Beim Thema Kupferpreis China zeigen sich zwei unterschiedliche Marktsignale: Futures fielen auf ein Wochentief, während chinesische Käufer einen Rekordaufschlag von mehr als 200 US-Dollar je Tonne zahlten. BeInCrypto berichtete am 2. November darüber. Demnach belasteten ein Ausverkauf bei Technologieaktien und Sorgen um die Risikobereitschaft die Terminpreise, während das physische Angebot in China knapp blieb.
Warum die Entwicklung wichtig ist
Ein sinkender Futures-Preis bedeutet nicht automatisch, dass physisches Kupfer reichlich verfügbar ist. Die Preise an der London Metal Exchange (LME), am Kassamarkt und bei chinesischen Importen können auseinanderlaufen.
Mögliche US-Zölle, die Zeit bis zusätzliche Lieferungen China erreichen und Zweifel an der Nachfrage sorgen für Unsicherheit. Die gemeldeten Zahlen beschreiben die Lage, sind aber keine sichere Prognose für den Kupferpreis China.
Was über Angebot und Preise bekannt ist
Der Kupferpreis China und der hohe Importaufschlag
Die Yangshan-Prämie misst den Aufschlag, den chinesische Importeure zusätzlich zu den LME-Preisen zahlen. Laut BeInCrypto lag sie bei mehr als 200 US-Dollar je Tonne. Der Bericht berief sich auf The Kobeissi Letter und bezeichnete den Wert als höchsten Stand in den Fastmarkets-Daten, die bis 2017 zurückreichen.
Nach Angaben von The Kobeissi Letter, zitiert von BeInCrypto, hatte sich die Prämie innerhalb von drei Monaten mehr als verdoppelt und war seit Jahresbeginn 2026 um 700 Prozent gestiegen. Der Aufschlag misst den zusätzlichen Betrag, den chinesische Importeure gegenüber den LME-Preisen zahlen. Er ist nicht mit einem LME-Future gleichzusetzen.
Auch Chinas Lagerbestände gingen zurück. Bull Theory schrieb auf X, sie seien um mehr als 25 Prozent auf 54.356 Tonnen gesunken, wie BeInCrypto berichtete. Bloomberg berichtete, die chinesische Produktion von raffiniertem Kupfer sei im dritten Quartal im Jahresvergleich um 1,1 Prozent zurückgegangen. BeInCrypto berichtete außerdem, chinesische Schmelzhütten würden wegen höherer Kosten ihre Produktion drosseln.
Zusätzliche Kupferlieferungen aus Afrika könnten China erst nach ein bis zwei Monaten erreichen. Diese Einschätzung von Bull Theory gab BeInCrypto wieder. Das bedeutet eine mögliche Verzögerung, bis neues Angebot den Markt erreicht, während die Yangshan-Prämie erhöht ist.
Weltweit lagen die Kupferbestände laut Bull Theory bei mehr als 1,2 Millionen Tonnen. The Kobeissi Letter wies darauf hin, dass ein großer Teil davon in den USA konzentriert sei. BeInCrypto berichtete, erwartete US-Zölle auf raffiniertes Kupfer hätten mehrere Hunderttausend Tonnen in die Vereinigten Staaten gelenkt.
Warum Futures und physischer Markt auseinanderlaufen
Am Freitag, dem 30. Oktober, verloren dreimonatige Kupfer-Futures an der LME 1,4 Prozent und schlossen bei 14.154,50 US-Dollar je Tonne. Laut BeInCrypto lag der Preis unter dem September-Rekord von 14.875 US-Dollar. Der Kassapreis lag dem Bericht zufolge mehr als 170 US-Dollar je Tonne über den Dreimonats-Futures. The Kobeissi Letter bezifferte den Abstand auf 217 US-Dollar, den höchsten Wert seit Mitte August.
Die Zahlen beziehen sich auf unterschiedliche Preise: Der LME-Future sank, während Kupfer am Kassamarkt darüber gehandelt wurde. Die Yangshan-Prämie erfasst wiederum den zusätzlichen Betrag, den chinesische Importeure gegenüber den LME-Preisen zahlen. Damit beschreibt der Bericht einen schwächeren LME-Futures-Benchmark neben Aufschlägen im Kassahandel und bei chinesischen Importen.

