Der Core Scientific Mining Ausstieg soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Das Unternehmen verlagert seinen Schwerpunkt auf Colocation für Kunden aus den Bereichen künstliche Intelligenz und Hochleistungsrechnen. Am 5. November erklärte das Management, der Rückzug aus dem Bitcoin-Mining solle im vierten Quartal 2026 enden. Im dritten Quartal erzielte Core Scientific 215,4 Millionen US-Dollar mit Colocation und 12,3 Millionen US-Dollar aus eigenem Mining.
Der Ausstieg läuft noch. Das Management erwartet, dass Core Scientific 2027 als Colocation-Anbieter startet. Dafür verlagert das Unternehmen Stromversorgung und Flächen vom Mining zu Rechenzentrumskapazitäten für Kunden.
Die wichtigsten Punkte
- Das Management erwartet, dass der Rückzug aus dem Bitcoin-Mining im vierten Quartal 2026 abgeschlossen wird.
- Der Colocation-Umsatz im dritten Quartal betrug 215,4 Millionen US-Dollar, fast 60 Prozent mehr als im Vorquartal.
- Core Scientific rechnete zum 30. September Colocation-Kapazität von 485 Megawatt ab.
- Inbetriebnahme und Bereitstellung der vereinbarten Kapazität bleiben wichtige Meilensteine.
Core Scientific Mining Ausstieg: Was bisher bekannt ist
CEO Adam Sullivan und CFO Jim Nygaard nannten den Zeitplan während der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen. Sullivan sagte, das Unternehmen rechne mit einem Abschluss des Mining-Ausstiegs bis Jahresende; Nygaard sprach von einer Abwicklung im vierten Quartal. Das sind Prognosen, keine Bestätigung, dass das Mining bereits eingestellt wurde.
Die am 5. November veröffentlichten Ergebnisse weisen für Q3 Gesamterlöse von 232,9 Millionen US-Dollar aus. Laut der Mitteilung von Core Scientific zu den Q3-Ergebnissen entfielen 215,4 Millionen US-Dollar auf Colocation, 12,3 Millionen auf eigenes Mining und 5,2 Millionen auf gehostetes Mining. Laut SEC-Bericht sanken die Erlöse aus eigenem Mining gegenüber Q3 2025, als sie 57,4 Millionen US-Dollar betrugen. Die Zahl der geschürften Bitcoin ging im Jahresvergleich um 66 Prozent zurück.
Zum 30. September stellte Core Scientific Colocation-Kapazität von 485 Megawatt in Rechnung, 90 Megawatt mehr als im Vorquartal. Nach Unternehmensangaben entsprach das einem durchschnittlichen annualisierten GAAP-Umsatz von mehr als 700 Millionen US-Dollar. Diese Hochrechnung ist kein bereits über ein ganzes Jahr erzielter Umsatz.
Bitcoin Magazine berichtete für das Quartal von einem Bruttoverlust von 7,5 Millionen US-Dollar im Eigen-Mining und einem Bruttogewinn von 128,4 Millionen US-Dollar im Colocation-Geschäft. Die Colocation-Bruttomarge lag bei 60 Prozent. Das bereinigte EBITDA betrug 133,6 Millionen US-Dollar, bei einer Marge von 57 Prozent. Die Kennzahlen beziehen sich auf das am 30. September beendete Quartal.

