Der Nasdaq Crash könnte durch Zwangsverkäufe eines einzelnen Großanlegers verstärkt worden sein, vermutet Tom Lee von Fundstrat laut einem Bericht von BeInCrypto vom 31. Oktober über seinen CNBC-Auftritt. Seine Erklärung bleibt eine unbestätigte Theorie. Der Bericht nennt auch Intels schwachen Ausblick und die Zurückhaltung vor den US-Zwischenwahlen am 3. November.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Lee vermutete Zwangsverkäufe, nannte aber weder einen Anleger noch einen Beleg für eine Liquidation.
- Laut BeInCrypto verlor der Nasdaq Composite im Oktober 5,3 %, sein schwächster Monat seit März 2025.
- Intel brach nach einer schwachen Prognose für das vierte Quartal um 28,6 % ein. Amazon meldete einen negativen freien Cashflow.
- Bitcoin und Ethereum lagen in der Momentaufnahme vom 31. Oktober auf Tagessicht leicht im Plus, auf Wochensicht jedoch im Minus.
Was beim Nasdaq Crash passiert ist
Lee sprach während der fallenden Kurse am Freitag von einem marktinternen Kräftemessen statt von einem Beleg dafür, dass Anleger Aktien insgesamt den Rücken kehrten. Laut BeInCryptos Bericht über den CNBC-Auftritt vermutete er einen Anleger unter Verkaufszwang, wusste aber nicht, ob es sich um eine Institution handelte.
Der Bericht identifizierte keinen Verkäufer und bestätigte keine Liquidation.
Sein Anhaltspunkt war der gleichgewichtete S&P 500, in dem jedes Unternehmen dasselbe Gewicht erhält. Nach Angaben von BeInCrypto lag dieser Index während Lees Äußerungen im Plus. Für ihn deutete das darauf hin, dass Kapital im Aktienmarkt blieb.
Bis zum Handelsschluss schwächte sich dieses Bild ab: Laut BeInCrypto verlor der gleichgewichtete Index am Freitag 0,79 %, der herkömmliche S&P 500 dagegen 1,82 %. Die gleichgewichtete Variante schnitt besser ab, beide schlossen aber im Minus. Dieser Vergleich allein beweist keine Zwangsverkäufe.

Hintergründe und Kontext zum Verkaufsdruck
Die These zum Nasdaq Crash setzt bei kreditfinanzierten Aktienkäufen an. Wie BeInCrypto erläutert, können fallende Kurse dazu führen, dass Kreditgeber eine Rückzahlung verlangen. Muss der Anleger dafür Aktien verkaufen, können große Verkaufsaufträge die Kurse weiter drücken.
Das beschreibt einen möglichen Mechanismus, nicht den belegten Ablauf vom Freitag. Der Bericht nennt zudem unternehmensspezifische Entwicklungen, die eine Erklärung erschweren, die sich auf einen einzigen unbekannten Anleger konzentriert.
Intel verlor laut BeInCrypto am Freitag nach einem schwachen Ausblick auf das vierte Quartal 28,6 %. Dem Bericht zufolge war es die schlechteste Sitzung der Aktie seit 1974. Anders als die vermutete Liquidation war dieser durch den Geschäftsausblick ausgelöste Kursrückgang ein konkret beschriebenes Ereignis.
Amazon meldete laut derselben Quelle einen negativen freien Cashflow von 42,4 Milliarden USD, bedingt durch hohe Ausgaben für künstliche Intelligenz. Beide Nachrichten liefern Kontext für die Verluste bei Technologieaktien. Sie bestätigen Lees Vermutung nicht, schließen sie aber auch nicht aus.
Wie Aktien und Kryptowährungen reagierten
BeInCrypto zufolge erlebte der Nasdaq am Freitag seine schwächste Sitzung seit dem 5. Juni. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen schloss laut Bericht bei 4,93 %. Eine Woche zuvor hatte Lee argumentiert, wieder unter 5 % gefallene Renditen bedeuteten, dass der Abverkauf bei KI-Aktien zu Ende gehe.
