Aktien Perpetual Futures haben in den USA eine wichtige regulatorische Hürde genommen. Am 3. November erklärte CFTC-Chef Michael S. Selig, dass die Kontrakte an Börsen starten können, die sowohl bei der CFTC als auch bei der SEC für Security Futures registriert sind. Einen konkreten Handelsplatz, Kontrakt oder Starttermin nannte die Behörde nicht.
Die Entscheidung schafft einen Weg zur Zulassung, bestätigt aber keinen unmittelbar bevorstehenden Start. Die Kontrakte können Hebel- und Liquidationsrisiken bergen. Branchenverbände verlangen zudem mehr Zeit für eine Prüfung.
- Die CFTC stufte die Kontrakte nach Regulation 40.3 als genehmigte Security-Futures-Produkte ein.
- Listen dürfen sie nur qualifizierte Designated Contract Markets mit einer SEC-Notice-Registrierung für Security Futures.
- Die vorgeschlagenen Kontrakte haben kein festes Ablaufdatum. Ein Antrag von Coinbase beschreibt eine Abrechnung in bar, ohne Übertragung von Aktienbesitz.
- Laut SIFMA reichten im September vier Börsen Vorschläge ein. Die CFTC nannte weder Börse noch Kontrakt oder Startdatum.
Wie es zur Freigabe kam
- 29. Mai 2026: Die CFTC genehmigte den Bitcoin-gebundenen BTCPERP-Kontrakt von KalshiEX. Die Behörde erklärte, andere Anlageklassen müssten einzeln nach Regulation 40.3 geprüft werden.
- 18. September 2026: Bitnomial, Coinbase Derivatives und KalshiEX reichten Vorschläge für Aktienkontrakte ein. Das geht aus einer Zusammenfassung der SIFMA vom 2. November hervor.
- 29. September 2026: Die North American Derivatives Exchange reichte ebenfalls einen Vorschlag ein. Damit kam SIFMA auf insgesamt vier Börsen.
- 2. November 2026: SIFMA forderte SEC und CFTC auf, mehr Zeit für Prüfung und öffentliche Stellungnahmen einzuräumen. Der Verband verwies auf Fragen zur Marktüberwachung, möglicher Manipulation und geringer Liquidität.
- 3. November 2026: Selig erklärte, dass Kontrakte an Börsen mit den nötigen Registrierungen gehandelt werden können. In ihrer Mitteilung der CFTC nannte die Behörde keinen Termin für die erste Notierung.

Wie Aktien Perpetual Futures funktionieren
Anders als klassische Futures haben Perpetual-Kontrakte kein festes Ablaufdatum. Long- und Short-Positionen leisten regelmäßig sogenannte Funding-Zahlungen. Diese sollen den Kontraktpreis nahe am Kurs der zugrunde liegenden Aktie halten. Ein Antrag von Coinbase Derivatives beschreibt ein Modell, bei dem Käufer an Verkäufer zahlen, wenn der Kontrakt über dem Aktienkurs handelt. Die Zahlung könnte laut Antrag bis zu 0,10 Prozent pro Stunde betragen.
Der Antrag von Coinbase sieht eine Abrechnung in bar vor. Aktien werden dabei nicht übertragen. Nach Angaben von Better Markets hätten Inhaber der Derivate dadurch weder Stimmrechte noch Anspruch auf Dividenden. Die SEC-Unterlage zum Antrag beschreibt einen geplanten Aufbau, keinen bereits laufenden Markt.
Ein wichtiger Risikofaktor ist der Hebel. BeInCrypto berichtete, dass ein Antrag von Kalshi eine Margin von 15,5 Prozent des Positionswerts vorsah. Dieser Wert gilt für den Vorschlag und ist keine Vorgabe für alle Börsen. Bei gehebelten Positionen können starke Kursbewegungen eine Zwangsliquidation und schnelle Verluste auslösen.
BeInCrypto zufolge umfasste Kalshis Antrag vom September 58 Kontrakte: 55 auf einzelne Aktien sowie zwei Fonds, die den S&P 500 und den Nasdaq-100 abbilden. Diese Angaben aus einem Antrag belegen nicht, dass die Produkte tatsächlich starten.

