US-Krypto-Regulierung: CFTC-Befugnisse und offene Fragen

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Beim Streit um die Aufsicht geht es um Zuständigkeiten der Behörden und mögliche Schritte des Kongresses.

Die US-Krypto-Regulierung war Thema eines Gesprächs zwischen Adrian Wall, Managing Director der Digital Sovereignty Alliance (DSA), und Chris Giancarlo, dem früheren Vorsitzenden der US-Terminmarktaufsicht CFTC. BeInCrypto berichtete am 6. November über die Diskussion beim Strobe Summit. Im Mittelpunkt standen Behördenbefugnisse, Gesetzgebung und Stablecoins.

Die Diskussion beleuchtete, was die CFTC mit ihren bestehenden Befugnissen angehen kann und wo möglicherweise der Kongress tätig werden muss. Die DSA sagte, die richtige Balance könne beeinflussen, ob mehr Aktivitäten mit digitalen Vermögenswerten in die USA verlagert werden, wie stark die institutionelle Nutzung zunimmt und welcher Schutz Marktteilnehmern geboten wird.

US-Krypto-Regulierung: Was beim Strobe Summit zur Sprache kam

Giancarlo setzt auf CFTC-Befugnisse und Gesetzgebung

BeInCrypto zufolge moderierte Wall ein Kamingespräch mit dem Titel „Crypto at a Crossroads: Regulation, Institutional Adoption, and the Future of Financial Markets“. Eine von NEWSnet verbreitete DSA-Mitteilung beschrieb die Sitzung als Diskussion über die US-Politik zu digitalen Vermögenswerten angesichts gesetzgeberischer Unsicherheit und wachsenden institutionellen Interesses an Finanzinfrastruktur auf Blockchain-Basis. Die Mitteilung nannte kein Datum. Der 6. November ist deshalb das Veröffentlichungsdatum des Berichts, nicht zwingend der Tag des Summit-Gesprächs.

Nach Darstellung der DSA sprach sich Giancarlo für klare Regeln für Handelsplattformen auf Basis bestehender CFTC-Befugnisse aus, ergänzt durch Maßnahmen des Kongresses, um regulatorische Lücken zu schließen. Wall sagte, Regeln müssten die Funktionsweise digitaler Vermögensmärkte berücksichtigen. Die CFTC könne wichtige Fragen zur Marktstruktur angehen, während der Kongress Lücken schließe.

Laut DSA ging es außerdem um die Aufsicht über Ereigniskontrakte, die Überführung von Derivategeschäften aus dem Ausland in regulierte US-Märkte und die Möglichkeit eines Handels rund um die Uhr. Weitere Themen waren Perpetual Futures und dezentrale Finanzanwendungen (DeFi), darunter die Frage, wie dezentrale Plattformen ohne traditionelle Vermittler zur Verantwortung gezogen werden können.

Marktintegrität, Cybersicherheit und der Schutz von Kundenvermögen gehörten laut DSA ebenfalls zu den angesprochenen Punkten. Sie waren Themen der Debatte, keine Ankündigung neuer Vorschriften.

Leere Konferenzbühne mit Sesseln für ein Gespräch über Krypto-Aufsicht
Beim Summit ging es um bestehende Behördenbefugnisse und mögliche neue Gesetze.

Stablecoins werfen Fragen zu Privatsphäre und Zahlungen auf

Nach Angaben der DSA sprachen die Teilnehmer über den GENIUS Act und Giancarlos Bedenken zum Schutz der finanziellen Privatsphäre. Er sagte, durch US-Dollar gedeckte Stablecoins könnten zu einer globalen Zahlungsschiene werden, die rund um die Uhr verfügbar ist. Damit stellten sich Fragen dazu, wie Dollar auf einer Blockchain bewegt werden und wer die Infrastruktur dafür bereitstellt. Das war eine politische Einschätzung, kein Beleg dafür, dass Stablecoins bestehende Zahlungssysteme ersetzt haben.

Der gesetzliche Rahmen wird umgesetzt. Das Office of the Comptroller of the Currency (OCC) erklärt, der GENIUS Act sei am 18. Juli 2025 zu Public Law 119-27 geworden. Die Behörde setzt das Gesetz um und schafft einen Rahmen für zugelassene Emittenten von Zahlungs-Stablecoins. Details stehen auf der Informationsseite des OCC zum GENIUS Act.

Giancarlo leitete die CFTC von 2017 bis 2019. The Block berichtete, dass die Behörde in dieser Zeit den Start der ersten bundesweit regulierten Bitcoin-Futures-Märkte beaufsichtigte und LabCFTC einrichtete. Seine frühere Rolle liefert Kontext zu seinen Äußerungen beim Summit.

Zahlungsterminal neben einem klaren Glasgefäß als Symbol für Stablecoin-Zahlungen und Privatsphäre
Die Stablecoin-Debatte berührte Zahlungsinfrastruktur und finanzielle Privatsphäre.

