Binance Hack: Kim Yo-jong soll FBI-Zuschreibung zurückweisen

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Das FBI schreibt den Diebstahl nordkoreanischen Aktivitäten zu, Pjöngjang weist die Verantwortung Berichten zufolge zurück.

Der Binance Hack steht im Mittelpunkt eines öffentlichen Streits: Kim Yo-jong, die Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un, soll die FBI-Ermittlungen als „politische Provokation“ bezeichnet haben. In einer Warnmeldung vom 31. Oktober 2026 machte das FBI nordkorea-bezogene Aktivitäten namens TraderTraitor für den Diebstahl von mehr als 6 Milliarden US-Dollar in virtuellen Vermögenswerten verantwortlich. Der vollständige Wortlaut von Kims Äußerungen und Belege aus Pjöngjang liegen in den verfügbaren Berichten nicht vor.

Warum der Binance Hack wichtig ist

Kims berichtetes Dementi ersetzt die öffentliche Zuschreibung des FBI nicht und klärt nicht, wer den Diebstahl begangen hat. Binance erklärte, rund 95 % des betroffenen Betrags abgedeckt zu haben. Elliptic zufolge wurden Vermögenswerte im Wert von Milliarden eingefroren oder beschlagnahmt, während weitere Milliarden noch auf Wallets lagen.

Was über den Binance Hack bekannt ist

Binance Hack: Ablauf und Zuschreibung

Binance teilte mit, seine Hot Wallets seien am 29. Oktober 2026 gegen 20:05 Uhr UTC kompromittiert worden. Der geschätzte Verlust lag bei 6,3 Milliarden US-Dollar. Die Börse erklärte, sie werde den Betrag über den SAFU-Fonds und die Unternehmenskasse abdecken, statt den Verlust an Nutzer weiterzugeben.

In einem Update vom 30. Oktober gab Binance an, rund 3 Milliarden US-Dollar an betroffenen Vermögenswerten seien On-Chain eingefroren worden. Die erste Untersuchung deutete laut Börse auf einen kompromittierten Laptop hin. Binance meldete weitere Einbruchspunkte, fand nach eigenen Angaben aber keine Hinweise auf offengelegte private Wallet-Schlüssel.

Am 31. Oktober schrieb das FBI den Diebstahl Nordkorea zu und bezeichnete die Aktivitäten als TraderTraitor. Die Behörde sprach von mehr als 6 Milliarden US-Dollar in virtuellen Vermögenswerten und forderte Krypto- und Blockchain-Dienste auf, Transaktionen mit Adressen aus ihrer Warnmeldung zu blockieren. In der öffentlichen FBI-Warnung zum Diebstahl werden Kim Yo-jong und ihre berichtete Reaktion nicht erwähnt.

BeInCrypto berichtete unter Berufung auf die Yonhap News Agency, Kim habe die Untersuchung „politische Provokation“ genannt und erklärt, Pjöngjang beobachte die Lage „genau“. Unter Berufung auf Reuters berichtete BeInCrypto außerdem, die nordkoreanische Staatsagentur KCNA habe die Diebstahlsvorwürfe als Erfindung bezeichnet. The Block berichtete am 2. November, Nordkorea weise die Verantwortung Berichten zufolge zurück. Diese Aussagen belegen nicht unabhängig, wer die Wallets kontrollierte.

Die Associated Press berichtete, das FBI verbinde TraderTraitor mit denselben Akteuren, die es auch mit dem Bybit-Diebstahl von 1,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 in Verbindung gebracht habe. BeInCrypto zufolge ordneten auch die Blockchain-Tracking-Unternehmen TRM Labs und Chainalysis den Angriff Nordkorea zu. Die zugrunde liegenden Analysen dieser Firmen sind in den verfügbaren Angaben nicht enthalten.

Forensische Werkzeuge auf einem Arbeitstisch für die Untersuchung eines Kryptodiebstahls
Das FBI forderte Krypto- und Blockchain-Dienste auf, Transaktionen mit genannten Adressen zu blockieren.

Was beim Binance Hack noch offen ist

Was das Dementi zum Binance Hack nicht klärt

Die verfügbaren Berichte enthalten weder den vollständigen Wortlaut von Kims Äußerungen noch Angaben dazu, welche Belege sie bestreitet. Technische Nachweise aus Pjöngjang liegen ebenfalls nicht vor. Die Berichte zeigen nicht, dass das FBI seine Zuschreibung vom 31. Oktober zurückgenommen oder geändert hat. Die Warnung gibt die Position der Behörde wieder, klärt aber die konkurrierenden Behauptungen nicht.

