Am 6. November 2026 gab die US-Behörde Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) des US-Finanzministeriums eine Anordnung bekannt, die betroffenen US-Finanzinstituten mit Inkrafttreten untersagt, Geld an MEXC Global zu senden oder von der Börse anzunehmen. FinCEN beziffert mutmaßlich illegale Aktivitäten auf mindestens 16,7 Milliarden US-Dollar. Dabei handelt es sich laut Behörde um eine Einschätzung auf Grundlage der verfügbaren Informationen, nicht um ein Urteil eines Strafgerichts.
Die Anordnung tritt 30 Tage nach ihrer Veröffentlichung im Federal Register in Kraft. Sie richtet sich an betroffene US-Finanzinstitute und gilt daher nicht unmittelbar ab dem Tag der Bekanntgabe.
MEXC Sanktionen: Was FinCEN angeordnet hat
FinCEN gab die Maßnahme am 6. November im Rahmen der Operation Economic Outcast bekannt. Das US-Finanzministerium erklärte, MEXC werde damit vom US-Finanzsystem abgeschnitten. Cointelegraph und The Block berichteten über die Ankündigung und die Vorwürfe des US-Finanzministeriums.
FinCEN stufte MEXC Global nach Abschnitt 9714(a) des Combating Russian Money Laundering Act als ein primäres Geldwäscheanliegen im Zusammenhang mit illegaler russischer Finanzaktivität ein. Die Anordnung untersagt betroffenen US-Finanzinstituten, Geld an die Börse zu überweisen oder Zahlungen von ihr anzunehmen, sobald sie wirksam ist. Das Ministerium weist darauf hin, dass ein vorsätzlicher Verstoß zivil- oder strafrechtliche Folgen haben kann.
Die Schätzung von mindestens 16,7 Milliarden US-Dollar bezieht sich auf mutmaßlich illegale Aktivitäten zwischen Mai 2021 und Mai 2026. Das Finanzministerium fasste den Betrag als mindestens 16 Milliarden US-Dollar zusammen. FinCEN betont, dass die Zahl auf den der Behörde vorliegenden Informationen beruht. Sie ist kein gerichtlicher Nachweis dafür, dass MEXC eine Straftat begangen hat.
Nach Angaben von FinCEN beläuft sich die direkte und indirekte Verbindung zu Aktivitäten zur Umgehung russischer Sanktionen auf knapp 1,5 Milliarden US-Dollar. Darin enthalten seien 232 Millionen US-Dollar an direkten Transaktionen mit Unternehmen, die von den USA, der Europäischen Union oder dem Vereinigten Königreich sanktioniert wurden. Die Behörde erklärte zudem, MEXC habe noch im Juni 2026 Transaktionen mit Garantex und dessen Nachfolger Grinex abgewickelt.

Weitere Vorwürfe zu Iran, Nordkorea und Russland
Die MEXC Sanktionen stützen sich laut FinCEN auch auf Transaktionen mit Bezug zum Iran. Zwischen Mai 2021 und Mai 2026 habe MEXC direkt mehr als eine Milliarde US-Dollar mit über 40 identifizierten iranischen Kryptobörsen umgesetzt. FinCEN schätzt außerdem Aktivitäten im Umfang von rund 22 Millionen US-Dollar, die mit der iranischen Zentralbank, der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) und deren Quds-Einheit verbunden gewesen seien. Das gesamte Transaktionsvolumen mit Iran-Bezug beziffert die Behörde auf 1,87 Milliarden US-Dollar.
Die Anordnung behandelt auch das A7-Netzwerk zur Sanktionsumgehung. Das US-Finanzministerium hatte es am 1. Oktober 2026 sanktioniert und als bedeutende transnationale kriminelle Organisation mit Verbindungen zu iranischen Akteuren, darunter der IRGC, beschrieben. Laut Ministerium ordnet FinCEN MEXC mindestens 26 Millionen US-Dollar zu, die A7 zugutegekommen seien. Fast 200 Millionen US-Dollar stünden demnach mit dem Token A7A5 in Verbindung.
Für Nordkorea führt FinCEN an, MEXC habe zwischen Juni und September 2025 rund 350.000 US-Dollar für den von den USA sanktionierten Geldwäscher Sim Hyon Sop abgewickelt. Zusätzlich schätzt die Behörde, dass zwischen Mai 2021 und Mai 2026 mindestens 1,99 Milliarden US-Dollar mit Verbindung zu illegalen Cyberakteuren über die Börse geflossen seien. Auch diese Beträge sind Einschätzungen der Behörde und keine Feststellungen eines Strafgerichts.
Weitere Behörden hatten zuvor Maßnahmen gegen MEXC gemeldet. Die Virtual Assets Regulatory Authority (VARA) in Dubai erklärte im Juni 2026, MX Global Ltd, der Betreiber von MEXC, habe von 2022 bis April 2026 ohne Lizenz Dienstleistungen für virtuelle Vermögenswerte angeboten und Nutzer ohne vorgeschriebene KYC-Prüfungen aufgenommen. VARA teilte mit, Geldstrafen und Unterlassungsanordnungen verhängt zu haben. Zugleich erklärte die Behörde, das Unternehmen habe kooperiert und die Absicht geäußert, ein Lizenzverfahren aufzunehmen.
Im Mai hatte auch die Finanzaufsicht der Seychellen MX Global Ltd als Betreiber der MEXC-Plattform benannt. Sie erklärte, das Unternehmen habe Dienstleistungen für virtuelle Vermögenswerte ohne die erforderliche Lizenz angeboten, und leitete Vollstreckungsmaßnahmen ein.

