Das FBI schreibt den Binance Hack Nordkoreas Gruppe TraderTraitor zu. Binance hat Auszahlungen nach einem Diebstahl wieder freigegeben, dessen Schaden auf rund 6,3 Milliarden US-Dollar geschätzt wird. Die Börse erklärt, etwa 95 Prozent der betroffenen Vermögenswerte ersetzt zu haben. Der technische Ablauf und der Verbleib nicht eingefrorener Gelder sind noch unklar.
Warum der Binance Hack wichtig ist
Binance muss Auszahlungen bedienen und Kundenguthaben nach einem großen Diebstahl ersetzen. Die FBI-Zuordnung und die Aufforderung, Transaktionen mit verbundenen Adressen zu blockieren, beziehen Börsen, DeFi-Dienste und weitere Kryptounternehmen in die Nachverfolgung ein.
Was über den Binance Hack bekannt ist
Binance Hack: FBI beschuldigt TraderTraitor
Binance teilte mit, seine Hot Wallets seien am 29. Oktober 2026 gegen 20:05 Uhr UTC kompromittiert worden. Der geschätzte Verlust belaufe sich auf 6,3 Milliarden US-Dollar in Token. Am 31. Oktober erklärte das FBI, nordkoreanische Hacker, die es „TraderTraitor“ nennt, seien verantwortlich. Die gestohlenen Vermögenswerte seien überwiegend in Ether umgewandelt worden. Das FBI forderte Kryptounternehmen auf, Transaktionen mit aufgeführten Adressen zu blockieren. Die öffentliche FBI-Warnung nennt die Gruppe und beschreibt die Maßnahmen der Strafverfolgungsbehörden.
CoinDesk berichtete, die Warnung liste mehr als 600 Ethereum-Adressen, knapp 20 Bitcoin-Adressen und eine Solana-Adresse auf. Chainalysis zufolge hatten die Angreifer bereits Tausende Adressen genutzt; das Unternehmen erwartete laut CoinDesk, dass die Zahl weiter steigen würde.
Decrypt zufolge arbeitete der Secret Service mit Branchenpartnern daran, einen erheblichen Teil der gestohlenen Kryptowährungen zu identifizieren und einzufrieren. Die Behörde setzte ihre Arbeit gemeinsam mit dem FBI und IRS Criminal Investigation fort. Chainalysis berichtete zudem, die Hacker hätten mehr als 500 Millionen US-Dollar über Tron bewegt, verteilt auf Tausende Einzahlungen und mehrere DeFi-Protokolle. Danach seien Gelder über Cross-Chain-Dienste zu Wallets auf Ethereum, Bitcoin und anderen Netzwerken transferiert worden.
Binance Auszahlungen werden schrittweise wieder freigegeben
Binance begann am 1. November schrittweise, Auszahlungen freizugeben. Zunächst war Bitcoin verfügbar, später wurden 15 Netzwerke unterstützt. Bitcoin Magazine berichtete, die Auszahlungen hätten um 06:00 Uhr UTC begonnen und der Zugang sei im Tagesverlauf ausgeweitet worden. Bis zum 2. November waren laut Decrypt auch US-Dollar und mehrere weitere Fiatwährungen wieder verfügbar.
In den ersten neuneinhalb Stunden verarbeitete Binance Auszahlungen im Wert von 4,649 Milliarden US-Dollar. Einzahlungen beliefen sich im selben Zeitraum auf 1,01 Milliarden US-Dollar, berichtete Decrypt. Der Nettoabfluss von rund 3,64 Milliarden US-Dollar entsprach etwa 2,1 Prozent der 171 Milliarden US-Dollar an Vermögenswerten, die Binance in den Reservenangaben vom 28. Oktober ausgewiesen hatte. Am 31. Oktober erstellte Binance eine neuere Reservenaufnahme. Die Auszahlungsvolumina gingen nach einem anfänglichen Anstieg zurück und stabilisierten sich laut Decrypt.
CEO Richard Teng erklärte am 1. November, Binance habe rund 95 Prozent der betroffenen Vermögenswerte ersetzt und werde die finanziellen Folgen tragen, statt sie an Nutzer weiterzugeben, berichtete Decrypt. Bitcoin Magazine zufolge verwendete Binance Unternehmensmittel, einen Teil des Secure Asset Fund for Users und Mittel aus dem Futures-Versicherungsfonds. Die übrigen fünf Prozent bestünden aus weniger liquiden Token, deren Beschaffung länger dauere.
Bitcoin Magazine berichtete, Binance habe einen Reserven-Snapshot mit Stichtag 31. Oktober veröffentlicht. Am 2. November teilte die Börse mit, der vollständige Zero-Knowledge-Proof dafür sei fertiggestellt. Nutzer ausgewählter Vermögenswerte können mit Binances Verifizierungswerkzeug prüfen, ob ihre Guthaben mindestens im Verhältnis 1:1 gedeckt sind. Das Update von Binance zum Vorfall schätzt den Verlust durch die kompromittierten Hot Wallets auf rund 6,3 Milliarden US-Dollar.

