Russland Kryptobörsen: NAUFOR wird erste Selbstregulierungsorganisation

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Russlands Kryptobörsen bekommen eine SRO aus der Wertpapierbranche.

Wer in Russland Kryptobörsen oder digitale Depots betreibt, hat jetzt erstmals eine Selbstregulierungsorganisation (SRO) über sich. Am 29. Oktober 2026 verlieh die Bank von Russland der Nationalen Vereinigung der Wertpapiermarktteilnehmer (NAUFOR) diesen Status für Kryptobörsen und digitale Depots, wie Interfax berichtet. Unternehmen in den Registern der Zentralbank haben 90 Tage Zeit, einer SRO beizutreten.

Warum das wichtig ist

Mit der Entscheidung wird Russlands neues Kryptogesetz vom Papier in den Alltag überführt, und das nur wenige Wochen bevor große Banken den Kryptohandel für Privatkunden öffnen wollen. Gleichzeitig bekommt eine Organisation, deren Modell für Aktien und Anleihen gebaut wurde, die Verantwortung für Standards bei Bitcoin-Börsen und Verwahrung.

Was über die Entscheidung zu NAUFOR bekannt ist

NAUFOR ist kein Neuling. Die Vereinigung gibt es seit 1996, sie zählt 725 Mitglieder, darunter Broker, Händler und Fondsmanager aus den klassischen Märkten, wie Bitcoin Magazine berichtete. Bereits zuvor im Oktober hatte sie denselben Status für Betreiber von Informationssystemen erhalten.

Eine SRO setzt Branchenstandards, überwacht ihre Mitglieder und vertritt den Sektor gegenüber den Behörden. Laut einer Pressemitteilung vom 29. Oktober, die The Crypto Times zitiert, will NAUFOR diese Standards festlegen und prüfen, ob registrierte Unternehmen sie einhalten. Außerdem will sich die Vereinigung bei der Zentralbank für Regeländerungen einsetzen.

Rechtsgrundlage ist das Föderale Gesetz Nr. 282-FZ „Über digitale Währungen und digitale Rechte“. Wie Coin Gabbar festhält, wurde es am 4. August 2026 unterzeichnet, die Kernbestimmungen gelten seit dem 1. September, und das Registrierungsfenster für Börsen öffnete am 5. Oktober. Die Aufsicht kann sich bis zu 60 Arbeitstage Zeit lassen, um einen Antrag zu prüfen. Das Gesetz verlangt, dass Betreiber in den Registern der Zentralbank stehen und einer SRO angehören.

Wer in Russland Kryptobörsen betreibt und beitreten muss

Interfax zählt laut Bitcoin Magazine 23 Kryptobörsen und acht digitale Depots in den Registern, darunter VTB, Sberbank und Einheiten von T-Technologies, der Holding hinter der T-Bank. Die erste Gruppe, freigegeben am 6. Oktober, umfasste fünf Depots und vier Börsen, berichtete CryptoPotato. Sberbank war unter den Verwahrern, VTB tauchte in beiden Kategorien auf.

Register und Messingstempel auf einem Eichentisch in einem dunklen Archiv, Sinnbild für amtliche Kryptoregister
Unternehmen in den Registern der Zentralbank haben 90 Tage Zeit für den SRO-Beitritt.

Was noch offen ist

Die genaue Zahl der Anbieter steht nicht fest. DL News meldete bis zum 22. Oktober 17 Unternehmen im Börsenregister, Interfax nennt inzwischen 23. Die Differenz dürfte auf neue Freigaben seitdem zurückgehen, eine vollständige Liste enthalten die verfügbaren Berichte aber nicht.

Unklar ist auch, ob sich weitere Verbände um den SRO-Status bewerben oder ob NAUFOR bis zum Ende der 90-Tage-Frist die einzige Option bleibt. Und das Regelwerk ist womöglich noch nicht fertig. Am 21. September sagte der Erste Stellvertretende Gouverneur Wladimir Tschistjuchin, die Behörden arbeiteten an der Fertigstellung von 27 Durchführungsakten, sieben primären und 20 sekundären, wie KuCoin schreibt.

Für Nutzer ist die Selbstverwahrung eine zentrale offene Frage. Die Depots sollen die Bestände erfassen, und Bitcoin Magazine weist darauf hin, dass eine Lesart des Rahmens ihnen erlaubt, Überweisungen auf private Wallets einzuschränken. Wie streng das gehandhabt wird, entscheidet mit darüber, wie viel Kontrolle Käufer über ihre Coins behalten.