Marktdaten im Zusammenhang mit den MEXC Sanktionen
Die folgende Momentaufnahme von CoinGecko stammt vom 6. November 2026 um 21:13 Uhr UTC. Sie zeigt die damalige Marktlage, belegt aber nicht, dass die MEXC Sanktionen die Kursbewegungen ausgelöst haben.
| Vermögenswert | Kurs | Veränderung in 24 Stunden |
|---|---|---|
| Bitcoin (BTC) | 75.816 US-Dollar | -0,20 % |
| Ethereum (ETH) | 2.228,56 US-Dollar | -0,45 % |
| BNB | 692,91 US-Dollar | +0,48 % |
| XRP | 1,18 US-Dollar | -3,90 % |
| Solana (SOL) | 89,97 US-Dollar | +0,40 % |
Der Crypto Fear & Greed Index stand am 6. November bei 28 und ordnete die Stimmung als „Fear“ ein. Dieser Wert beschreibt das Marktumfeld, weist aber keinen Zusammenhang zwischen der FinCEN-Maßnahme und den Kursen nach. Die verfügbaren Daten zeigen eine gemischte bis schwächere Momentaufnahme, keine eindeutig zurechenbare Reaktion auf die Anordnung.

Was als Nächstes bei der FinCEN-Anordnung zählt
Der nächste Schritt ist die Veröffentlichung im Federal Register. Erst 30 Tage danach wird die Anordnung wirksam. Zum Zeitpunkt dieses Berichts lag keine Angabe zum Veröffentlichungsdatum vor. Die Maßnahme betrifft bestimmte US-Finanzinstitute. Aus den vorliegenden Informationen geht nicht hervor, dass damit alle MEXC-Dienste oder sämtliche Kundenkonten sofort geschlossen werden.
Weitere Hinweise von FinCEN oder Stellungnahmen von MEXC und anderen Aufsichtsbehörden könnten Einzelheiten zur Umsetzung klären. Für die betroffenen Finanzinstitute nennt die Anordnung mögliche zivil- oder strafrechtliche Folgen bei vorsätzlichen Verstößen. FinCEN beschreibt die Zahlen als Einschätzungen der Behörde auf Grundlage verfügbarer Informationen, nicht als Feststellungen eines Strafgerichts.
Häufige Fragen
Was bedeuten die MEXC Sanktionen?
FinCEN hat MEXC Global als primäres Geldwäscheanliegen eingestuft. Sobald die Anordnung wirksam ist, dürfen betroffene US-Finanzinstitute keine Gelder an die Börse senden oder von ihr annehmen.
Wann tritt die FinCEN-Anordnung gegen MEXC in Kraft?
Nach Angaben des US-Finanzministeriums gilt sie 30 Tage nach der Veröffentlichung im Federal Register. Ein Veröffentlichungsdatum lag für diesen Bericht nicht vor.
Haben die MEXC Sanktionen die Kryptokurse fallen lassen?
Die Marktdaten vom 6. November 2026 um 21:13 Uhr UTC zeigten unterschiedliche, teils niedrigere Kurse. Sie belegen nicht, dass die Anordnung die Bewegungen verursacht hat.
Quellen
- US Treasury cuts off MEXC over alleged $16B in illicit transactions (Cointelegraph)
- Treasury cuts off MEXC Global over alleged $16 billion in transactions linked to Iran, North Korea and Russia (The Block)
- FinCEN Order 9714(a) (www.fincen.gov)
Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Kryptowährungen sind sehr volatil, recherchieren Sie daher immer selbst, bevor Sie investieren.

