Binance Hack: FBI ermittelt, Circle friert 823 Millionen USD ein

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Symbolbild: Lokalisierte oder eingefrorene Gelder sind nicht mit zurückerlangten Vermögenswerten gleichzusetzen.

Der Binance Hack beschäftigt das FBI und den US Secret Service im Rahmen internationaler Ermittlungen. Circle hat rund 823 Millionen USD in USDC mit Verbindung zum Diebstahl eingefroren, wie Decrypt am 30. Oktober unter Berufung auf Reuters berichtete. Binance hat nach eigenen Angaben mehr als 6,34 Milliarden USD zur Verlustdeckung reserviert. Angaben zum Schaden und zu eingefrorenen Geldern unterscheiden sich jedoch.

Warum der Fall relevant ist

Der Binance Hack zeigt die Macht von Stablecoin-Herausgebern: Sie können Token-Transfers blockieren und damit Angreifern den Zugriff auf Gelder versperren. Das belegt weder Rückzahlungen an Kunden noch die Identifizierung aller Verantwortlichen.

Was zum Binance Hack bekannt ist

Wie Decrypt am 30. Oktober berichtete, erklärte eine mit der Angelegenheit vertraute Person gegenüber Reuters, Binance kooperiere weltweit mit Strafverfolgungsbehörden, darunter FBI und Secret Service. Das FBI bestätigte seine Kenntnis des Vorfalls. Mit öffentlichen und privaten Partnern prüfe es das Ausmaß und koordiniere Ermittlungsmaßnahmen.

Der Secret Service hatte sich laut Decrypt nicht geäußert. Die Behörde untersucht neben ihren Schutzaufgaben auch Finanzdelikte, Computerkriminalität und Straftaten mit digitalen Währungen.

Decrypt verwies auf die Operation Atlantic im April mit dem Secret Service, der britischen National Crime Agency, Binance, Coinbase und weiteren Kryptounternehmen. Dabei wurden mehr als 20.000 Opfer von Approval-Phishing identifiziert, 45 Millionen USD an gestohlenen Geldern nachverfolgt und 12 Millionen USD eingefroren. Diese Zahlen betreffen die frühere Operation, nicht den Binance-Diebstahl.

Circle-Chef Jeremy Allaire erklärte laut Decrypt, der USDC-Herausgeber kooperiere mit Strafverfolgungsbehörden und habe im Zusammenhang mit dem Vorfall mehr als 800 Millionen USD eingefroren. Decrypt bezifferte die Summe am 30. Oktober auf ungefähr 823 Millionen USD.

Laut Decrypt können Circle und der konkurrierende Herausgeber Tether Blockchain-Adressen sperren. Ihre Token lassen sich dann nicht mehr aus den betroffenen Wallets übertragen. Das ist keine Rücküberweisung an Binance oder dessen Kunden.

Binance Hack: Spur führt laut Analysefirmen zu TraderTraitor

Decrypt zufolge ordneten die Blockchain-Analysefirmen TRM Labs und Chainalysis den Angriff TraderTraitor zu, einer nordkoreanischen Hackergruppe. Der Bericht verband die Gruppe auch mit dem Bybit-Diebstahl über 1,5 Milliarden USD vom Februar 2025, den das FBI nordkoreanischen Hackern zugeschrieben hatte.

Beim Binance Hack stammt diese Zuordnung von den Analysefirmen. Die zitierten FBI-Aussagen betreffen die Ermittlungen, nicht die Täterschaft. Die Zuordnung des separaten Bybit-Diebstahls belegt keine entsprechende FBI-Zuordnung im Binance-Fall.

Geschlossener Stahlriegel vor einem Tresorraum als Symbol für gesperrte Transfers
Symbolbild: Eingefrorene Token sind noch keine zurückgezahlten Kundengelder.