Was beim Binance Hack noch unklar ist
Wie der Binance Hack durchgeführt wurde
Die FBI-Zuordnung benennt, wen die Behörde für den Diebstahl verantwortlich hält, erklärt aber nicht den vollständigen technischen Ablauf. Binance sagte zunächst, möglicherweise hätten der Laptop eines DevOps-Mitarbeiters und der Zugriff auf einen Service-Container unautorisierte Auszahlungen ermöglicht, berichtete die Associated Press. Die Börse erklärte, es gebe keine Hinweise darauf, dass private Wallet-Schlüssel offengelegt worden seien. Diese frühe Darstellung ist kein vollständiger Untersuchungsbericht.
Bitcoin Magazine berichtete später, Binance habe neben dem zunächst bekannten Angriffspunkt weitere Kompromittierungen festgestellt. Die Börse hat nicht umfassend erklärt, wie die Angreifer ihren Zugriff vorbereitet und den Angriff ausgeführt hätten. Auch den Verbleib oder eine mögliche Rückholung von rund 3,3 Milliarden US-Dollar, die nicht eingefroren wurden, habe sie nicht abschließend erläutert. Ermittler verfolgen Aktivitäten auf zehn Blockchains.
Binance erklärt, rund 95 Prozent des betroffenen Betrags ersetzt zu haben, und arbeitet mit Branchenpartnern und OTC-Handelsplätzen daran, die übrigen Token zu beschaffen. Die Börse hat zugesagt, den gesamten Betrag abzudecken. Eine abschließende Abrechnung der Rückgewinnung liegt in den vorliegenden Berichten nicht vor.

Reaktionen von Märkten und Analysten
Bitcoin fiel in den Stunden nach dem Angriff um rund fünf Prozent auf unter 77.000 US-Dollar, berichtete Bitcoin Magazine. Das Medium meldete auch Kursverluste bei Coinbase, Robinhood, Strategy und Strive, während Anleger mögliche Folgen von Verlusten auf Börsenebene für den gesamten Sektor abwogen. Der zeitliche Zusammenhang belegt nicht, dass der Binance Hack allein jede dieser Marktbewegungen ausgelöst hat.
Der Nettoabfluss entsprach etwa 2,1 Prozent der von Binance für den 28. Oktober gemeldeten Vermögenswerte. Decrypt zufolge gingen die Auszahlungsvolumina später zurück und stabilisierten sich. Die Zahlen belegen weder die Gründe einzelner Nutzer für Auszahlungen noch, ob ihre Bedenken inzwischen ausgeräumt sind.
Das FBI schrieb den Angriff TraderTraitor zu und forderte Kryptounternehmen auf, verbundene Transaktionen zu blockieren. Von Decrypt zitierte Angaben von Chainalysis beschreiben Geldbewegungen zwischen Netzwerken. Eine abschließende Bilanz der zurückgewonnenen Vermögenswerte liegt in diesen Berichten nicht vor.
Was der Binance Hack für Anleger bedeutet
Auszahlungen sind wieder angelaufen, während Binance Vermögenswerte ersetzt und Ermittler Geldflüsse verfolgen. Der Verifizierer für den Reserven-Snapshot vom 31. Oktober prüft, ob Guthaben ausgewählter Vermögenswerte mindestens 1:1 gedeckt sind. Er erklärt nicht, wie der Angriff erfolgte; Binance hat keinen vollständigen technischen Bericht veröffentlicht.
Die Zusage, den betroffenen Betrag abzudecken, ist die erklärte Position der Börse. Die verbleibenden fünf Prozent bestehen Binance zufolge aus weniger liquiden Token, die noch beschafft werden. Informationen zu nicht eingefrorenen Geldern oder einer weiteren Rückgewinnung stehen aus.

Der aktuelle Stand
Das FBI macht Nordkoreas Gruppe TraderTraitor für den Diebstahl im Umfang von 6,3 Milliarden US-Dollar verantwortlich. Binance hat Auszahlungen wieder geöffnet und erklärt, rund 95 Prozent der betroffenen Vermögenswerte ersetzt zu haben. Eine vollständige technische Erklärung, eine abschließende Bilanz der verbleibenden Token und weitere Ergebnisse der Geldverfolgung stehen noch aus.
Quellen
- Security Incident Update #2 (2026-10-30) | Binance Support (www.binance.com)
- North Korea Responsible for $6 Billion+ Binance Attack, FBI (www.fbi.gov)
- Binance Reopens Withdrawals as Hack Recovery Enters Second Week (Bitcoin Magazine)
Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Kryptowährungen sind sehr volatil, recherchieren Sie daher immer selbst, bevor Sie investieren.