Reaktionen und offene Regulierungsfragen
Selig sagte, der Schritt könne US-Marktteilnehmern Zugang zu Perpetual-Produkten innerhalb eines heimischen Regulierungsrahmens geben. So könnten Aktivitäten möglicherweise von Offshore-Plattformen in die USA verlagert werden. Das ist die Begründung des CFTC-Chefs. Die Behörde hat bislang weder eine Nachfrage von Kunden gemeldet noch bestätigt, dass der Handel dadurch in die USA wandert.
SIFMA fordert weitere Prüfung möglicher Auswirkungen auf die zugrunde liegenden Aktienmärkte und die marktübergreifende Überwachung. Der Verband stellt auch infrage, ob die Produkte rechtlich als Security Futures einzustufen sind. Damit berührt die Debatte sowohl Wertpapier- als auch Rohstoffregeln.
Auch die rechtliche Einordnung von Perpetuals ist umstritten. Bitcoin Magazine berichtete, dass CME Group die CFTC im Juni wegen ihrer Behandlung des Bitcoin-Perpetuals von Kalshi verklagte. CME argumentiert demnach, Kontrakte mit Funding-Zahlungen seien nach dem Dodd-Frank-Gesetz als Swaps und nicht als Futures zu behandeln. Das Verfahren ist laut dem Medium noch anhängig. Bei Aktienprodukten kommt die SEC als weitere Aufsichtsbehörde hinzu.
Die ausgewerteten Quellen nennen keine direkte Reaktion des Aktienmarkts auf die Mitteilung vom 3. November. Als allgemeiner Kontext: Bitcoin notierte laut CoinGecko-Daten am 3. November um 15:13 UTC bei 77.347 US-Dollar und verlor innerhalb von 24 Stunden 0,69 Prozent. Daraus lässt sich keine Reaktion auf den CFTC-Schritt ableiten.
Der regulatorische Rahmen ist schrittweise entstanden. Die Entscheidung der CFTC zum Bitcoin-Kontrakt im Mai ging voraus. Ein Memorandum zwischen CFTC und SEC vom 11. März schuf laut Bitcoin Magazine eine Grundlage für die Zusammenarbeit. Das Medium berichtete außerdem, dass die Behörden Anfang 2026 eine gemeinsame Taxonomie für Krypto-Assets vorlegten.

Was als Nächstes wichtig wird
Bei künftigen Mitteilungen der Börsen dürften zunächst die zugelassenen Aktien, Margin-Anforderungen, Funding-Formeln und Handelszeiten im Mittelpunkt stehen. Auch der Umgang mit starken Kursschwankungen wird relevant sein. Die Mitteilung der CFTC enthält zu diesen Abläufen keine Angaben.
Weitere regulatorische Prüfungen können parallel zu möglichen Startplänen laufen. SIFMAs Wunsch nach mehr öffentlicher Prüfung, die anhängige CME-Klage und die gemeinsame Zuständigkeit von CFTC und SEC könnten beeinflussen, wie aus einer als genehmigt eingestuften Struktur ein tatsächlich verfügbares Produkt wird. Die CFTC hat erklärt, dass andere Anlageklassen einzeln geprüft werden müssen. Die frühere Entscheidung zu Bitcoin belegt nicht, dass Aktienprodukte ein ähnliches Handelsvolumen erreichen oder sich gleich verhalten.
Aktien Perpetual Futures bringen Risiken durch Kursschwankungen, Hebel, Zwangsliquidationen sowie den Betrieb der Börse mit sich. Sie bilden ein Kursrisiko ab, vermitteln aber kein Eigentum an der Aktie. Ein starker Kursausschlag gegen eine gehebelte Position kann zu einer Liquidation und schnellen Verlusten führen. Dieser Bericht beschreibt eine regulatorische Entwicklung und ist keine Empfehlung zum Handel.
Häufige Fragen
Was sind Aktien Perpetual Futures?
Es sind Derivate, die einzelne Aktien abbilden und kein festes Ablaufdatum haben. Die in den USA vorgeschlagenen Varianten sehen regelmäßige Funding-Zahlungen und eine Abrechnung in bar statt einer Übertragung von Aktien vor.
Können sie in den USA bereits gehandelt werden?
Die CFTC sagt, dass entsprechend registrierte Börsen sie listen können. Ihre Mitteilung vom 3. November nannte jedoch weder einen ersten aktiven Kontrakt noch einen Starttermin. Börsen müssen die Anforderungen von CFTC und SEC für Security Futures erfüllen.
Welche Risiken haben Aktien Perpetual Futures?
Ein Hebel kann Verluste verstärken, und starke Kursbewegungen können eine Zwangsliquidation auslösen. Funding-Zahlungen gehören zum vorgeschlagenen Kontraktmodell. Zudem vermitteln die Produkte keine Eigentumsrechte an Aktien. Markt-, Rechts- und Börsenrisiken bleiben bestehen.
Quellen
- CFTC Chairman Selig Releases Statement on Equity Perpetual Futures (www.cftc.gov)
- Notice of Filing and Immediate Effectiveness of a Proposed Rule Change Relating to the Adoption of Coinbase Derivatives, LLC’s Rules Governing Cash Settled Futures on Individual Equity Securities and Exchange-Traded Fund Shares, Including Perpetual Single-Stock Futures (www.sec.gov)
- CFTC Opens U.S. Stock Market to Equity Perpetual Futures (Bitcoin Magazine)
Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Kryptowährungen sind sehr volatil, recherchieren Sie daher immer selbst, bevor Sie investieren.