Welche Fragen zur US-Krypto-Regulierung offenbleiben

Der Summit-Bericht hielt politische Positionen und Gesprächsthemen fest, kündigte aber weder neue Regeln noch eine Einigung im Kongress oder einen Zeitplan an.

Zum gesetzgeberischen Hintergrund gehört ein Rückschlag im Senat. Am 15. September 2026 gab es 49 Stimmen für Cloture und 50 dagegen, bei einem Senator, der nicht abstimmte, über einen Antrag, mit der Beratung von H.R. 3633, dem CLARITY Act, zu beginnen. Das offizielle Abstimmungsergebnis des Senats zeigt, dass der Antrag die erforderliche Dreifünftelmehrheit nicht erreichte. Abgelehnt wurde dieser Antrag auf Verfahrensfortgang, nicht abschließend die längerfristige Zukunft des Gesetzentwurfs.

Vor der Abstimmung sagte Senatorin Cynthia Lummis, die überarbeitete Fassung des CLARITY Act enthalte Bestimmungen dazu, wann nicht dezentrale DeFi-Protokolle sich bei der CFTC registrieren und das Bank Secrecy Act einhalten müssten. Sie erklärte zudem, auf Wunsch demokratischer Kollegen seien mehr als 114 Bestimmungen aufgenommen worden. Die DSA-Mitteilung zum Summit beschrieb separat die Diskussion über die Verantwortlichkeit dezentraler Plattformen ohne traditionelle Vermittler.

Marktdaten liefern keinen Beleg für eine Reaktion auf das Summit

Die vorliegenden Berichte schrieben keine Kursbewegung dem Gespräch zu. Die von CoinGecko erfassten Daten vom 6. November um 09:13 Uhr UTC zeigten folgende Rückgänge innerhalb von 24 Stunden. Die Werte sind eine Momentaufnahme, kein Nachweis für eine Reaktion auf die Diskussion:

VermögenswertKursVeränderung in 24 Stunden
Bitcoin (BTC)76.012 US-Dollar-5,42 %
Ethereum (ETH)2.239,56 US-Dollar-7,26 %
XRP1,20 US-Dollar-9,26 %

Der Crypto Fear & Greed Index von Alternative.me lag am 6. November bei 28 und stufte die Stimmung als „Fear“ ein. Der Index misst die Marktstimmung, erklärt aber nicht, wodurch sich Kurse bewegen.

Investing.com berichtete unter Berufung auf Reuters, Bitcoin sei um mehr als 5 % gefallen, als ein Scheitern der Senatsabstimmung im September wahrscheinlich erschien. Coinbase-Chef Brian Armstrong nannte das Ergebnis enttäuschend und sagte, SEC und CFTC könnten auf Grundlage ihrer bestehenden Befugnisse klare Regeln entwickeln. Seine Aussagen bezogen sich auf die Abstimmung im September, nicht auf das Summit oder die Kursveränderungen am 6. November. Die verfügbaren Informationen belegen nicht, dass Regulierung die Rückgänge am 6. November verursacht hat. Kurs- und Stimmungsdaten beschreiben Bedingungen zu bestimmten Zeitpunkten, erklären aber nicht die Handelsaktivität.

Gesicherter Serverraum als Bild für Cybersicherheit und den Schutz von Kundengeldern
Cybersicherheit und der Schutz von Kundengeldern gehörten zu den angesprochenen Regelungsfragen.

Was die US-Krypto-Regulierung für Anleger bedeutet

Das Gespräch drehte sich um Politik und Marktstruktur, nicht um eine Prognose für die Preise digitaler Vermögenswerte. Laut DSA diskutierten die Teilnehmer Marktintegrität, Cybersicherheit, den Schutz von Kundenvermögen sowie Regeln für Handelsplattformen, Ereigniskontrakte, Derivate und DeFi. Das waren Themen für regulatorische Debatten, keine Zusicherung, dass ein bestimmtes Produkt oder ein Anbieter Schutz bietet.

Die Teilnehmer erörterten auch die Herausforderung, Derivategeschäfte aus dem Ausland in regulierte US-Märkte zu bringen und dezentrale Plattformen ohne traditionelle Vermittler zur Verantwortung zu ziehen. Die Summit-Mitteilung enthielt keinen Umsetzungsplan. Leser sollten die in der Mitteilung beschriebenen Ansichten von verabschiedeten Gesetzen und formellen Maßnahmen von Behörden unterscheiden. Der GENIUS Act ist Public Law 119-27, und das OCC setzt ihn um.

Fazit

Im Mittelpunkt des Strobe-Summit-Gesprächs standen die bestehenden Befugnisse der CFTC und mögliche Aufgaben des Kongresses. Die Abstimmung zum CLARITY Act im September und die Umsetzung des GENIUS Act durch das OCC sind getrennte Beispiele für gesetzgeberische und behördliche Aktivitäten. Die Summit-Mitteilung beschrieb politische Positionen, keine neue Regel oder Vereinbarung.

Quellen

Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Kryptowährungen sind sehr volatil, recherchieren Sie daher immer selbst, bevor Sie investieren.

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