Der am 1. Oktober 2026 vorgestellte Vorschlag zur SEC Krypto-Verwahrung würde registrierten Anlageberatern und regulierten Fonds einen klar definierten Weg eröffnen, Kryptowerte zu halten. Dazu gehören ein streng konditionierter Pfad zur Selbstverwahrung und die Möglichkeit, bundesstaatliche Trust Companies als Verwahrer einzusetzen. Noch ist das aber nur ein Entwurf: NewsBTC betont in seiner Analyse, dass die Änderungen nicht final sind. Öffentliche Stellungnahmen können bis zum 7. Dezember 2026 eingereicht werden.
- Laut der offiziellen Pressemitteilung der SEC gilt der Rahmen für registrierte Anlageberater, registrierte Investmentgesellschaften und Business Development Companies.
- Berater und Fonds dürften private Schlüssel nur dann selbst halten, wenn sie zu Beginn und danach jedes Quartal feststellen, dass kein qualifizierter Verwahrer verfügbar ist.
- Bundesstaatliche Trust Companies könnten die Kryptowerte von Kunden und regulierten Fonds verwahren.
- Die Verwahrungsregel des Advisers Act würde von Rule 206(4)-2 in Rule 223-1 umnummeriert.
- Das Paket geht über Krypto hinaus und betrifft auch Prüfungsregeln für Berater sowie die Verwahrung von Fondsvermögen durch Broker-Dealer.
Zeitstrahl zur SEC Krypto-Verwahrung
- 2023: Ein Verwahrungsvorschlag der SEC aus der Ära Gensler stößt auf Kritik. Kritiker sahen darin einen Ausschluss der Berater vom Kryptomarkt, später wurde er zurückgezogen.
- September 2026: Der Clarity Act, ein Gesetz zur Marktstruktur für Kryptowerte, scheitert im Senat.
- 1. Oktober 2026: Die SEC schlägt in der Pressemitteilung 2026-100 neue Verwahrungsregeln und Änderungen vor.
- 6. Oktober 2026: Der Vorschlag erscheint im Federal Register als Release Nos. IA-7023 und IC-36353 (File No. S7-2026-35).
- 7. Dezember 2026: Die öffentliche Kommentarfrist endet.

Warum Verwahrungsregeln für Berater so wichtig sind
Die eigentliche Hürde für institutionelle Krypto-Investments ist laut NewsBTC oft nicht die Frage, ob ein Haus technisch einen privaten Schlüssel halten kann. Schwieriger ist der Nachweis gegenüber Kunden und Aufsicht: Wer hat die Kontrolle, wie sind Vermögenswerte getrennt, wer trägt die Verantwortung? SEC-Vorsitzender Paul Atkins beschreibt den Vorschlag als Ersatz für die Unsicherheit, die Verwahrungsregeln verursacht hätten, die „für eine vergangene Ära geschaffen“ wurden.
Auch der politische Hintergrund spielt mit. Quartz berichtete, dass der Vorschlag auf das Scheitern des Clarity Act im September folgt. Danach hätten die Regulierer ihre bestehenden Befugnisse genutzt, um einzelne Marktbereiche gezielt anzugehen. In diesen Zusammenhang ordnet das Medium den Verwahrungsplan ein.
So würde die Selbstverwahrung funktionieren
Einer Zusammenfassung von Legal 500 zufolge ist die Selbstverwahrung an eine lange Liste von Bedingungen geknüpft. Firmen bräuchten Fachwissen in der Sicherung von Vermögenswerten und Kontrollen für das Schlüsselmanagement. Hinzu kämen gemeinsame Freigaben (Joint Authorization), Cybersicherheitsmaßnahmen, Berichte zu internen Kontrollen, vierteljährliche Kontoauszüge und eine sogenannte UCC Financial Asset Election.
Die Kanzlei Goodwin weist darauf hin, dass ein Berater so behandelt würde, als habe er die Verwahrung inne, wenn er oder eine nahestehende Person einen beliebigen Teil der Schlüssel hält, die für den Zugriff auf einen Vermögenswert und Transaktionen damit nötig sind. Sullivan & Cromwell ergänzt, dass die Anforderungen an die Selbstverwahrung auch bestimmte Kryptowerte ohne Wertpapiercharakter erfassen würden, die für regulierte Fonds gehalten werden, darunter Bitcoin, Ether und Solana. Für regulierte Fonds wäre die Selbstverwahrung zudem mit Aufsichtspflichten des Boards verbunden.
Änderungen jenseits digitaler Vermögenswerte
Legal 500 listet auch breitere Neuerungen auf. Die Pflicht, dass Prüfer im Rahmen der Custody Rule beim PCAOB registriert und von ihm inspiziert sein müssen, würde entfallen. Außerdem sind eine Ausnahme für diskretionäre Handelsvollmachten, längere Prüfungsfristen für Dachfonds und eine vereinfachte Verwahrung von Fondsvermögen durch Broker-Dealer nach Rule 17f-1 vorgesehen.

