Binance Auszahlungen kehren nach dem Rekorddiebstahl zurück

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Binance gibt Auszahlungen nach dem Diebstahl Netzwerk für Netzwerk wieder frei.

Binance Auszahlungen werden seit dem 1. November schrittweise wieder freigeschaltet, drei Tage nachdem Angreifer laut BeInCrypto rund 6,3 Milliarden US-Dollar von der Börse gestohlen hatten. Binance nimmt die Transfers Netzwerk für Netzwerk wieder auf und gibt an, etwa 95 Prozent der gestohlenen Summe aus eigenen Reserven abgedeckt zu haben.

Der Neustart ermöglicht Auszahlungen über einige Netzwerke, klärt aber nicht alle Fragen zum Angriff und zur noch offenen Rückführung. Bitcoin und mehrere weitere Netzwerke sind wieder verfügbar. Weitere Freischaltungen sollen laut Binance erst nach Prüfungen folgen.

Warum die Binance Auszahlungen wichtig sind

Die von Binance gemeldete Reserveabdeckung ist beträchtlich. Die bisher verfügbaren Berichte enthalten jedoch weder eine detaillierte technische Erklärung des Angriffs noch eine Aufschlüsselung nach Token oder die Ergebnisse der noch laufenden Prüfungen. Weil Binance Auszahlungen gestaffelt freigibt, sollten Nutzer den Status des jeweiligen Netzwerks und Vermögenswerts prüfen, statt von einer allgemeinen Verfügbarkeit auszugehen.

Was über die Binance Auszahlungen bekannt ist

Wie Binance Auszahlungen zurückkehren

BeInCrypto zufolge begann der Angriff am 29. Oktober. Dabei wurden innerhalb von weniger als vier Stunden rund 6,3 Milliarden US-Dollar aus Binance-Hot-Wallets über mehrere Blockchains abgezogen. Der größte Teil der Gelder soll innerhalb von etwa 20 Minuten abgeflossen sein. Am 1. November startete Binance die kontrollierte, schrittweise Wiederaufnahme, zunächst für Bitcoin.

In Mitteilungen vom selben Tag führte Binance BTC, ETH, BNB, XRP sowie Vermögenswerte auf den Netzwerken BSC und Base als auszahlbar auf. Später kamen POL, USDT und USDC auf Polygon sowie AVAX, USDT und USDC auf dem AVAXC-Netzwerk hinzu. Weitere Vermögenswerte und Netzwerke sollten nach und nach nach Prüfungen folgen. Binance warnte zudem, dass hohes Volumen vorübergehende Verzögerungen verursachen könne. Einzahlungen waren während des Vorfalls weiterhin möglich, berichtete BeInCrypto.

Binance erklärt, mehr als 6,34 Milliarden US-Dollar zurückgestellt und rund 95 Prozent der gestohlenen Summe abgedeckt zu haben. Der noch offene Teil bestehe aus weniger liquiden Token, die das Unternehmen weiterhin kaufe, berichtete BeInCrypto. Das ist die Darstellung der Börse. Eine Aufschlüsselung nach Token, aus der sich Umfang und Deckung im Einzelnen ablesen ließen, enthält der Bericht nicht.

BeInCrypto berichtete außerdem, das FBI habe die Tat der nordkoreanischen Gruppe TraderTraitor zugeschrieben und Akteure der Branche aufgefordert, zugehörige Adressen zu sperren. Partner hätten schätzungsweise 2,7 bis 3 Milliarden US-Dollar eingefroren. Diese Schätzung bezieht sich auf Maßnahmen der Partner. Sie belegt nicht, dass die Vermögenswerte an Binance oder dessen Kunden zurückgegeben wurden.

Sicherheitsschleuse vor dem Serverraum einer Kryptobörse
Binance prüft Netzwerke, bevor weitere Auszahlungen freigeschaltet werden.

Was weiterhin offen ist

Die schrittweise Rückkehr der Binance Auszahlungen erklärt nicht, wie die Angreifer Zugriff auf die Hot-Wallets erhielten oder wie der Diebstahl über mehrere Netzwerke abgewickelt wurde. Die für diesen Bericht verfügbaren Informationen enthalten keine ausführliche technische Nachanalyse, keine unabhängige Prüfung der Reserveangaben und keinen bestätigten Zeitplan für alle noch nicht freigeschalteten Vermögenswerte.

Auch gibt es in den verfügbaren Berichten keine vollständige öffentliche Abrechnung dazu, wie viel der gestohlenen Kryptowährungen eingefroren, zurückgewonnen oder weiterhin von den Angreifern kontrolliert wird. Die genannte Schätzung von 2,7 bis 3 Milliarden US-Dollar bezieht sich auf eingefrorene Gelder durch Partner. Sie bedeutet nicht, dass diese Vermögenswerte Binance oder den Kunden bereits zurückgegeben wurden. Laut Bericht umfasst die verbleibende Lücke weniger liquide Token, die Binance noch kauft. Weitere Einzelheiten fehlen.

