatur Handlungsrechte erteilen kann.
  3. Der Nutzer bestätigt die Anfrage. Manchmal geht es um eine Transaktion oder Signatur, manchmal um Zugangsdaten. Wer zustimmt, ohne die Berechtigung zu verstehen, kann dem Angreifer einen Weg zu den betroffenen Assets eröffnen. Schädliche Anfragen geben sich mitunter als gewöhnliche Einzahlungen oder NFT-Angebote aus.
  4. Der Angreifer nutzt die Berechtigung. Je nach Anfrage kann er freigegebene Token übertragen, eine Signatur später einsetzen oder über delegierten Smart-Contract-Code handeln. Der Diebstahl kann auch erfolgen, nachdem die Website bereits geschlossen wurde.

MetaMask erklärt, dass Signatur-Phishing eine Off-Chain-Nachricht enthalten kann, die als Aktion wie eine Einzahlung oder das Einstellen eines NFT erscheint. Die Nachricht wird beim Erfassen nicht unbedingt direkt an die Blockchain gesendet. Ein Angreifer kann sie aber später verwenden. MetaMasks Erklärung zu Signatur-Phishing zeigt, weshalb eine Signaturanfrage genauso sorgfältig geprüft werden sollte wie eine Transaktionsanfrage.

Hand hält inne, bevor sie eine Wallet-Anfrage auf einem Smartphone bestätigt
Eine vertraut wirkende Anfrage kann eine riskante Aktion autorisieren.

Methoden eines Wallet Drainer im Überblick

Ein SEAL-Leitfaden zur Reaktion auf Sicherheitsvorfälle vom Februar 2026 beschreibt mehrere Wege, auf denen Drainer Berechtigungen erhalten können. Entscheidend ist, welche Handlung die Wallet-Anfrage autorisieren soll.

MethodeWas die Anfrage erlauben kannWorauf zu achten ist
Token-FreigabeEin Vertrag kann über bestimmte Token verfügen, möglicherweise bis zum freigegebenen Betrag.Prüfen, welcher Token und Vertrag Zugriff erhalten und ob der Betrag begrenzt ist.
Bösartige SignaturEine Nachricht kann eine spätere Aktion erlauben, auch über eine bereits genehmigte dezentrale Börse.Eine Signatur sieht nicht zwingend wie eine normale On-Chain-Transaktion aus.
EIP-7702-DelegationEin extern verwaltetes Konto delegiert Befugnisse an Smart-Contract-Code.SEAL warnt, dass eine schädliche Delegation einem Angreifer Kontrolle verschaffen und den Diebstahl von Assets ermöglichen kann.
Seed Phrase oder privater SchlüsselWer eines davon weitergibt, kann die Kontrolle über die Wallet offenlegen.Die Aufforderung, solche Zugangsdaten einzugeben oder zu verschicken, ist ein deutliches Warnsignal.

Das sind nicht die einzigen möglichen Köder. Auch eine seriös wirkende Benutzeroberfläche macht eine Anfrage nicht automatisch sicher.

Hardware-Wallet und Metallplatte mit Wiederherstellungsdaten in einem Dokumentensafe
Zugangsdaten und Signaturrechte bergen unterschiedliche Risiken.

Risiken und häufige Irrtümer bei Wallet Drainer

Wallet Drainer nutzen Freigaben, die aktiv bleiben

Ein verbreiteter Irrtum: Wer eine Wallet von einer Website trennt, hebt damit auch die zuvor erteilten Berechtigungen für einen Vertrag auf. Das stimmt nicht. Ethereum.org erklärte am 16. Oktober 2026, dass Token-Freigaben kein Ablaufdatum haben und noch Jahre nach der Genehmigung nutzbar sein können. Der Leitfaden zum Widerrufen von Token-Zugriffen unterscheidet deshalb zwischen dem Trennen einer Wallet und dem Widerrufen einer Freigabe.