Wie Märkte und Medien reagierten

In den Daten gibt es keinen Hinweis darauf, dass die Entscheidung die Kurse bewegt hat. Bitcoin notierte laut CoinGecko am 29. Oktober um 16:13 Uhr UTC bei 81.660 US-Dollar, ein Plus von 1,45 % auf 24 Stunden. Der Crypto Fear and Greed Index stand am selben Tag bei 51 („Neutral“).

AssetKurs (29. Okt., 16:13 Uhr UTC)24 Std.1 Jahr
Bitcoin (BTC)81.660 US-Dollar+1,45 %-27,36 %
Ethereum (ETH)2.367,37 US-Dollar+1,54 %-40,66 %
XRP1,31 US-Dollar-0,08 %-50,47 %

In der Berichterstattung ging es eher um Kontrolle als um Kurse. Bitcoin Magazine argumentierte, eine für Aktien und Anleihen geschaffene Organisation über Bitcoin-Börsen und Verwahrung zu setzen, gebe dem Staat „eine vertraute Hand am Steuer“. The Crypto Times wertete den Schritt als Verschärfung der Aufsicht. CryptoPotato zog in der Überschrift den Vergleich zu den USA: Während Amerikas CLARITY stockt, bekommt Russlands Kryptomarkt offizielle Betreiber.

Halb geöffnete Tresortür aus Stahl mit Schließfächern als Sinnbild für die Verwahrung in digitalen Depots
Digitale Depots sollen die Bestände russischer Kryptokäufer erfassen.

Was die Regeln für Anleger bedeuten, die in Russland Kryptobörsen nutzen

Der Rahmen regelt den Handel, nicht das Bezahlen. Mit Krypto für Waren und Dienstleistungen zu zahlen, bleibt verboten, wie Cointelegraph auf TradingView berichtete. Bitcoin Magazine ergänzt, dass das Gesetz einen staatlich überwachten Kanal für den grenzüberschreitenden Handel öffnet, einen Weg, über den Russland westliche Sanktionen umgehen kann.

Kaufobergrenzen, wenn Privatanleger in Russland Kryptobörsen nutzen

Nicht qualifizierte Privatanleger dürfen über einen einzelnen Vermittler bis zu 300.000 Rubel pro Jahr ausgeben, nach Schätzung von Bitcoin Magazine rund 3.800 US-Dollar. Bei qualifizierten Anlegern gehen die Angaben auseinander: DL News zufolge gibt es für sie keine Grenze, Bitcoin Magazine spricht von höheren Obergrenzen. VTB will den Kryptohandel für Privatkunden im November öffnen, Sberbank peilt den 1. Dezember an. Die Nachrichtenagentur TASS meldete am 8. Oktober, dass auch die Moskauer Börse am 1. Dezember mit dem Kryptohandel starten will, auf Basis ihres bestehenden Handelssystems.

Eine lizenzierte Plattform beseitigt das Marktrisiko nicht. Bitcoin liegt auf Jahressicht weiter 27,36 % im Minus und deutlich unter seinem Höchststand von 126.080 US-Dollar aus dem Oktober 2025. Kryptokurse können stark fallen, im Extremfall bis zum Totalverlust. Wer Coins bei einem Verwahrer hält, trägt zusätzlich ein Plattformrisiko, und Transferbeschränkungen könnten Auszahlungen erschweren. Für ausländische Nutzer kann zudem das Sanktionsrisiko eine Rolle spielen. Steuerliche und rechtliche Fragen sind von Land zu Land verschieden, Leser sollten sich daher an eine qualifizierte Fachperson wenden.

Beobachten sollte man die 90-Tage-Frist, die noch ausstehenden Durchführungsakte und den Umgang der ersten Privatkundenangebote mit Auszahlungen auf eigene Wallets.

Fazit

Mit der Zulassung von NAUFOR gibt es für alle, die in Russland Kryptobörsen betreiben, vor den geplanten Starts für Privatkunden im November und Dezember eine Selbstregulierung. Ob sich das System offen oder eng eingezäunt anfühlt, hängt von den restlichen Durchführungsakten ab und davon, wie Überweisungen auf private Wallets behandelt werden.

Quellen

Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Kryptowährungen sind sehr volatil, recherchieren Sie daher immer selbst, bevor Sie investieren.

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