Dieser Artikel wurde zuerst im The Bit Journal veröffentlicht. Die Bitcoin-Akkumulationsstrategie von Strategy ehemals MicroStrategy geht weiter: Das Unternehmen hat seine ohnehin enormen Bestände erneut ausgebaut und Bitcoin im Wert von rund 100 Millionen US-Dollar nachgekauft. Damit bekräftigt das Unternehmen seinen klaren Fokus auf Bitcoin, gleichzeitig wachsen jedoch die Zweifel, ob Aktionäre von dieser aggressiven Kaufstrategie tatsächlich im gleichen Maße profitieren.
Strategy erreicht neuen Meilenstein bei Bitcoin-Beständen
Am 15. Juni gab Chairman Michael Saylor bekannt, dass Strategy 1.587 Bitcoin zu einem Durchschnittspreis von 63.024 US-Dollar pro BTC erworben hat. Mit diesem Kauf steigt der Gesamtbestand des Unternehmens auf 846.842 BTC das entspricht über 4 % der maximalen Bitcoin-Gesamtmenge von 21 Millionen Coins.
Der Zukauf festigt Strategy weiterhin als weltweit größten Unternehmenshalter von Bitcoin. Aus dem früheren Business-Intelligence-Unternehmen ist längst eine Art Bitcoin-Investmentvehikel geworden, das sowohl von traditionellen Investoren als auch von Krypto-Anhängern genau beobachtet wird.
Gleichzeitig steht der Zeitpunkt des Kaufs zunehmend in der Kritik: Nachdem Bitcoin von seinen Höchstständen zurückgekommen ist und auch die Aktie des Unternehmens unter Druck steht, fragen sich viele Anleger, ob das Finanzierungsmodell weiterhin Wert für Aktionäre schafft.
Aktienverkäufe finanzieren den jüngsten Kauf
Ein aktueller SEC-Bericht zeigt, dass der jüngste Bitcoin-Kauf durch den Verkauf von Class-A-Stammaktien finanziert wurde.
Demnach verkaufte das Unternehmen rund 1,7 Millionen MSTR-Aktien und nahm dabei etwa 209 Millionen US-Dollar ein. Davon wurden rund 100 Millionen US-Dollar direkt für Bitcoin verwendet, weitere 100 Millionen flossen in die Dollar-Reserven des Unternehmens. Insgesamt verfügt Strategy damit über etwa 1,1 Milliarden US-Dollar an liquiden Mitteln.
Gleichzeitig bleibt das Unternehmen finanziell flexibel: Es stehen weiterhin rund 25,75 Milliarden US-Dollar im Rahmen bestehender „At-the-Market“-Programme zur Verfügung. Zusätzlich wurde das Kapitalprogramm durch die Ausgabe weiterer Stamm- und Vorzugsaktien erweitert, um die umfassende Bitcoin-Treasury-Strategie zu unterstützen.
Sinkender BTC Yield sorgt für Verwässerungsängste
Kritiker bemängeln, dass trotz steigender Bitcoin-Bestände die Bitcoin-Zuteilung pro Aktie sinkt. Der sogenannte BTC Yield eine firmeneigene Kennzahl, die Bitcoin pro verwässerter Aktie misst fiel trotz des jüngsten Zukaufs von 13,0 % (Stand 1. Juni) auf 12,5 %.
Bitcoin-Befürworter und häufiger Kritiker von Strategy, Matthew Kratter, sieht darin eine klare Verwässerung bestehender Aktionäre durch wiederholte Aktienausgaben. Er kommentierte:
„Glückwunsch an Saylor und Strategy, die MSTR-Aktionäre erneut verwässert zu haben! Bitcoin pro Aktie fällt weiter, und die Saylor-Anhänger verstehen offenbar nicht, was mit ihnen passiert.“
Aus Sicht der Skeptiker ist die Frage einfach: Wenn immer mehr Aktien ausgegeben werden, sinkt der Anteil jedes einzelnen Investors am Bitcoin-Exposure des Unternehmens – und damit stellt sich die Tragfähigkeit des Strategy-Modells infrage.
Congratulations to @saylor and Strategy for diluting MSTR shareholders once again over the weekend! Bitcoin per share dropped yet again, and the Saylor simps are too stupid to understand what's happening to them pic.twitter.com/55LOsnNPOK
— Matthew R. Kratter #BIP-110 (@mattkratter) June 15, 2026
Strategy-Modell geht über Bitcoin hinaus
Saylor weist diese Kritik zurück und argumentiert, dass BTC Yield allein kein vollständiges Bild liefere. Stattdessen verweist er auf ein breiteres Konzept: Common Equity Bitcoin Exposure (CEBE). Dieses berücksichtigt nicht nur Bitcoin-Bestände, sondern auch Cash-Reserven, Verbindlichkeiten und Vorzugsaktien.
Seiner Ansicht nach vernachlässigt die reine Betrachtung von Bitcoin pro Aktie die Verbesserungen in der gesamten Bilanzstruktur. Aktionäre seien letztlich die Eigentümer des verbleibenden Unternehmenswerts nach Abzug aller Verpflichtungen.
Befürworter der Strategie argumentieren zudem, dass die Kombination aus hohen Bitcoin-Beständen und starken Cash-Reserven die finanzielle Flexibilität von Strategy stärkt und langfristig den Unternehmenswert steigern kann.
