Am 2. November 2026 meldete der On-Chain-Ermittler ZachXBT einen mutmaßlichen Krypto-Diebstahl von mehr als 106 Millionen US-Dollar aus Konten bei mehreren zentralisierten Kryptobörsen. Die verdächtigen Abflüsse sollen am 1. November stattgefunden haben. Die mutmaßlich betroffene EU-Organisation ist nicht identifiziert. Laut BeInCrypto hatten bis zum Bericht weder das Opfer noch eine Börse den Vorfall öffentlich bestätigt.
Warum der Krypto-Diebstahl wichtig ist
Der Fall zeigt, wie Gelder über Börsen, Wallets und Blockchains bewegt werden können, bevor der Zugriffsweg geklärt ist. Er ist vom Binance-Vorfall einige Tage zuvor zu unterscheiden. Öffentliche Belege für einen umfassenderen Angriff auf gewöhnliche EU-Kunden gibt es nicht.
Was zum Krypto-Diebstahl bekannt ist
ZachXBT erklärte, eine Organisation stehe im Verdacht, Gelder aus mehreren Konten bei zentralisierten Kryptobörsen verloren zu haben. Er veröffentlichte 11 Adressen, die er mit dem mutmaßlichen Diebstahl verbindet. BeInCrypto berichtete, die Abflüsse hätten USDC und USDT betroffen. Beide Stablecoins sind darauf ausgelegt, einen Wert von einem US-Dollar zu halten. Laut der Auswertung kamen innerhalb von 11 Stunden rund 80 Millionen US-Dollar in USDC bei 11 Wallets an. Die Schätzung von mehr als 106 Millionen US-Dollar umfasst auch USDT.
Bitquery verfolgte separat USDC-Abhebungen im Wert von 108,80 Millionen US-Dollar von Kraken, Crypto.com und OKX zu 15 Wallets zwischen dem 1. und 2. November. Das sind erfasste USDC-Bewegungen, keine neue Gesamtsumme des mutmaßlichen Verlusts. Die unterschiedlichen Wallet-Zahlen und Beträge stammen aus getrennten Analysen und sind keine bestätigte Abrechnung aller entwendeten Gelder. Bitquerys Transaktionsanalyse führt die Bewegungen nach Wallet auf.
Am 2. November um 13:47 UTC schätzte Bitquery, dass rund 78,27 Millionen US-Dollar, größtenteils in ETH, in Adressen verblieben, die das Unternehmen dem mutmaßlichen Täter zuordnete. Weitere etwa 3,74 Millionen US-Dollar in USDC lagen laut Bitquery in Wallets, deren Guthaben Circle einfrieren könnte. Das waren Ermittlerschätzungen, keine Bestätigung der Börsen oder des mutmaßlichen Opfers.
Wie sich die Gelder beim Krypto-Diebstahl bewegt haben sollen
ZachXBT zufolge tauschte der mutmaßliche Angreifer USDC in ETH und nutzte Soforttauschdienste wie WellWallet und Kyrrex. Einen Teil wandelte er über Wagyu in Monero um. Der Ermittler beschrieb auch Transfers zwischen Blockchains. Monero verschleiert Transaktionsdetails, während Herausgeber von Stablecoins ihre Token einfrieren können.
Bitquery zufolge hatten 11 der 15 Wallets, die Abhebungen erhielten, zuvor Zahlungen von denselben Börsen bekommen. Das könnte auf Zugriff auf Wallet-Schlüssel des Opfers und dessen Börsen-Logins hindeuten, belegt aber nicht, wie dieser Zugriff zustande kam.

Was beim Krypto-Diebstahl ungeklärt bleibt
Die Organisation und der Zugriffsweg wurden bislang nicht öffentlich identifiziert. BeInCrypto berichtete am 2. November, dass weder das mutmaßliche Opfer noch eine Börse den Diebstahl bestätigt hatte. Die verfügbaren Berichte erklären nicht, wie auf die Konten zugegriffen wurde.
BeInCrypto zufolge hatten mindestens fünf markierte Wallets Monate zuvor kleinere Zahlungen aus derselben Quelle erhalten. Das wirft Fragen auf, belegt aber weder Zeitpunkt noch Art eines möglichen Zugriffs. ZachXBT sagte, er sei sehr sicher, dass der mutmaßliche Täter nicht zur Lazarus Group gehöre, die mit nordkoreanischen Krypto-Diebstählen in Verbindung gebracht wird.
Das unterscheidet sich von der Zuordnung im separaten Binance-Fall. Laut Associated Press schrieb das FBI den Binance-Diebstahl vom 29. Oktober der mit Nordkorea verbundenen Gruppe TraderTraitor zu. Der ähnliche zeitliche Rahmen belegt keine Verbindung zwischen den Vorfällen.