Was noch unklar ist
Offen ist, ob und in welcher Form die USA ihre Handelspolitik ändern. BeInCrypto berichtete, das Weiße Haus habe noch nicht über einen vorgeschlagenen Zoll von 15 Prozent auf raffiniertes Kupfer ab Januar 2027 entschieden. Es handelt sich um einen Vorschlag, nicht um eine bestätigte Maßnahme.
Shanghai Metals Market (SMM) erklärte laut BeInCrypto, US-Lagerbestände dürften im Land bleiben, bis das Weiße Haus klar von dem Vorschlag abrücke. SMM rechnete kurzfristig mit knappem Angebot. Ein ungünstiges Preisverhältnis zwischen Shanghai und London könne zugleich weitere Anstiege der Importprämie bremsen. Die Richtung der Prämie bleibt damit unsicher.
Auch die Nachfrage ist schwer einzuschätzen. Guangzhou Futures Co. führte den Futures-Rückgang laut BeInCrypto auf Zweifel an den Erträgen von Investitionen in künstliche Intelligenz nach einem starken Ausverkauf bei Technologieaktien zurück. Bloomberg brachte den Kupferrückgang am Freitag ebenfalls mit diesem Ausverkauf und einem Ölpreis auf dem höchsten Stand seit April in Verbindung. BeInCrypto nannte weder die Dauer dieser Belastungen noch eine konkrete Schätzung ihrer Wirkung auf den Kupferverbrauch.
Wie Marktbeobachter reagierten
Bergbauaktien verloren am 30. Oktober stärker als das Metall, berichtete BeInCrypto. Southern Copper gab um 7,42 Prozent nach, Freeport-McMoRan um 5,55 Prozent. Der Bericht stellte diese Kursbewegungen neben den Futures-Rückgang, belegte aber keinen bestimmten Grund für die Verluste der Unternehmen.
The Kobeissi Letter beschrieb die Verknappung am physischen Kupfermarkt als längst nicht überwunden. Guangzhou Futures Co. verwies auf nachlassende Zuversicht bei KI-Ausgaben und den Rückzug aus risikoreicheren Anlagen. SMM erwartete kurzfristig knappes Angebot, sah aber auch die Möglichkeit, dass das Preisverhältnis zwischen Shanghai und London weitere Anstiege der Importprämie begrenzt. Die von BeInCrypto wiedergegebenen Einschätzungen ergeben kein einheitliches Bild für den Kupferpreis China.

Was die Zahlen für Anleger bedeuten
Den Kupferpreis China anhand mehrerer Benchmarks einordnen
Für die Einordnung des Kupferpreises China sind drei Größen zu unterscheiden: LME-Future, Kassapreis und Yangshan-Prämie. Ein niedrigerer Terminpreis bei gleichzeitig hoher Importprämie zeigt, dass Börsenbenchmark und Kosten chinesischer Importeure nicht in dieselbe Richtung laufen müssen.
Keine dieser Kennzahlen beantwortet allein, wie sich der Markt entwickelt. Sollten US-Lagerbestände wegen der Zollunsicherheit im Land bleiben oder zusätzliche Lieferungen aus Afrika Zeit bis nach China benötigen, könnten die im Bericht beschriebenen Faktoren den Markt weiter beeinflussen. Zweifel an den Erträgen von KI-Ausgaben und eine geringere Risikobereitschaft wurden dagegen mit dem Rückgang der Futures in Verbindung gebracht. Wie lange diese Einflüsse wirken, ist laut Bericht nicht geklärt.
Die Daten sind nicht austauschbar: Der Bericht nennt separate Werte für Futures, Kassamarkt, Importaufschlag und Aktien einzelner Bergbauunternehmen. Er beziffert weder Folgen für bestimmte Branchen oder Unternehmen noch liefert er eine Prognose für den Kupferpreis. Die berichteten Preisbewegungen und Einschätzungen beschreiben die aktuellen Marktbedingungen, nicht sichere Entwicklungen in der Zukunft.
Der aktuelle Stand beim Kupferpreis China
Am Freitag gaben die Futures nach, während der Rekordaufschlag für chinesische Importe und sinkende lokale Lagerbestände auf ein knappes physisches Angebot hindeuteten. Die US-Zollpolitik, die Verteilung der Lagerbestände und der Zeitpunkt zusätzlicher Lieferungen nach China bleiben offene Punkte. Die von BeInCrypto berichteten Bewegungen und Einschätzungen sind Momentaufnahmen, keine Garantie für den weiteren Kursverlauf.
Quellen
Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Kryptowährungen sind sehr volatil, recherchieren Sie daher immer selbst, bevor Sie investieren.

