NEAR Inflation: House of Stake stimmt für 1,6-%-Ziel, Umsetzung offen

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Das House of Stake stimmte für eine vorgeschlagene Senkung der jährlichen NEAR-Ausgabe.

NEAR Inflation könnte nach einem Governance-Beschluss langsamer steigen: Das House of Stake hat einen Vorschlag angenommen, der die jährliche Obergrenze für neue NEAR-Token innerhalb von 24 Monaten von 2,5 % auf 1,6 % senken soll. Die Abstimmung ist jedoch noch keine Änderung der Netzwerkregeln, denn weitere Prüfungen und ein Protokoll-Upgrade stehen aus.

Der Vorschlag HSP-029 sieht eine schrittweise Anpassung vor. Laut Cointelegraph verlor NEAR am 3. November 7 % an Wert. Aus den verfügbaren Angaben lässt sich nicht ableiten, dass die Abstimmung den Kursrückgang verursacht hat.

Was der Beschluss zur NEAR Inflation vorsieht

Das House of Stake nahm HSP-029 am 2. November an, berichtete The Block. In der Abstimmung entfielen laut Eintrag zur Vorlage 99,96 % auf Zustimmung, weniger als 0,01 % auf Ablehnung und 0,03 % auf Enthaltung. Ziel ist, die maximale jährliche Ausgabe neuer Token über zwei Jahre von 2,5 % auf 1,6 % zu reduzieren.

Die Obergrenze soll nicht auf einmal sinken. Die offizielle HSP-029-Vorlage beschreibt eine lineare Absenkung um etwa 3,75 Basispunkte pro Monat. Die Aufteilung der ausgegebenen Token soll gleich bleiben: 90 % sind für Staking-Teilnehmer vorgesehen, 10 % für die Treasury.

Die Vorlage schätzt, dass innerhalb von zwei Jahren rund 11,8 Millionen NEAR weniger ausgegeben würden. Über sechs Jahre wären es demnach 66,1 Millionen Token weniger. Cointelegraph bezifferte den Rückgang für den Zweijahreszeitraum in seinem Bericht vom 3. November auf etwa 45 Millionen US-Dollar. Dieser Wert hängt vom zugrunde gelegten NEAR-Kurs ab und ist keine feststehende Ersparnis.

Als Grundlage für weitere Modellrechnungen nennt HSP-029 eine Messung vom 22. September 2026: 42,71 % des NEAR-Angebots waren gestakt, 57,3 % nicht gestakt. Die Autoren argumentieren, eine geringere Ausgabe könne die Verwässerung für Nicht-Staker begrenzen. Das ist die Begründung der Vorlage, keine Aussage über eine sichere Kursentwicklung.

NEAR Inflation und die modellierte Staking-Rendite

Bei unverändertem Staking-Anteil schätzt die Vorlage, dass die Brutto-Staking-Rendite von 5,268 % auf 3,372 % sinken könnte, sobald die Zielrate von 1,6 % erreicht ist. Die Werte sind modelliert und setzen voraus, dass das gemessene Verhältnis von gestakten zu nicht gestakten Token gleich bleibt. Es handelt sich um Schätzungen der Vorlage, nicht um feste Staking-Raten.

Der Vorschlag folgt auf eine frühere Änderung. The Block berichtete, dass NEAR seine maximale jährliche Ausgaberate im Oktober 2025 von 5 % auf 2,5 % gesenkt hatte. HSP-029 würde die Obergrenze somit ein weiteres Mal reduzieren.

Ausgedruckte Governance-Vorlage neben einem geöffneten Servergehäuse
HSP-029 beschreibt eine schrittweise Senkung der Emissionsobergrenze.

Warum die NEAR Inflation noch nicht sinkt

Der Beschluss des House of Stake setzt die neue Obergrenze nicht unmittelbar in Kraft. Laut The Block braucht der Vorschlag noch die Prüfung und Ratifizierung durch den Security Council. Danach ist eine Karenzzeit von 90 Tagen vorgesehen. Validatoren müssten die Änderung anschließend über ein Protokoll-Upgrade übernehmen.

Die Abstimmung dokumentiert Unterstützung für den Vorschlag, aber nicht den Abschluss dieser Umsetzungsschritte. Die vorliegenden Berichte nennen keine Termine für die weitere Prüfung oder das Upgrade. Wer die NEAR Inflation verfolgt, sollte deshalb zwischen einem angenommenen Vorschlag und tatsächlich veränderten Emissionen unterscheiden.