Auch der endgültige Verbleib der Gelder ist offen. Elliptic meldete am 2. November, etwa 2,85 Milliarden US-Dollar oder 44 % der gestohlenen Mittel seien eingefroren oder beschlagnahmt worden. Rund 3,28 Milliarden US-Dollar befänden sich noch auf mehr als 950 Wallets. Das sind an diesem Tag veröffentlichte Tracking-Angaben, keine abschließende Abrechnung. CoinDesk berichtete, Elliptic habe keine Hinweise gefunden, dass KI-Agenten die Geldwäsche gesteuert hätten.

Binances Angaben zur Abdeckung sind davon zu unterscheiden. Am 2. November erklärte die Börse, rund 95 % des betroffenen Betrags abgedeckt zu haben. Nutzer könnten für zehn namentlich genannte Vermögenswerte eine Deckung im Verhältnis 1:1 anhand eines abgeschlossenen Zero-Knowledge-Proofs überprüfen. Das bedeutet nicht, dass Binance 95 % der gestohlenen Token zurückgeholt hat.

Leerer Betriebsgang einer Kryptobörse mit Serverracks hinter Glas
Binances Angaben zur Abdeckung belegen nicht, dass die gestohlenen Token zurückgeholt wurden.

Marktreaktion und Einordnung

Bitcoin, Ethereum und BNB lagen in den 24 Stunden bis zum 2. November 2026 um 22:31 Uhr UTC im Minus. Die für diesen Bericht bereitgestellten CoinGecko-Daten zeigen eine Momentaufnahme während einer sich entwickelnden Nachrichtenlage. Sie belegen nicht, dass der Binance Hack oder Kims berichtetes Dementi die Kursbewegungen ausgelöst hat.

VermögenswertKurs am 2. November, 22:31 Uhr UTCVeränderung in 24 Stunden
Bitcoin (BTC)76.764 USD-1,14 %
Ethereum (ETH)2.250,03 USD-0,22 %
BNB697,04 USD-1,11 %

Der Crypto Fear & Greed Index von Alternative.me lag am 2. November bei 37 und wurde als „Fear“ eingestuft. Er spiegelt die allgemeine Marktstimmung wider, nicht allein die Reaktion auf diesen Vorfall. Die Associated Press berichtete, US-Präsident Donald Trump habe am 31. Oktober gesagt, die Ermittler wüssten noch nicht, ob Nordkorea beteiligt sei. Diese Aussage steht neben der öffentlichen Zuschreibung des FBI.

Binance teilte am 1. November mit, Auszahlungen würden schrittweise wieder aufgenommen, Einzahlungen blieben möglich und die Abdeckung liege bei rund 95 %. Das Update der Börse vom 2. November berichtete über die Abdeckungszahl und den Reservennachweis. Binances Updates und die Bemühungen anderer Dienste, Transaktionen zu blockieren, sind getrennte Teile der Reaktion.

Verschlossener Stahlkoffer und leere Prüfmappe als Sinnbild für Verwahrungsrisiken
Der Vorfall wirft Fragen zur Börsensicherheit und zum Zugang zu Geldern während einer Störung auf.

Was der Binance Hack für Nutzer bedeutet

Der Binance Hack wirft Fragen zur Sicherheit von Börsen, zum Zugang zu Geldern während einer Störung und zur Bewegung gestohlener Vermögenswerte auf. Binance hat zugesagt, den betroffenen Betrag über den SAFU-Fonds und die Unternehmenskasse abzudecken. Aus den vorgelegten Angaben geht nicht hervor, was dies für andere Börsen oder deren Kunden bedeutet.

Zuschreibungen prägen die öffentliche Debatte, sind aber von den Aussagen der beschuldigten Parteien zu unterscheiden. BeInCrypto berichtete, US-Behörden hätten Börsen aufgefordert, Wallets mit Bezug zu den gestohlenen Geldern zu blockieren. Auch das FBI forderte Krypto- und Blockchain-Dienste auf, Transaktionen mit den aufgeführten Adressen zu blockieren. Welche Folgen diese Aufforderungen für eine spätere Rückholung hatten, ist in den verfügbaren Berichten nicht geklärt.

Die Berichte umfassen Binances Darstellung, die Zuschreibung des FBI und Aussagen, die nordkoreanischen Vertretern zugeschrieben werden. Am 2. November meldete Elliptic, ein Teil der Gelder sei eingefroren oder beschlagnahmt worden, während Milliarden auf Wallets verblieben. Diese Zahlen und öffentlichen Aussagen können sich im weiteren Verlauf ändern.

Der aktuelle Stand

Kim Yo-jongs berichtetes Dementi hat die öffentliche Zuschreibung des Binance Hack an Nordkorea und TraderTraitor durch das FBI bislang nicht verdrängt. Die Belege hinter den konkurrierenden Behauptungen und der endgültige Verbleib der Gelder bleiben offen. Binances gemeldete Abdeckung des betroffenen Betrags ist nicht gleichbedeutend mit der Rückholung der gestohlenen Token.

Quellen

Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Kryptowährungen sind sehr volatil, recherchieren Sie daher immer selbst, bevor Sie investieren.

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