Binance erklärt, die Kundengelder seien sicher. Das ist eine Aussage des Unternehmens und wird durch die für diesen Bericht vorliegenden Informationen nicht unabhängig bestätigt. Die Börse warnte außerdem vor vorübergehenden Verzögerungen bei hohem Volumen. Weitere Statusmeldungen zu Netzwerken oder ein späterer Bericht zum Vorfall könnten zusätzliche Angaben zu Prüfungen und Rückführung liefern.

So reagierten die Märkte

BeInCrypto berichtete, Bitcoin sei nach dem Angriff um mehr als 3 Prozent gefallen und habe kurzzeitig ein Sechswochentief nahe 76.000 US-Dollar erreicht. Auch Ethereum und BNB gaben nach. Laut von BeInCrypto zitierten CoinGlass-Daten überstiegen die Liquidationen innerhalb einer Stunde 628 Millionen US-Dollar. Betroffen waren überwiegend Long-Positionen.

Marktdaten von CoinGecko zeigten BTC am 1. November um 13:13 UTC bei 77.917 US-Dollar. Das entsprach einem Plus von 0,6 Prozent binnen 24 Stunden, aber einem Rückgang von 3,34 Prozent in sieben Tagen. ETH notierte bei 2.263,64 US-Dollar, ein Plus von 0,8 Prozent innerhalb von 24 Stunden und ein Minus von 3,31 Prozent über sieben Tage. BNB lag bei 713,73 US-Dollar, mit einem Anstieg von 1,27 Prozent binnen 24 Stunden und einem Rückgang von 4,08 Prozent in sieben Tagen.

VermögenswertKurs am 1. November, 13:13 UTCVeränderung in 24 StundenVeränderung in 7 Tagen
BTC77.917 US-Dollar+0,6 %-3,34 %
ETH2.263,64 US-Dollar+0,8 %-3,31 %
BNB713,73 US-Dollar+1,27 %-4,08 %

Diese Angaben zeigen Kurse und Veränderungen für die genannten Zeiträume. Sie belegen nicht, dass die Wiederaufnahme der Binance Auszahlungen eine Kursbewegung ausgelöst hat. Der Crypto Fear & Greed Index lag am 1. November bei 34 und wurde als „Fear“ eingestuft. Das beschreibt die Einordnung des Index, nicht eine Prognose. Für diesen Bericht lagen keine Einschätzungen oder Vorhersagen namentlich genannter Analysten vor.

Hardware-Sicherheitsschlüssel neben einem versiegelten Umschlag auf einem Schreibtisch aus Walnussholz
Der Neustart der Auszahlungen beantwortet noch nicht alle Fragen zum Angriff.

Was der Vorfall für Anleger bedeutet

Binance Auszahlungen und das Risiko von Börsen

Der Vorfall zeigt, dass eine Auszahlungssperre den Zugriff auf Vermögenswerte auf einer Börse einschränken kann, während die Plattform Prüfungen durchführt. In diesem Fall setzte Binance Auszahlungen gestaffelt wieder in Gang und warnte vor möglichen Verzögerungen bei hohem Volumen. BeInCrypto berichtete zudem von Kursrückgängen bei Bitcoin, Ethereum und BNB sowie erheblichen Liquidationen nach dem Angriff.

Angaben zur Reserveabdeckung, eingefrorene Adressen und wieder mögliche Binance Auszahlungen belegen weder, dass sämtliche Verluste ausgeglichen wurden, noch, dass künftige Verluste ausgeschlossen sind. Krypto-Vermögenswerte können an Wert verlieren. Bei diesem Vorfall wurden Hot-Wallets einer Börse bestohlen. Aus den verfügbaren Informationen geht nicht hervor, ob jeder betroffene Vermögenswert zurückgegeben wurde.

Zu den offenen Punkten gehören weitere Netzwerk-Statusmeldungen von Binance, eine technische Erklärung des Angriffs, eine unabhängige Bestätigung der Reserve- und Rückführungszahlen sowie zusätzliche Angaben von Ermittlern und Partnern zu eingefrorenen Vermögenswerten. Solche Informationen könnten klären, was zurückgewonnen wurde und was ungeklärt bleibt.

Einordnung

Binance gibt an, etwa 95 Prozent der gestohlenen Summe durch eigene Reserven abgedeckt zu haben, und schaltet Auszahlungen nach und nach wieder frei. Das ist ein operativer Schritt. Die technischen Einzelheiten des Angriffs, die endgültige Rückführungssumme und der Status der übrigen Vermögenswerte sind jedoch weiterhin offen.

Quellen

Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Kryptowährungen sind sehr volatil, recherchieren Sie daher immer selbst, bevor Sie investieren.

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