Auch für Validatoren könnte die niedrigere Ausgabe wirtschaftliche Folgen haben. Das Modell von HSP-029 schätzt, dass bei einer Zielrate von 1,6 % insgesamt 24 von 405 Validator-Pools ihre wirtschaftliche Eigenständigkeit verlieren würden. Diese Schätzung bezieht sich auf die in der Vorlage gemessenen Marktbedingungen. Sie bedeutet nicht, dass 24 Validatoren sicher ihren Betrieb einstellen werden.

Validator-Server in einem Rechenzentrum als Sinnbild für das nötige Protokoll-Upgrade
Vor der Umsetzung stehen noch Prüfung und Übernahme durch die Validatoren aus.

Marktreaktion und Einordnung

Cointelegraph meldete für den 3. November einen Rückgang des NEAR-Kurses um 7 %. Die verfügbaren Marktdaten enthalten weder einen NEAR-Preis noch eine zeitlich genau abgegrenzte Handelsspanne. Der prozentuale Rückgang ist daher die einzige konkrete Kursangabe aus dem Bericht. Ein ursächlicher Zusammenhang mit der Abstimmung ist damit nicht belegt.

Der Crypto Fear & Greed Index lag am 3. November bei 26 und wurde als „Fear“ eingestuft. Das beschreibt die allgemeine Marktstimmung, nicht speziell die Lage von NEAR. Eine mögliche Begrenzung der Verwässerung steht bei HSP-029 neben der niedrigeren modellierten Staking-Rendite und den möglichen Belastungen für einzelne Validator-Pools.

NEAR Inflation und mögliche Folgen für Validatoren

In der Diskussion zur Vorlage unterstützte ein Kommentator, der sich als NEAR-Halter, Validator-Betreiber und Governance-Delegierter bezeichnete, die Senkung. Zugleich wies er darauf hin, dass niedrigere Belohnungen manche bestehende Staker oder Validatoren zum Ausstieg bewegen könnten. Er bezeichnete diese Folgen als unsicher. Das ist die Einschätzung eines einzelnen Diskussionsteilnehmers, keine Prognose des Netzwerks oder ein Konsens am Markt.

Metallplättchen und geschlossenes Ledger auf einem dunklen Arbeitstisch
Das Modell sieht geringere Emissionen und zugleich eine niedrigere Brutto-Staking-Rendite vor.

Was der Vorschlag für NEAR-Halter bedeutet

Für Halter betrifft HSP-029 vor allem das Tempo, mit dem neue Token in Umlauf kommen. Die Autoren der Vorlage argumentieren, dass eine geringere Ausgabe die Verwässerung für Nicht-Staker begrenzen könnte. Daraus folgt jedoch keine belastbare Aussage darüber, wie sich der NEAR-Kurs entwickeln wird.

Für Staker sind die genannten Renditen Bruttowerte aus einem Modell, das von einem bestimmten Staking-Anteil ausgeht. Sie sind keine Zusage für die Rendite einzelner Teilnehmer. Für Validatoren nennt die Vorlage mögliche wirtschaftliche Auswirkungen: Unter den gemessenen Marktbedingungen würden bei der Zielrate 24 von 405 Pools ihre wirtschaftliche Eigenständigkeit verlieren. Das ist eine Modellschätzung, keine Gewissheit über das Verhalten einzelner Pools.

Die NEAR Inflation bleibt vorerst an die weiteren Schritte gebunden: Prüfung und Ratifizierung durch den Security Council, eine Karenzzeit von 90 Tagen und die Übernahme durch Validatoren mittels Protokoll-Upgrade. Erst wenn diese Schritte erfolgt sind, kann die vorgeschlagene Obergrenze wirksam werden.

Der nächste Schritt bei HSP-029

Das House of Stake hat eine Senkung der maximalen jährlichen NEAR-Ausgabe auf 1,6 % innerhalb von 24 Monaten befürwortet. Die Vorlage verbindet geringere Token-Emissionen mit einer niedrigeren modellierten Brutto-Staking-Rendite und möglichen wirtschaftlichen Folgen für bestimmte Validator-Pools. Ob und wann sich die Netzwerkregeln ändern, hängt von den noch ausstehenden Prüfungen und der technischen Umsetzung ab.

Quellen

Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Kryptowährungen sind sehr volatil, recherchieren Sie daher immer selbst, bevor Sie investieren.

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