Krypto im 401(k): Was die Regel ändern würde

The bit journal logo
8 Min Read
Die endgültige Regel des Arbeitsministeriums wird im Weißen Haus geprüft.

Für Sparer in den USA gibt es noch keinen Termin, ab dem sie über betriebliche Altersvorsorgekonten auf Krypto zugreifen können. Die Regel für Krypto im 401(k) wird im Weißen Haus geprüft. Auch nach ihrer Veröffentlichung wäre Krypto nicht automatisch in jedem Plan enthalten.

Die Regel liegt beim Office of Information and Regulatory Affairs (OIRA), einer Prüfstelle des Weißen Hauses. Arbeitgeber würden entscheiden, ob sie eine Anlageoption anbieten. Die jeweiligen Planverantwortlichen müssten die Optionen bewerten.

Was zur Krypto-im-401(k)-Regel bekannt ist

  • OIRA erhielt die endgültige Regel des Arbeitsministeriums am 5. November 2026. Am 6. November stand sie noch unter Prüfung.
  • Die Regel betrifft die Auswahl von Anlagen durch Planverantwortliche. Sie verpflichtet keinen Plan, Kryptowährungen anzubieten.
  • Der vorgeschlagene Schutzrahmen umfasst sechs Faktoren, darunter Gebühren, Liquidität und Bewertung.
  • In der offiziellen Akte ist keine gesetzliche Frist vermerkt. Ein Termin für den Zugang von Sparern wurde nicht angekündigt.

Die endgültige Regel trägt den Titel „Fiduciary Duties in Selecting Designated Investment Alternatives“. Laut dem offiziellen Prüfvermerk ging sie am 5. November bei OIRA ein. Am 6. November stand sie noch unter Prüfung, und die Akte nennt keine gesetzliche Frist. Das bedeutet nicht, dass Sparer bereits handeln können.

Die Regel soll erläutern, wie Planverantwortliche Anlageoptionen bewerten, zu denen alternative Anlagen wie Krypto, Private Equity und Immobilien gehören könnten. Ein vorgeschlagener „Safe Harbor“ würde Entscheidungsträgern Schutz bieten, wenn sie festgelegte Prüfschritte einhalten. Er verpflichtet keinen Plan, solche Anlagen aufzunehmen.

Bloomberg Tax zufolge umfasst der vorgeschlagene Schutzrahmen sechs Faktoren: Wertentwicklung, Gebühren, Liquidität, Bewertung, Wertentwicklungsmaßstäbe und Komplexität. Der endgültige Text kann davon abweichen. Das Arbeitsministerium veröffentlichte den Vorschlag im März; Stellungnahmen waren bis zum 1. Juni 2026 möglich, wie der Federal Register zeigt.

Dokumentenmappe in einem stillen Verwaltungskorridor
OIRA erhielt die endgültige Regel des Arbeitsministeriums am 5. November.

Hintergrund zur Krypto-im-401(k)-Regel

Im August 2025 wies Präsident Donald Trump das Arbeitsministerium per Dekret an, zu erläutern, wie Planverantwortliche alternative Anlagen in beitragsorientierten Vorsorgeplänen berücksichtigen sollen. Das Weiße Haus erklärte, mehr als 90 Millionen Amerikaner nähmen an arbeitgebergestützten beitragsorientierten Plänen teil. Das Dekret machte Krypto nicht automatisch verfügbar.

Im Mai 2025 zog das Arbeitsministerium seine Leitlinien aus dem Jahr 2022 zurück. Sie hatten Planverantwortliche zu „extremer Vorsicht“ bei Kryptowährungen aufgefordert. Das Ministerium erklärte, es kehre zu einer neutralen Position zurück und spreche sich weder für noch gegen Kryptooptionen in Altersvorsorgeplänen aus.

Arbeitgeber-Sparpläne, darunter 401(k)-Konten, hielten Ende Juni Vermögenswerte im Wert von 15 Billionen US-Dollar. Die Zahl stammt aus Daten des Investment Company Institute (ICI), die BeInCrypto zitierte. Das ICI unterstützt die Regel und nannte Zielfonds als möglichen Weg, private Anlagen einzubeziehen. Ein vom ICI beschriebenes Modell ergab, dass ein Anteil von 20 Prozent an privaten Anlagen den mittleren Kontostand nach 40 Jahren um 12 Prozent erhöhen könnte. Das ist ein Modellergebnis, keine Prognose zur Wertentwicklung von Krypto.

Der Vorschlag stößt auch auf Widerstand. Axios berichtete von fast 40.000 Stellungnahmen. Die demokratischen Abgeordneten Edward Markey, Elizabeth Warren und Stephen Lynch äußerten laut BeInCrypto Bedenken zu Wertentwicklung und Gebühren von Private Equity sowie zur Nutzung von Altersvorsorgegeldern zur Unterstützung der Branche. Eine vom National Institute on Retirement Security durchgeführte und von BeInCrypto zitierte Umfrage ergab, dass 77 Prozent der Amerikaner Krypto in Altersvorsorgeplänen als riskant ansehen.