Ebenso riskant ist die Annahme, jede Signatur sei harmlos, wenn keine übliche Transaktionsgebühr angezeigt wird oder die Aktion nicht sofort auf der Blockchain erscheint. MetaMask zufolge kann ein Angreifer eine Off-Chain-Signatur später einsetzen. Prüfen Sie, was die Wallet konkret zur Bestätigung anzeigt, besonders wenn die verlangte Aktion nicht zum erwarteten Vorgang passt.

Ein Wallet Drainer kann zu unwiederbringlichem Verlust führen. Der Widerruf einer Token-Erlaubnis macht eine bereits ausgeführte Übertragung nicht rückgängig. Angriffe können Phishing nach einer Seed Phrase oder einem privaten Schlüssel, Smart-Contract-Berechtigungen oder eine Wallet-Delegation umfassen. Die Risiken hängen vom Netzwerk und der konkreten Anfrage ab. Auch eine bekannte Wallet-Oberfläche ist kein Beleg dafür, dass die verbundene Website sicher ist.

Wie groß das Problem ist, lässt sich nur eingeschränkt beziffern. Eine Studie aus dem Jahr 2025 zu Drainer-as-a-Service-Aktivitäten auf Ethereum untersuchte den Zeitraum vom 1. März 2023 bis zum 1. April 2025. Sie identifizierte 76.582 betroffene Konten und schrieb Betreibern Einnahmen von 23,1 Millionen US-Dollar sowie Affiliates 111,9 Millionen US-Dollar zu. Die Forschenden warnten, dass ihr Datensatz Konten außerhalb des erfassten Netzwerks übersehen könnte. Es handelt sich um Schätzungen, nicht um eine vollständige Bilanz aller Wallet-Drainer-Verluste.

SEAL berichtete am 9. Februar 2026, dass ScamSniffer die Verluste durch Drainer und andere Phishing-Betrugsmaschen über mehrere Jahre auf fast eine Milliarde US-Dollar schätzte. Für 2025 wurden Verluste von 84 Millionen US-Dollar geschätzt. Da die Zahlen auch Phishing außerhalb von Drainer-Angriffen umfassen, sind sie nicht als reine Drainer-Verluste zu verstehen.

Wallet-Berechtigungen auf einem Incident-Response-Arbeitsplatz
Berechtigungen zu prüfen ist ein anderer Schritt als eine Website zu trennen.

Häufige Fragen zum Wallet Drainer

Kann ein Wallet Drainer allein durch das Verbinden einer Wallet Assets stehlen?

Eine Wallet-Verbindung ist etwas anderes als eine Signatur oder eine Token-Freigabe. Das Risiko steigt, wenn eine Website anschließend dazu verleitet, eine schädliche Anfrage zu bestätigen. Prüfen Sie jede einzelne Wallet-Anfrage, statt anzunehmen, die Verbindung erkläre bereits alle Berechtigungen.

Stoppt das Trennen der Wallet einen Wallet Drainer?

Das Trennen beendet die Verbindung zur Website, widerruft aber keine bereits erteilte Token-Freigabe. Ethereum.org zufolge können Berechtigungen ohne Ablaufdatum aktiv bleiben. Unerwünschte Freigaben müssen separat geprüft und widerrufen werden. Bereits übertragene Assets kommen dadurch nicht zurück.

Was ist nach einer verdächtigen Anfrage zu tun?

Ermitteln Sie, was die Anfrage autorisiert hat und welche Wallet sowie welches Netzwerk betroffen sind. Bei einer Token-Freigabe sollten die betreffenden Berechtigungen geprüft und nicht erkannte Zugriffe widerrufen werden. Wurde eine Seed Phrase oder ein privater Schlüssel offengelegt, liegt ein eigener schwerwiegender Sicherheitsvorfall vor. Geben Sie Zugangsdaten nicht an Personen weiter, die eine Wiederbeschaffung versprechen. Nach einer Übertragung lässt sich eine Wiederherstellung nicht zusichern.

Quellen

Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Kryptowährungen sind sehr volatil, recherchieren Sie daher immer selbst, bevor Sie investieren.

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