Not all liabilities are equal. Short-duration, high-cost liabilities can turn amplification into risk and underperformance. Long-duration, low-cost liabilities can turn amplification into common equity upside. If BTC ARR exceeds the cost of capital, a well-capitalized Bitcoin…
— Michael Saylor (@saylor) June 14, 2026
Geteilte Meinungen am Markt
Die jüngste Bitcoin-Transaktion von Strategy hat erneut zu stark unterschiedlichen Reaktionen geführt.
Quinn Thompson, CIO von Lekker Capital, betonte, das Unternehmen sollte seine Bilanz stärken, anstatt durch Aktienausgaben Bitcoin-Käufe zu finanzieren. Verkäufe unter dem Nettoinventarwert könnten bestehende Aktionäre benachteiligen.
Absolutely mind boggling that @Strategy is still levering up. They're selling $MSTR shares that are worth 80 cents on the dollar to buy $1 dollar bills. Relative to its BTC holdings after accounting for debt and preferred equity liabilities, MSTR common trades at ~0.8x NAV. This… https://t.co/2KcwyZvWWw
— Quinn Thompson (@qthomp) June 14, 2026
Auch Nic Puckrin, CEO von Coin Bureau, erklärte, dass die Handlungsfreiheit von Strategy sinke, wenn die Aktie unter dem Wert der Bitcoin-Bestände notiert.
I'm genuinely concerned about Strategy's position right now.
Trading at 84% of its Bitcoin value, every option available to them makes things worse:
– Issue stock → dilutes BTC per share
– Issue more prefs → adds to a $10.7B cash obligation
– Sell Bitcoin → panic the market…
— Nic (@nicrypto) June 14, 2026
Andere sehen das anders: Dylan LeClair von Metaplanet und Analyst Adam Livingston argumentieren, dass unter Einbeziehung von Cash und Gesamtbilanz der jüngste Deal dennoch wertsteigernd gewesen sein könnte.
Livingston schätzt, dass durch den Kauf von 1.587 BTC und zusätzliche 100 Millionen US-Dollar Cash die „Restwert-Basis“ des Unternehmens auf rund 3.146 BTC gestiegen ist. Dadurch habe sich das Bitcoin-Exposure pro Aktie von 145.142 Satoshis auf 145.319 Satoshis erhöht. Er fasste zusammen:
„Nur Bitcoin betrachtet wirkte es verwässernd. Bitcoin plus Cash war jedoch wertsteigernd.“
Net the debt + prefs out and the common trades at a premium, as EV > BTC NAV.
Outright market cap trades at a discount to BTC NAV as a result of the debt+prefs you’re cautioning against.
Selling common here increases USD NAV/share, while slightly decreasing BPS and leverage %
— Dylan LeClair (@DylanLeClair) June 14, 2026
Fazit
Mit weiter steigenden Bitcoin-Beständen bleibt die Diskussion über den tatsächlichen Aktionärswert von Strategy bestehen. Ob das Finanzierungsmodell von Michael Saylor langfristig tatsächlich Vorteile bringt oder lediglich das Bitcoin-Exposure pro Aktie verwässert, wird maßgeblich von der künftigen Bitcoin-Entwicklung und der Marktakzeptanz der Strategie abhängen.
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Zusammenfassung
- Strategy kaufte 1.587 BTC und erhöht damit den Bestand auf 846.842 BTC.
- Der aktienfinanzierte Kauf verstärkt Sorgen über mögliche Verwässerung.
- Analysten sind uneinig, ob das Strategy-Bitcoin-Modell langfristig Wert schafft.
Glossar wichtiger Begriffe
- Strategy Bitcoin: Bitcoin-Treasury-Strategie von Strategy.
- Strategy: Ehemals MicroStrategy, größter börsennotierter Bitcoin-Halter.
- Bitcoin (BTC): Führende Kryptowährung mit 21 Millionen maximalem Angebot.
- BTC Yield: Bitcoin-Bestand pro verwässerter Aktie.
- CEBE: Kennzahl, die Bitcoin, Cash und Verbindlichkeiten kombiniert.
- MSTR-Aktien: Börsennotierte Aktien von Strategy.
- SEC Filing: Regulatorische Finanzoffenlegung.
- Net Asset Value (NAV): Vermögenswerte minus Verbindlichkeiten.
- Equity Issuance: Kapitalaufnahme durch neue Aktien.
Häufige Fragen zu Strategy Bitcoin Holdings
1. Wie viel Bitcoin hält Strategy?
Strategy hält 846.842 BTC und ist damit der größte Unternehmenshalter von Bitcoin.
2. Warum gibt es Verwässerungssorgen?
Weil neue Aktien ausgegeben werden, um Bitcoin-Käufe zu finanzieren, wodurch das BTC-Exposure pro Aktie sinkt.
3. Was ist BTC Yield?
Eine Kennzahl, die den Bitcoin-Anteil pro verwässerter Aktie misst.
4. Was ist CEBE?
Ein erweitertes Modell zur Bewertung des Unternehmenswerts unter Einbeziehung von Bitcoin, Cash und Verbindlichkeiten.
Quellen
Hinweis
Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz-, Anlage- oder Handelsberatung dar. Kryptowährungen sind hochriskant und volatil. Leser sollten vor Investitionen eigene Recherchen durchführen und gegebenenfalls einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.