Reaktionen am Markt und von Analysten
Der mutmaßliche EU-Krypto-Diebstahl ereignete sich, während die Sicherheit von Kryptobörsen nach dem Binance-Vorfall unter Beobachtung stand. Binance erklärte, seine Hot Wallets seien am 29. Oktober gegen 20:05 UTC kompromittiert worden. Dabei seien Tokenwerte von ungefähr 6,3 Milliarden US-Dollar verloren gegangen. In einem Update vom 30. Oktober sagte die Börse, sie werde den Verlust decken. Zudem seien rund 3 Milliarden US-Dollar an Vermögenswerten On-Chain eingefroren worden. Binances Mitteilung zum Vorfall beschreibt die Reaktion.
Reuters berichtete am 2. November, Binance-Kunden hätten seit der Wiederaufnahme von Auszahlungen netto 4,72 Milliarden US-Dollar abgezogen, etwa 3 Prozent der Plattformvermögenswerte. Von Reuters zitierte Analysten bewerteten die Abflüsse als vergleichsweise moderat und verwiesen auf Binances Zusage, die Verluste zu decken. Diese Reaktion betrifft Binance, nicht die unbekannte EU-Organisation.
Marktdaten zeigten Rückgänge, belegen aber nicht, dass einer der Diebstähle sie verursacht hat. CoinGecko bezifferte Bitcoin am 2. November um 23:13 UTC auf 76.733 US-Dollar, ein Minus von 1,74 Prozent binnen 24 Stunden. Ether kostete 2.253,21 US-Dollar, ein Rückgang von 0,77 Prozent. Der Crypto Fear & Greed Index stand an diesem Tag bei 37 und wurde als „Fear“ eingestuft.
| Vermögenswert oder Indikator | Wert | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Bitcoin | 76.733 US-Dollar, minus 1,74 Prozent in 24 Stunden | 2. November 2026, 23:13 UTC |
| Ether | 2.253,21 US-Dollar, minus 0,77 Prozent in 24 Stunden | 2. November 2026, 23:13 UTC |
| Fear & Greed Index | 37, Fear | 2. November 2026 |

Was der Krypto-Diebstahl für Marktteilnehmer bedeutet
Die Zahlungshistorie könnte laut Bitquery darauf hindeuten, dass sowohl Wallet-Schlüssel des Opfers als auch Börsen-Logins zugänglich waren. Die Analyse klärt jedoch nicht, wie die Konten kompromittiert wurden. Die gemeldeten Transfers zeigen, dass mutmaßliche Gelder von Stablecoins in ETH und teilweise in Monero verschoben wurden.
Bitquery schätzte, dass rund 3,74 Millionen US-Dollar in USDC in Wallets lagen, die Circle einfrieren könnte. Der Bericht bestätigte weder ein Einfrieren noch eine Rückgewinnung. Es gibt keine öffentlichen Belege dafür, dass der Vorfall gewöhnliche EU-Kunden insgesamt oder eine ganze Handelsplattform betraf.
Was die Ermittlungen zum Krypto-Diebstahl klären müssen
Eine Bestätigung durch das mutmaßliche Opfer oder die genannten Börsen und Angaben zum Zugriffsweg könnten den Fall erhellen. Relevant wären auch Updates dazu, ob nachverfolgte Vermögenswerte eingefroren oder zurückgewonnen wurden. Weitere Wallet-Bewegungen könnten das On-Chain-Bild präzisieren, würden allein aber weder den Angreifer noch den ursprünglichen Zugriffsweg belegen.
Fazit
Ermittler verfolgen umfangreiche Stablecoin-Bewegungen, die mit einem mutmaßlichen Verlust von mehr als 106 Millionen US-Dollar verbunden sind. Die EU-Organisation und die Angriffsmethode bleiben unbekannt. Ein Zusammenhang mit dem separaten Binance-Vorfall ist nicht belegt.
Quellen
- $106M Crypto Hack: $108.8M Traced, $78.3M Still on Ethereum (www.bitquery.io)
- Security Incident Update #2 (2026-10-30) (www.binance.com)
- Mystery $106 Million Crypto Theft Hits EU Entity Days After Binance Hack (Decrypt)
Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Kryptowährungen sind sehr volatil, recherchieren Sie daher immer selbst, bevor Sie investieren.