Was die Behörde sagt und wie sich der Markt bewegt
Atkins zufolge würde der Plan Beratern und Fonds einen klaren Rahmen geben und „einen regelkonformen Weg, wo es vorher keinen gab“, wie CoinDesk berichtete. Das Dokument umfasst laut dem Medium 760 Seiten.
SEC-Kommissarin Hester Peirce lieferte laut Yahoo Finance eine wichtige Klarstellung. „Selbstverwahrung“ bedeutet hier, dass der Berater selbst als Verwahrer auftritt, nicht dass Privatpersonen ihre eigenen Schlüssel halten. Das ist etwas anderes als das, was Privatanleger üblicherweise darunter verstehen, etwa die Nutzung einer Browser-Wallet wie der MetaMask-Erweiterung. Laut demselben Bericht kehrt der Vorschlag den Ansatz von 2023 um, den a16z vor dessen Rücknahme als „illegal, nicht umsetzbar und gefährlich“ bezeichnet hatte.
Die vorliegenden Marktdaten stellen keinen Zusammenhang zwischen jüngsten Kursbewegungen und den Verwahrungsplänen her. Die großen Coins gaben in der vergangenen Woche nach. Der Crypto Fear & Greed Index lag am 29. Oktober 2026 bei 51 (neutral).
| Asset | Kurs (USD) | 24 Std. | 7 Tage |
|---|---|---|---|
| Bitcoin (BTC) | 80.068 $ | -0,87 % | -4,88 % |
| Ether (ETH) | 2.314,60 $ | -1,56 % | -6,35 % |
| Solana (SOL) | 99,97 $ | -1,49 % | -6,77 % |
Kurse laut CoinGecko, Stand 29. Oktober 2026, 02:05 Uhr UTC.
Wie es weitergeht
Als Nächstes stehen Kommentarschreiben, mögliche Überarbeitungen und ein Zeitplan für die finale Regel an. Danach folgt der Praxistest: Verwahrer und Berater müssen den Text in schriftliche Richtlinien, Kundeninformationen, Tests und laufende Berichte übersetzen. Diese Abläufe entscheiden oft mehr als das Datum der Ankündigung.
Die Risiken bleiben. Details und Umfang können sich nach den Rückmeldungen noch ändern. Wer sich für Selbstverwahrung entscheidet, trägt das Risiko beim Schlüsselmanagement und bei Cyberangriffen direkt. Und regulierter Zugang schützt nicht vor Kursschwankungen: Bitcoin lag laut CoinGecko zum 29. Oktober im Jahresvergleich 28,88 % im Minus. Die Regeln unterscheiden sich je nach Rechtsordnung, Firmen sollten daher qualifizierte Rechtsberatung einholen. Dieser Artikel ist keine Anlage- oder Rechtsberatung.
FAQ
Ab wann gilt die SEC Krypto-Verwahrung?
Der Vorschlag ist noch nicht verabschiedet. Kommentare sind bis 7. Dezember 2026 möglich, einen Zeitplan für die finale Regel nennen die ausgewerteten Quellen bisher nicht.
Dürfen Privatanleger nach dem Plan selbst verwahren?
Nicht im üblichen Krypto-Sinn. Wie Kommissarin Peirce erklärte, bedeutet Selbstverwahrung hier, dass Berater oder Fonds unter strengen Auflagen selbst als Verwahrer handeln.
Welche Kryptowerte sind betroffen?
Laut Sullivan & Cromwell würden die Anforderungen an die Selbstverwahrung auch bestimmte Kryptowerte ohne Wertpapiercharakter umfassen, die für regulierte Fonds gehalten werden, etwa Bitcoin, Ether und Solana.
Quellen
- SEC Crypto Custody Proposal Could Expand Options for Advisers and Funds (NewsBTC)
- SEC Proposal Would Address How Investment Advisers and Funds Can Custody Crypto Assets Under the Federal Securities Laws (www.sec.gov)
- SEC maps out crypto custody in new proposal that furthers its digital assets agenda (www.coindesk.com)
- SEC Proposes Crypto Custody Rules For Investment Advisers And Regulated Funds, Including A Path To Self-Custody (www.legal500.com)
- SEC Proposes Significant Changes to Custody Rules and Introduces Framework for Custody of Crypto Assets (www.sullcrom.com)
- Proposed Rule 223-1: SEC Custody Rewrite and Crypto Custody – CRC Oyster (crcoyster.com)
- SEC Proposes to Modernize Custody Rules, Including as to Crypto Assets (www.goodwinlaw.com)
- SEC Proposes New Crypto Custody Framework for Advisers and Funds (finance.yahoo.com)
- SEC proposes crypto custody rules for investment advisers, funds (qz.com)
Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Kryptowährungen sind sehr volatil, recherchieren Sie daher immer selbst, bevor Sie investieren.