Die separate CoinGecko-Momentaufnahme vom 31. Oktober 2026 um 16:13 Uhr UTC zeigte leichte Gewinne über 24 Stunden bei Kryptowährungen. Über sieben Tage lagen alle drei hier erfassten Werte im Minus:
| Kryptowährung | Kurs in USD | Veränderung in 24 Stunden | Veränderung in 7 Tagen |
|---|---|---|---|
| Bitcoin | 77.546 | +0,16 % | -3,29 % |
| Ethereum | 2.249,72 | +0,88 % | -3,94 % |
| Solana | 95,95 | +0,99 % | -4,46 % |
Eine Abkopplung vom Nasdaq Crash lässt sich daraus nicht ableiten. Die Kryptodaten und die Schlusskursveränderungen der Aktien vom Freitag beziehen sich auf unterschiedliche Messzeiträume. Der Crypto Fear & Greed Index von Alternative.me stand am 31. Oktober bei 30 und damit im Bereich „Angst“.

Welche Belege und Signale jetzt fehlen
Für Lees Erklärung zum Nasdaq Crash fehlt vor allem die Bestätigung eines Verkäufers unter Zwang. Die unterschiedliche Indexentwicklung liefert Kontext, identifiziert aber keinen Anleger. Auch dessen Verkaufsgrund lässt sich daraus nicht erkennen.
Laut BeInCrypto sah Lee die Wahlen am 3. November als Grund dafür, dass große Anleger Rücksetzer nicht entschlossen kauften. Der Bericht griff außerdem eine CNBC-Diskussion über Erwartungen auf, wonach die Demokraten in beiden Kammern knapp in Führung gehen würden. Das waren Markterwartungen, keine Wahlergebnisse.
BeInCrypto nannte unter Berufung auf CME FedWatch zudem eine Wahrscheinlichkeit von 72 % für eine Zinserhöhung im Dezember. Diese Momentaufnahme war keine Zusage einer geldpolitischen Entscheidung.
Einen Gegenpunkt zur These einer breiten Aktienflucht lieferte Steve Sosnick, Chefstratege von Interactive Brokers. Laut BeInCrypto erklärte er, seine Privatkunden seien nicht geflohen und hätten am Donnerstag kräftig Alphabet gekauft. Seine Aussage bezog sich auf seine Kunden, nicht auf sämtliche Anleger.
Für Kryptoanleger bleiben die Tagesgewinne zusammen mit den Wochenverlusten zu betrachten. Keiner der beiden Werte legt den weiteren Kursverlauf fest. Die Diskussion über den Aktienmarkt veranschaulicht zudem das in BeInCryptos Erklärung beschriebene Finanzierungsrisiko: Bei kreditfinanzierten Aktienkäufen können Kursverluste Verkäufe erzwingen.
FAQ
Hat ein einzelner Anleger den Nasdaq Crash verursacht?
Das ist nicht belegt. Laut BeInCrypto vermutete Lee Zwangsverkäufe, identifizierte aber keinen Anleger und bestätigte keine Liquidation.
Warum ist die Intel-Aktie gefallen?
BeInCrypto führte den Freitagsverlust von 28,6 % auf einen schwachen Ausblick für das vierte Quartal zurück. Laut Bericht war es Intels schlechtester Börsentag seit 1974.
Ist Bitcoin zusammen mit Technologieaktien gefallen?
Die verfügbaren Zahlen messen unterschiedliche Zeiträume. CoinGecko zeigte Bitcoin am 31. Oktober 2026 um 16:13 Uhr UTC über 24 Stunden mit 0,16 % im Plus, über sieben Tage aber mit 3,29 % im Minus.
Quellen
Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Kryptowährungen sind sehr volatil, recherchieren Sie daher immer selbst, bevor Sie investieren.