Die Debatte betrifft zudem mögliche Interessenkonflikte, undurchsichtige Gebühren und Wertentwicklungsdaten. Axios zufolge führten Kritiker diese Punkte an, während Befürworter den Zugang zu alternativen Anlagen betonten. Die Fragen stehen im Zusammenhang damit, wie Planverantwortliche Anlageoptionen bewerten sollten.

Unterlagen zur Altersvorsorge auf einem Schreibtisch
Zielfonds sind laut ICI ein möglicher Weg für private Anlagen.

Marktdaten während der Prüfung der Krypto-im-401(k)-Regel

Die laufende Prüfung ist für sich genommen kein Beleg für eine dadurch ausgelöste Marktbewegung. Bitcoin und Ethereum notierten in den 24 Stunden bis zum 6. November um 18:13 Uhr UTC niedriger. Die vorliegenden Daten belegen keinen Zusammenhang mit der Altersvorsorgeregel.

AnlageKurs am 6. November, 18:13 Uhr UTCVeränderung in 24 Stunden
Bitcoin (BTC)75.710 US-Dollar-0,43 %
Ethereum (ETH)2.224,50 US-Dollar-1,34 %

Die bereitgestellten CoinGecko-Daten zeigten Bitcoin über 30 Tage 9,2 Prozent im Minus und Ethereum 13,37 Prozent im Minus. Der Crypto Fear & Greed Index lag am 6. November bei 28 und war als „Fear“ eingestuft. Diese Werte beschreiben die Marktbedingungen, nicht eine Reaktion auf den Regelentwurf.

Der Vorschlag betrifft die Anlageauswahl durch Planverantwortliche. Zu den geäußerten Bedenken zählen Gebühren, Interessenkonflikte und Wertentwicklungsdaten. Die Prüfung entscheidet weder diese Fragen noch, welche Optionen ein arbeitgebergestützter Plan anbietet.

Abschließbarer Schrank in einem Raum für digitale Vermögenswerte
Der Entwurf betrifft die Anlageauswahl. Kritiker verweisen auf Gebühren, Interessenkonflikte und Wertentwicklungsdaten.

Was als Nächstes zu beobachten ist

Zu beobachten ist, wann OIRA seine Prüfung abschließt und das Arbeitsministerium den endgültigen Text veröffentlicht. Am 6. November enthielt der offizielle Prüfvermerk keine gesetzliche Frist, daher lässt sich daraus kein Veröffentlichungsdatum ableiten. BeInCrypto bezeichnete die Regel in einer Überschrift als nahezu endgültig, doch laut Regierungsvermerk war die Prüfung noch nicht abgeschlossen.

Nach der Veröffentlichung lässt sich der endgültige Wortlaut mit dem Vorschlag vom März vergleichen. So wird sichtbar, ob sich der Schutzrahmen mit seinen sechs Faktoren nach der öffentlichen Kommentierungsphase geändert hat. Axios berichtete von fast 40.000 Stellungnahmen und Einwänden zu Gebühren, Interessenkonflikten und Wertentwicklungsdaten.

Auch nach einer Veröffentlichung hinge der Zugang davon ab, welche Optionen ein Arbeitgeberplan und seine Planverantwortlichen auswählen. Ein Plan kann auf Krypto verzichten. Das ICI hält Zielfonds für einen möglichen Weg, private Anlagen einzubeziehen, doch diese Einschätzung des Branchenverbands ist kein bestätigter Plan zur Einführung von Krypto in Altersvorsorgekonten. Die Arbeitgeberentscheidungen und die Einzelheiten der Pläne bestimmen, ob Beschäftigte eine Option sehen und wann.

Häufige Fragen

Wann können Sparer Krypto im 401(k) nutzen?

Ein Starttermin wurde nicht angekündigt. OIRA prüfte die endgültige Regel am 6. November 2026 noch. Der Zugang hängt davon ab, ob der jeweilige Plan eine entsprechende Anlageoption aufnimmt.

Müssen Arbeitgeber Bitcoin im 401(k) anbieten?

Nein. Die Regel betrifft Verfahren zur Auswahl von Anlagen. Sie verpflichtet Arbeitgeber nicht, Bitcoin oder eine andere Kryptowährung in einen 401(k)-Plan aufzunehmen.

Was würde die Krypto-im-401(k)-Regel für Planverantwortliche ändern?

Sie soll klarstellen, wie Planverantwortliche ausgewiesene Anlagealternativen bewerten. Der Vorschlag sieht einen Schutzrahmen mit Faktoren wie Wertentwicklung, Gebühren, Liquidität, Bewertung, Wertentwicklungsmaßstäben und Komplexität vor. Der endgültige Text kann diese Einzelheiten ändern.

Quellen

Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Kryptowährungen sind sehr volatil, recherchieren Sie daher immer selbst, bevor Sie investieren.

Share This Article
Keine Kommentare