Welche Fragen offenbleiben

Die Berichte nennen unterschiedliche Gesamtschäden: Cointelegraph bezifferte den Binance Hack am 30. Oktober auf 6,3 Milliarden USD, Decrypt verwendete sowohl 6,3 als auch 6,4 Milliarden USD. Eine abgeglichene Schadenssumme ergibt sich daraus nicht.

Noch unklarer sind Tethers Sperrsummen. Decrypt nennt in der Zusammenfassung 975,1 Millionen USD, im Fließtext ungefähr 1,5 Milliarden USD und zitiert Tether-Chef Paolo Ardoino vom 29. Oktober mit mehr als 1,567 Milliarden USDT. Ohne Abgleich dürfen diese Angaben weder gleichgesetzt noch addiert werden.

Cointelegraph berichtete unter Berufung auf Binance, etwa 3 Milliarden USD seien eingefroren worden. Decrypt beschrieb unter Verweis auf das Update von Binance-Chef Richard Teng vom 30. Oktober ungefähr 3 Milliarden USD als lokalisiert oder eingefroren. Aufspüren, Transfersperren und Rückgewinnung sind unterschiedliche Schritte.

Eine abschließende technische Erklärung liefern die Berichte nicht. Weder der Zugangsweg der Angreifer noch der letztlich rückholbare Anteil der gestohlenen Vermögenswerte sind bestätigt.

Marktlage am 30. Oktober

Die erfassten Kryptowährungen lagen über die vorangegangenen 24 Stunden im Minus. Der Binance Hack lässt sich anhand der verfügbaren Daten nicht als Ursache feststellen. CoinGeckos Momentaufnahme vom 30. Oktober um 21:13 Uhr UTC zeigte für Bitcoin einen stärkeren Rückgang als für BNB.

KryptowährungKurs in USDVeränderung in 24 Stunden
Bitcoin76.633-3,13 %
Ethereum2.236,18-1,24 %
BNB697,85-1,35 %

Alle Tabellenwerte stammen von CoinGecko, Stand 30. Oktober 2026, 21:13 Uhr UTC. Der Crypto Fear & Greed Index von Alternative.me lag am 30. Oktober bei 30, in der Kategorie Angst.

Die Zahlen beschreiben das Marktumfeld, nicht die Kurswirkung des Diebstahls. Weder diese Momentaufnahme noch die Ergebnisse zur Zuordnung des Angriffs belegen die künftige Kursentwicklung.

Geschlossener Laptop und Sicherheitsschlüssel vor einem Netzwerkschrank im leeren Betriebsraum
Symbolbild für technische Zugriffskontrollen bei der Verwahrung auf Kryptobörsen.

Was der Vorfall für Anleger bedeutet

Für Kunden bleibt entscheidend, ob aus der Finanzierungszusage abgeschlossene Erstattungen werden. Laut Decrypt will Binance Unternehmensmittel und den Secure Asset Fund for Users einsetzen. Teng erklärte am 30. Oktober, mehr als 6,34 Milliarden USD seien reserviert.

Diese von Decrypt berichtete Unternehmenszusage zur Verlustdeckung ist kein unabhängiger Nachweis abgeschlossener Kundenzahlungen. Die vorliegenden Berichte belegen solche Rückzahlungen nicht.

Der Fall verdeutlicht das Diebstahlrisiko bei Vermögenswerten auf Börsen. Stablecoin-Herausgeber können Transfers sperren, ohne Token an ihre Eigentümer zurückzugeben. Ein lokalisiertes Wallet ist nicht dasselbe wie zurückerlangtes, verfügbares Guthaben.

Welche Nachweise noch fehlen

Laut den Berichten sind US-Behörden und Stablecoin-Herausgeber einbezogen, doch die Rückgewinnung bleibt unvollständig dokumentiert. Abgeglichene Sperrsummen, eine bestätigte technische Erklärung und Rückzahlungsnachweise könnten offene Fragen klären. Wann diese Informationen vorliegen könnten, geht aus den Berichten nicht hervor.

Quellen

Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Kryptowährungen sind sehr volatil, recherchieren Sie daher immer selbst, bevor Sie investieren.

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