Warum Core Scientific den Schwerpunkt verlagert
Core Scientific verlagert Stromversorgung und Flächen vom Mining zu Rechenzentrumskunden. Sullivan sagte, Ende September seien fast 50 Prozent weniger Miner online gewesen als zum Jahresende 2025. Laut SEC-Bericht entfielen in den ersten neun Monaten 2026 bereits 84 Prozent der Gesamterlöse auf Colocation, verglichen mit 14 Prozent im entsprechenden Zeitraum 2025.
Die abgerechnete Kapazität umfasst nicht alle vereinbarten Projekte. Bitcoin Magazine berichtete über eine Vereinbarung mit CoreWeave über 590 Megawatt, von denen rund 100 Megawatt noch in der Inbetriebnahme waren. Sullivan sagte, für die verbleibende Kapazität werde in den folgenden Monaten mit dem Umsatzansatz gerechnet. Eine separate, von AMD unterstützte Vereinbarung umfasst 530 Megawatt an fünf Standorten. Die erste Lieferung ist für die erste Hälfte von 2027 vorgesehen, die vollständige Bereitstellung bis Ende 2028.
Für das zusammen 1,1 Gigawatt umfassende Portfolio schätzt das Management durchschnittliche annualisierte Laufzeitumsätze von 1,8 Milliarden US-Dollar und ein operatives Nettoergebnis von 1,6 Milliarden US-Dollar, sobald die Kapazität geliefert und abgerechnet wird. Diese Prognosen hängen von der Bereitstellung und Abrechnung ab. Core Scientific kündigte die AMD-Partnerschaft im Juli an und schloss im August die Übernahme von Polaris DS für rund 444 Millionen US-Dollar in bar ab. Damit sicherte sich das Unternehmen etwa 440 Megawatt netzgebundene Leistung in Oklahoma.
Zu den Übergangskosten gehören Wertminderungen von 266,5 Millionen US-Dollar auf Mining-Anlagen und -Ausrüstung in den ersten neun Monaten 2026, wie Core Scientific im SEC-Bericht auswies. Bitcoin Magazine berichtete zudem über einen Verlust von 41,9 Millionen US-Dollar im zweiten Quartal im Zusammenhang mit der Beendigung eines Liefervertrags für Mining-Chips. Zum Quartalsende meldete das Unternehmen rund 1,7 Milliarden US-Dollar an Liquidität, darunter etwa 800 Millionen US-Dollar in bar.
Der Core Scientific Mining Ausstieg bedeutet den Wechsel von der Bitcoin-Produktion zu Colocation-Diensten. Der Umbau läuft, doch der Rückbau des Minings und die Bereitstellung der vereinbarten Kapazitäten sind noch nicht abgeschlossen.

Was die Unternehmenszahlen aussagen
Die Quartalsmeldung bei der US-Börsenaufsicht SEC enthält Details zu Erlösen, Umsatzmix und Wertminderungen. Sie zeigt, dass Colocation in den ersten neun Monaten 2026 mit 84 Prozent den Großteil der Gesamterlöse ausmachte. Die Zahlen belegen aber nicht, dass alle angekündigten Rechenzentrumskapazitäten bereits betriebsbereit sind oder Umsätze erwirtschaften.

Diese Meilensteine stehen noch aus
Offen ist, ob das Mining wie geplant ausläuft. Die Q4-Ergebnisse können zeigen, wie viel Umsatz noch aus dem Mining stammt und ob der erwartete Abschluss erreicht wurde. Sullivan und Nygaard bezeichneten den Zeitplan als Erwartung des Managements.
Wichtige Etappen sind die Inbetriebnahme der ausstehenden CoreWeave-Kapazität und die erste Lieferung im Rahmen der AMD-Vereinbarung. Core Scientific erklärte, die Bauarbeiten für die zweite Colocation-Vereinbarung liefen an fünf Standorten. Diese Zeitpläne sind Unternehmensziele und bestätigen nicht, dass die Kapazität bereits geliefert oder abgerechnet wird.
Zur Finanzierung der Expansion meldete Core Scientific im August zugesagte vorrangig besicherte Kreditfazilitäten über insgesamt 600 Millionen US-Dollar: eine revolvierende Kreditlinie über 100 Millionen US-Dollar und eine Akkreditivfazilität über 500 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen erwartete, damit rund 300 Millionen US-Dollar an gebundenen Barmitteln freizusetzen.
Häufige Fragen zum Core Scientific Mining Ausstieg
Wann soll der Core Scientific Mining Ausstieg abgeschlossen sein?
Im Earnings Call am 5. November 2026 erklärte das Management, die Abwicklung solle im vierten Quartal 2026 abgeschlossen werden. Das war eine Prognose, keine Meldung über einen bereits erfolgten Abschluss.
Wie hoch war der Colocation-Umsatz von Core Scientific?
Core Scientific meldete für Q3 2026 Colocation-Umsätze von 215,4 Millionen US-Dollar, fast 60 Prozent mehr als im Vorquartal. Zum 30. September rechnete das Unternehmen Colocation-Kapazität von 485 Megawatt ab.
Stellt Core Scientific auch den Betrieb von Rechenzentren ein?
Nein. Der angekündigte Plan betrifft den Ausstieg aus dem Bitcoin-Mining, nicht den Betrieb von Rechenzentren. Das Management erwartet, dass Core Scientific 2027 Colocation mit hoher Leistungsdichte für KI- und Hochleistungsrechenanwendungen anbietet.
Quellen
- November 5, 2026 – 10-Q: Quarterly report [Sections 13 or 15(d)] (investors.corescientific.com)
- Core Scientific to quit Bitcoin mining by year-end as AI business surges (Cointelegraph)
- Core Scientific (CORZ) to Exit Bitcoin Mining by Year-End as Colocation Hits $215 Million (Bitcoin Magazine)
Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Kryptowährungen sind sehr volatil, recherchieren Sie daher immer selbst, bevor Sie investieren.

