Krypto-Steuer Südkorea: Aufschub bis 2029 vorgeschlagen

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Der vorgeschlagene Aufschub der südkoreanischen Krypto-Steuer braucht noch die Zustimmung des Parlaments.

Die Krypto-Steuer Südkorea könnte erst 2029 starten: Die Regierung unterstützt einen Vorschlag, den geplanten Beginn von Januar 2027 um zwei Jahre zu verschieben. Finanzminister Lee Hyung-il kündigte den Vorschlag am 5. November an, doch die Nationalversammlung muss noch zustimmen, berichtete BeInCrypto.

Erst Monate zuvor hatten Regierungsvertreter laut Cointelegraph am Starttermin 2027 festgehalten. Für Menschen mit Gewinnen aus digitalen Vermögenswerten bleibt damit offen, wann die Abgabe tatsächlich greift und welche Regeln dann gelten.

Warum der Aufschub der Krypto-Steuer Südkorea betrifft

Die geplante Verschiebung soll politischen Entscheidungsträgern mehr Zeit geben, steuerliche Details auszuarbeiten. Dazu gehören Regeln zur Verrechnung von Verlusten. Gleichzeitig verlängert sich die Unsicherheit über den Starttermin. Der Vorschlag ist noch keine geltende Gesetzesänderung, denn die Nationalversammlung muss ihn erst billigen.

Leerer Ausschusssaal der südkoreanischen Nationalversammlung mit geordneten Sitzreihen
Die Nationalversammlung muss dem vorgeschlagenen Aufschub noch zustimmen.

Was zur Krypto-Steuer Südkorea bekannt ist

Krypto-Steuer Südkorea: Vorschlag nennt 2029 als Ziel

Der Vorsitzende der Demokratischen Partei, Kim Min-seok, schlug am Mittwoch, dem 4. November, eine weitere Verschiebung vor. BeInCrypto berichtete darüber unter Berufung auf die Seoul Economic Daily. Die Regierung nahm den Vorschlag am folgenden Tag an. Er sieht einen Aufschub um zwei Jahre vor, wodurch sich der geplante Start von Januar 2027 auf 2029 verschieben würde.

Cointelegraph bezeichnete die Initiative als Versuch, die Abgabe zum vierten Mal aufzuschieben. Die Steuer auf Kryptogewinne wurde 2020 eingeführt und sollte ursprünglich 2022 in Kraft treten. Seitdem haben Abgeordnete den Start dreimal verschoben. Der derzeitige Zeitplan sieht Januar 2027 vor.

Nach dem bislang geltenden Plan beträgt die Abgabe 22 Prozent auf jährliche Kryptogewinne oberhalb von 2,5 Millionen Won, umgerechnet etwa 1.870 US-Dollar. Diese Gesamtquote setzt sich aus einer nationalen Steuer von 20 Prozent und einer lokalen Abgabe von 2 Prozent zusammen, berichtete BeInCrypto. Bei Gewinnen von 5 Millionen Won nennt das Medium eine Steuer von 550.000 Won, etwa 410 US-Dollar, unter Anwendung des genannten Schwellenwerts und Steuersatzes.

Als einen Grund für die geplante Verzögerung nannten Vertreter den Zeitplan für internationale Meldevorschriften. Die USA sollen laut BeInCrypto erst 2029 damit beginnen, Informationen zu Krypto-Steuern auszutauschen. Das Medium berichtete außerdem, dass Südkoreas Regelwerk noch präzisiert werden müsse, unter anderem bei der Möglichkeit, Verluste in spätere Jahre zu übertragen.

Südkorea arbeitet laut BeInCrypto zudem an einem umfassenderen Gesetz für digitale Vermögenswerte. Es soll Lizenzregeln für Kryptobörsen und Stablecoin-Anbieter festlegen. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe aus öffentlichem und privatem Sektor soll bis zur ersten Hälfte des Jahres 2028 detaillierte Steuerstandards ausarbeiten. Diese Vorhaben sind getrennt von der noch offenen Abstimmung über den Aufschub.

Geschlossene Aktenordner und ein Laptop auf dem Schreibtisch einer Steuerkanzlei
Die konkreten Steuerstandards werden noch ausgearbeitet.

Welche Fragen zur Krypto-Steuer Südkorea offenbleiben

Entscheidend ist, ob die Nationalversammlung den Aufschub tatsächlich verabschiedet. Die Regierung will mit Abgeordneten beraten und um Zustimmung zur zweijährigen Verschiebung werben, berichtete BeInCrypto. Bis zu einer Entscheidung bleibt Januar 2027 der angesetzte Starttermin. 2029 ist bislang nur ein Vorschlag.

