Die XRP Burn Rate ist laut einem Bericht von U.Today vom 31. Oktober 2026 um 147 % gestiegen, während XRP im laufenden Monat weiter im Minus lag. Unter Berufung auf XRPScan meldete das Medium für den 30. Oktober 2026 insgesamt 1.644 XRP, die durch Transaktionsgebühren vernichtet wurden. Welcher Vergleichszeitraum dem prozentualen Anstieg zugrunde liegt, blieb offen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- U.Today meldet einen Anstieg der Gebührenverbrennung um 147 %, nennt aber keine Vergleichsbasis.
- Insgesamt wurden laut Bericht bisher 14.423.678 XRP vernichtet, etwa 0,014 % des Gesamtangebots.
- CoinGeckos Momentaufnahme vom 31. Oktober zeigte XRP bei 1,25 USD, mit einem Plus über 24 Stunden und einem Minus über 30 Tage.
- Ein Einfluss der höheren Gebührenverbrennung auf den XRP-Kurs ist damit nicht belegt.
Was über den Anstieg der XRP Burn Rate bekannt ist
U.Today berichtete über den Anstieg um 147 % am 31. Oktober 2026 um 16:15 Uhr UTC. Das Medium führt die Vernichtung auf den Gebührenmechanismus des XRP Ledger zurück: Die für Transaktionen gezahlten XRP werden dauerhaft aus dem Umlauf entfernt.
Laut U.Today fällt für jede Transaktion im XRP Ledger eine in XRP berechnete Gebühr an, die automatisch verbrannt wird. Die gemeldete Vernichtung betrifft also Transaktionsgebühren, nicht eine gesonderte Unternehmensankündigung zur freiwilligen Vernichtung von Token.
Die fehlende Vergleichsbasis begrenzt allerdings die Aussagekraft des gemeldeten Anstiegs. Der Bericht nennt weder die frühere verbrannte Menge noch das Zeitfenster, auf das sich die Berechnung bezieht. Damit lässt sich nicht feststellen, ob die Zahl eine anhaltende Veränderung oder eine kurzfristige Schwankung beschreibt.
Konkreter ist die Tagesmenge: U.Today nennt unter Berufung auf XRPScan 1.644 XRP für den 30. Oktober. Warum die gesamte Gebührenverbrennung an diesem Tag zunahm, geht aus dem Bericht nicht hervor.

Kleine Angebotsveränderung trotz hoher Prozentzahl
Für die Einordnung der XRP Burn Rate zählt auch die Größenordnung. U.Today bezifferte die bis zum Bericht vom 31. Oktober insgesamt vernichtete Menge auf 14.423.678 XRP. Das entspreche ungefähr 0,014 % des Gesamtangebots.
Die beiden Prozentangaben beschreiben unterschiedliche Sachverhalte. Die 147 % beziehen sich auf eine gemeldete Zunahme der Verbrennung. Die 0,014 % stehen dagegen für den kumulierten Anteil am Gesamtangebot. Der Bericht besagt weder, dass 147 % des Angebots vernichtet wurden, noch dass das Gesamtangebot um diesen Prozentsatz geschrumpft ist.
U.Today griff außerdem Zahlen für das dritte Quartal 2026 auf, die der offizielle XRP-Account auf X veröffentlicht hatte. Demnach stieg der Stablecoin-Bestand auf dem Ledger um 25,2 % auf 1,03 Milliarden USD. Die globalen Nettozuflüsse in börsengehandelte XRP-Produkte legten laut diesen Angaben um 39,6 % auf 355,3 Millionen USD zu.
Das Zahlungsvolumen erhöhte sich demnach um 4,3 % auf 42,82 Milliarden XRP. Das Volumen der nativen dezentralen Börse wuchs um 20,2 % auf 614,8 Millionen USD. Diese Angaben sind Quartalswerte, keine Messungen des Burn-Ereignisses vom 30. Oktober. Sie erklären nicht, was den Anstieg der Gebührenverbrennung an diesem Tag verursacht hat.
Kursdaten zeigen Tagesplus und längerfristige Verluste
Die vorliegenden Marktdaten zeigen einen Tagesgewinn bei Verlusten über längere Zeiträume. Eine Handelsreaktion auf den Bericht zur XRP Burn Rate belegen sie nicht. CoinGecko erfasste am 31. Oktober 2026 um 18:13 Uhr UTC folgende Werte:
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| XRP-Kurs | 1,25 USD |
| Veränderung über 24 Stunden | +1,18 % |
| Veränderung über sieben Tage | -1,75 % |
| Veränderung über 30 Tage | -15,36 % |
| Handelsvolumen über 24 Stunden | 1.078.984.966 USD |
U.Today hatte zuvor am selben Nachmittag einen Verlust von 15,86 % seit Oktoberbeginn gemeldet. Das ist nicht dieselbe Messgröße wie CoinGeckos rollierende 30-Tage-Rendite. Sowohl der Erhebungszeitpunkt als auch der betrachtete Zeitraum unterscheiden sich. Die Zahlen sind deshalb keine konkurrierenden Angaben für einen identischen Zeitraum.
Laut U.Today hatte XRP im August 2026 um 30,11 % und im September um 7,91 % zugelegt. Zum Zeitpunkt des Berichts steuerte der Token auf den ersten Monatsverlust seit Juli zu. Der Oktober war aber noch nicht abgeschlossen. Es handelte sich deshalb um einen Zwischenstand, nicht um eine endgültige Monatsbilanz.
Auch andere Kryptowährungen lagen laut CoinGeckos Momentaufnahme vom 31. Oktober um 18:13 Uhr UTC über 30 Tage im Minus: Bitcoin verlor 7,74 %, Ethereum 15,88 % und Solana 18 %. Diese Werte liefern einen breiteren Marktkontext, erklären jedoch weder die XRP-Verluste noch den Einfluss der Gebührenverbrennung.

Welche Fragen offenbleiben
Eine offengelegte Vergleichsperiode würde den gemeldeten Anstieg leichter einschätzbar machen. Vergleichbare Folgedaten könnten außerdem zeigen, ob die erhöhte Verbrennung anhielt. Beides liegt im zugrunde liegenden Bericht nicht vor.
Die Daten erlauben es, Gebührenvernichtung und Kursentwicklung getrennt zu beschreiben. Die negativen Renditen über sieben und 30 Tage zeigen zugleich, dass ein Tagesplus mit Verlusten über längere Haltedauern einhergehen kann.
Eine auf dem gemeldeten Burn-Prozentsatz beruhende Kursprognose lässt sich aus den vorliegenden Belegen nicht ableiten.
Häufige Fragen
Was misst die XRP Burn Rate?
Sie beschreibt die Menge an XRP, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums durch Transaktionsgebühren dauerhaft vernichtet wird. U.Today meldete für den 30. Oktober 2026 insgesamt 1.644 XRP.
Beweist der Bericht, dass die Vernichtung von XRP den Kurs erhöht?
Nein. Der Bericht stellt eine höhere Gebührenverbrennung neben einen Kursverlust im laufenden Oktober. Einen ursächlichen Zusammenhang zwischen beiden Entwicklungen weist er nicht nach.
Lag XRP zum Berichtszeitpunkt im Minus?
U.Today meldete einen Verlust seit Monatsbeginn. Die spätere CoinGecko-Momentaufnahme vom 31. Oktober zeigte dagegen ein Plus über 24 Stunden, aber Verluste über sieben und 30 Tage. Die Antwort hängt deshalb vom betrachteten Zeitraum ab.
Quellen
Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Kryptowährungen sind sehr volatil, recherchieren Sie daher immer selbst, bevor Sie investieren.

