Fed-Vorschläge für Stablecoins rücken Reserven, Kapital und Rücknahme in den Mittelpunkt

Aleksei Dmitry Melnik
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Die Federal Reserve hat zwei Vorschläge für Zahlungstablecoin-Emittenten unter ihrer Aufsicht zur Konsultation gestellt. Damit erreicht die Umsetzung des GENIUS Act jene Einzelheiten, die den tatsächlichen Betrieb bestimmen. Das Paket vom 24. September betrifft finanzielle Schutzmechanismen sowie das Verfahren, mit dem beaufsichtigte Banken die Ausgabe über Tochtergesellschaften beantragen würden.

Nach der Mitteilung des Boards behandeln die Entwürfe zulässige Reserveanlagen, Kapital, Risikomanagement, Verwahrung und Anträge. Es sind Vorschläge, keine bereits geltenden Regeln. Die Kommentierungsfrist endet 60 Tage nach Veröffentlichung im Federal Register. Sie sollte deshalb nicht ungeprüft vom Datum der Pressemitteilung aus berechnet werden.

Deckung und Kapital erfüllen unterschiedliche Aufgaben

Der erste Vorschlag würde vollständige Deckung durch erlaubte Vermögenswerte verlangen, darunter kurzfristige US-Staatsanleihen und weitere festgelegte liquide Instrumente. Hinzu kämen standardisierte Kapitalanforderungen für bestimmte Kredit- und Betriebsrisiken. Diese Schutzmechanismen stehen miteinander in Verbindung, lösen aber nicht dasselbe Problem.

Reserven stützen den Wert, den Tokenhalter bei einer Rücknahme erwarten. Kapital kann Verluste aus dem Geschäftsbetrieb des Emittenten auffangen. Ausreichende Reserveanlagen verhindern nicht automatisch laufende Kosten, rechtliche Verpflichtungen oder einen technischen Zwischenfall. Umgekehrt garantiert ein gut kapitalisiertes Unternehmen nicht, dass Tokenhalter jederzeit schnell auf die Deckungswerte zugreifen können.

Unter Stress wird diese Unterscheidung besonders sichtbar. Eine Bilanz ist eine Momentaufnahme. Rücknahme ist ein Prozess, der bei eintreffenden Anträgen funktionieren muss. Qualität und Mobilisierbarkeit der Anlagen sowie die tatsächliche Auszahlung sind dabei entscheidend. Die Bezeichnung vollständig gedeckt beantwortet diese betrieblichen Fragen nur, wenn Regeln und Offenlegungen sie konkret erläutern.

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Barr betont den Zugang zur Rücknahme

Fed-Gouverneur Michael Barr unterstützte den Vorschlag, benannte in einer gesonderten Stellungnahme aber weitere Prüfpunkte. Er hob zuverlässige Rücknahme zum Nennwert unter unterschiedlichen Bedingungen hervor und verlangte Klarheit über allgemeine Rücknahmerechte. Außerdem nannte er Zins- und Fremdwährungsrisiken als Themen für öffentliche Rückmeldungen.

Diese Fragen gehen über die gewöhnliche Beobachtung hinaus, dass ein Token ungefähr einen Dollar kostet. Ein Käufer über einen Vermittler kann einen anderen praktischen Weg zurück zu Geld haben als ein Institut mit direkter Beziehung zum Emittenten. Die Belastbarkeit des Systems zeigt sich deshalb auch daran, wie diese Wege bei steigender Rücknahmenachfrage funktionieren.

Barr äußerte zudem Bedenken zu einer vorgeschlagenen Schwelle für aufsichtliche oder durchsetzende Maßnahmen bei Mängeln in der Geldwäscheprävention. Seine Erklärung zeigt, dass Unterstützung für das Regelungsverfahren nicht bedeutet, dass jedes Detail des endgültigen Rahmens bereits feststeht. Die Konsultation soll gerade zur Klärung solcher Punkte beitragen.

Prüfliste neben gesicherter Finanzinfrastruktur

Banken müssten ein eigenes Antragsverfahren durchlaufen

Der zweite Vorschlag betrifft Banken unter Aufsicht des Boards, die Zahlungstablecoins ausgeben möchten. Laut Fed wären Geschäftspläne und Finanzinformationen einzureichen. Vorgesehen sind außerdem Verfahren für Rechtsbehelfe, Anhörungen und abschließende Entscheidungen. Die Zulassung wäre damit mehr als ein technischer Nachweis, dass sich ein Token-Vertrag bereitstellen lässt.

Ein Geschäftsplan muss den geplanten Dienst mit Finanzierung, Kunden, Kontrollen und langfristiger Betriebsfähigkeit verbinden. Für einen Stablecoin-Emittenten betrifft das unter anderem die Ausgabe, die Rücknahme und die Aufteilung von Aufgaben auf Dienstleister. Die Auslagerung einer technischen Komponente beseitigt nicht die Frage, wer für den gesamten Dienst verantwortlich bleibt.

TBJs Bericht über OpenReserves bedingte Bankgenehmigung verdeutlicht, weshalb die jeweilige Verfahrensstufe zählt. Ein Antrag, eine bedingte Genehmigung und ein vollständig arbeitender Dienst sind unterschiedliche Meilensteine. Diese Trennung ist auch bei der Interpretation des vorgeschlagenen Fed-Rahmens sinnvoll.

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Die Marktwirkung hängt vom endgültigen Text ab

Klarere Anforderungen könnten Instituten helfen, die Kosten eines Einstiegs in die Stablecoin-Ausgabe einzuschätzen. Sie könnten zugleich die Wirtschaftlichkeit der Reserveverwaltung und den notwendigen Betriebsaufwand beeinflussen. Aus der Ankündigung allein lässt sich jedoch keiner dieser Effekte beziffern. Ebenso steht damit nicht fest, welche Banken tatsächlich teilnehmen werden.

Als Nächstes zählen die Veröffentlichung im Federal Register, inhaltliche Stellungnahmen und mögliche Änderungen im endgültigen Regelwerk. Dabei ist der Kreis der von der Fed beaufsichtigten Institute von Emittenten unter anderen Behörden zu unterscheiden. Der Vorschlag einer Aufsicht ist keine allgemeine Zulassung sämtlicher Dollar-Token.

Für Kunden wird außerdem wichtig, wie spätere Anforderungen in verständliche Produktinformationen übersetzt werden. Ein Regelwerk kann umfangreich sein, während der praktische Rücknahmeweg trotzdem unklar bleibt. Die Verbindung zwischen rechtlicher Vorgabe und tatsächlich zugänglichem Verfahren ist deshalb ein eigener Maßstab für die Qualität eines Angebots.

Die Konsultation richtet den Blick auf die Mechanik eines belastbaren Zahlungsmittels: seine Deckungswerte, das Kapital des Betreibers und den Weg des Halters zurück zu Geld. Diese Einzelheiten entscheiden darüber, ob ein Stablecoin auch unter schwierigen Bedingungen zuverlässig bleibt. Bequemlichkeit in ruhigen Marktphasen ist nur ein Teil dieser Aufgabe.

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