Auch die konkreten Umsetzungsregeln sind noch in Arbeit. Die Arbeitsgruppe soll laut BeInCrypto bis zur ersten Hälfte des Jahres 2028 Steuerstandards entwerfen. In den vorliegenden Berichten steht nicht, welche Belege Steuerpflichtige vorlegen müssten, wie der Verlustvortrag genau funktionieren soll oder ob das Parlament die geplante Steuerstruktur noch ändert.

BeInCrypto zufolge sahen Analysten sinkende Unterstützung unter jüngeren Anlegern als wichtigen Grund für die wiederholten Verzögerungen. Der Bericht nennt keine Umfragewerte, mit denen sich diese Entwicklung beziffern ließe. Er gibt auch Kritik wieder, wonach häufige Verschiebungen das Vertrauen in die Steuerpolitik schwächen könnten. Das sind Einschätzungen aus dem Bericht, keine durch eine dort angeführte Umfrage bestätigten Erklärungen.

Der südkoreanische Zeitplan unterscheidet sich von Hongkongs Vorgehen. Dort verabschiedeten Abgeordnete am 4. November laut BeInCrypto ein Gesetz zur Einführung des OECD-Meldeverfahrens für Krypto-Vermögenswerte. Anbieter vor Ort sollen dem Bericht zufolge ab 2027 Nutzerdaten erheben; der Informationsaustausch mit Partnerstaaten soll 2028 beginnen. Dieses Meldesystem ist nicht dasselbe wie eine Steuer auf Gewinne.

Marktdaten und Einschätzungen

Die Marktdaten vom 5. November um 10:13 UTC zeigten für große Kryptowährungen ein Plus über 24 Stunden. Die Zahlen sind eine Momentaufnahme und kein Beleg dafür, dass Händler auf den südkoreanischen Steuervorschlag reagierten. CoinGecko lieferte die Kurse und Tagesveränderungen.

VermögenswertKursVeränderung in 24 Stunden
Bitcoin (BTC)80.357 USD+2,50 %
Ethereum (ETH)2.416,63 USD+4,04 %
Solana (SOL)96,75 USD+3,82 %

Der Crypto Fear & Greed Index lag am 5. November bei 50 und wurde als neutral eingestuft, laut Alternative.me. Weder diese Stimmungsmessung noch die Kursübersicht zeigt isoliert eine Reaktion auf die Steuerpläne. CoinGeckos Daten um 10:13 UTC zufolge lag Bitcoin über 30 Tage 6,52 Prozent im Minus, Ethereum 10,96 Prozent.

Leerer Betriebsraum einer Digitalbörse nach Geschäftsschluss
Die Kursbewegungen am 5. November lassen sich nicht direkt mit der Steuerankündigung verknüpfen.

Was die Krypto-Steuer Südkorea für Anleger bedeutet

Für Menschen, die die Krypto-Steuer Südkorea verfolgen, ist der Unterschied zwischen einem Vorschlag und einer beschlossenen Regel wichtig. Das Zieljahr 2029 könnte der Politik zusätzliche Zeit für Details geben, legt aber weder den Starttermin noch den endgültigen Inhalt der Regeln fest. Die Zustimmung der Nationalversammlung steht aus.

Die geplante Abgabe würde nach der Darstellung von BeInCrypto jährliche Kryptogewinne oberhalb von 2,5 Millionen Won mit insgesamt 22 Prozent besteuern. Der Bericht beschreibt außerdem einen Aufschub um zwei Jahre, der noch vom Parlament genehmigt werden muss. Daraus lässt sich nicht ableiten, wie eine spätere Regelung in jedem Einzelfall angewendet wird.

Der Vorschlag steht neben den Arbeiten an einem allgemeinen Gesetz für digitale Vermögenswerte und an detaillierten Steuerstandards. Laut BeInCrypto soll das Gesetz Lizenzvorgaben für Börsen und Stablecoin-Anbieter enthalten. Die gemeinsame Arbeitsgruppe soll bis zur ersten Hälfte des Jahres 2028 Steuerregeln ausarbeiten. Diese Pläne beantworten nicht die separate Frage, wann die Steuer auf Kryptogewinne beginnt.

Der aktuelle Stand

Die südkoreanische Regierung unterstützt einen vierten Aufschub der Steuer auf Kryptogewinne und nennt 2029 als neues Ziel, während der geltende Zeitplan weiterhin Januar 2027 vorsieht. Als Nächstes steht die Entscheidung der Nationalversammlung an. Auch die konkreten Regeln zur Besteuerung und Verlustverrechnung sind noch nicht abschließend ausgearbeitet.

Quellen

Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Kryptowährungen sind sehr volatil, recherchieren Sie daher immer selbst, bevor Sie investieren.

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